Lügen erkennen
Ich habe noch nie gelogen... Nicht schwer, dies als Lüge zu enttarnen, den eins steht fest: Jeder lügt - unterschiedlich ist lediglich das Ausmaß. Während die einen nur ungern und in Ausnahmefällen zur Notlüge greifen, haben andere die Kunst des Lügens fast schon perfektioniert und in den täglichen Gebrauch übernommen. Man kann sich also nicht dafür schützen, mit Lügen konfrontiert zu werden, was Sie aber sehr wohl tun können, ist Lügen als solche zu erkennen. Das erspart Ihnen nicht nur den Ärger, auf die Unwahrheit hereingefallen zu sein, sondern zeigt auch, dass man es bei Ihnen in Zukunft besser erst gar nicht versucht...

Lügen erkennen: Lassen Sie sich nicht an der Nase herumführen

Niemand wird gerne belogen. Jemand anderem die Unwahrheit aufzutischen, sendet gleich mehrere negative Botschaften: Auf der einen Seite scheint der Gesprächspartner Sie nicht ausreichend zu respektieren, um Ihnen die Wahrheit ins Gesicht zu sagen. Das allein kann schon eine schmerzliche Erkenntnis sein, doch der zweite Fakt wiegt meist noch schwerer. Wer Ihnen eine Lüge präsentiert, sagt damit immer auch, dass er nicht glaubt, dass Sie den Unterschied bemerken könnten.

Eine Lüge ist somit immer auch eine Beleidigung Ihres Verstands und Ihrer Menschenkenntnis. Umso wichtiger, dass Sie ein solches Vorurteil nicht bestätigen, sondern eine Lüge möglichst schnell erkennen. Gelingt das nicht, erhöht sich die Gefahr, dass man Sie immer wieder an der Nase herumführt.

Der Volksmund sagt Wer einmal lügt, dem glaubt man nicht, doch wer mit seinen Geschichten immer wieder durchkommt, wird es weiter versuchen und Lügen gezielt einsetzen, um Sie zu manipulieren und einen Vorteil daraus zu ziehen.

Aber wie lassen sich Lügen wirklich erkennen?

Ein Blick ins Gesicht kann ausreichen, um Lügen zu erkennen

Lügen erkennen Anzeichen Tipps TestZugegeben: Es gibt einige ziemlich ausgefuchste Lügner, bei denen die Unwahrheit fast schon in Fleisch und Blut übergegangen ist, die nicht nur lügen, ohne rot zu werden, sondern denen es nahezu nicht anzusehen ist, wenn sie die Wahrheit mal wieder verdrehen. Glücklicherweise sind diese Profischwindler aber die Ausnahme und vermutlich haben Sie es im Alltag eher mit durchschnittlichen Gelegenheitslügnern zu tun, denen man die Flunkerei oftmals ansehen kann - am ehesten direkt im Gesicht oder in ihrem Verhalten.

Dabei sollten Sie jedoch auch auf die Gesamtsituation achten und nicht jeden unter den Generalverdacht der Lüge stellen, der eine der folgenden Anzeichen zeigt. Dahinter steht häufig Stress und Nervosität, wie sie eben beim Lügen entstehen - aber auch durch andere Umstände hervorgerufen werden können. Bevor Sie Ihren Gegenüber der Lüge bezichtigen, sollten Sie daher überlegen, ob dieser nervös ist, weil er unter Stress steht oder ob er Sie gerade dreist anlügt.

Wir haben Anzeichen gesammelt, an denen Sie die Lüge eines Gesprächspartner erkennen können - zeigen aber auch, worauf Sie achten sollten, um niemanden fälschlicherweise zu beschuldigen:

  1. Augen und Mund sagen nicht das Gleiche

    Worte lassen sich relativ leicht beeinflussen und verbiegen, um ein Gespräch in eine gewünschte Richtung zu lenken oder die Wahrheit zum eigenen Vorteil zu verdrehen. Schwierig ist es jedoch, dass Gesagte auch mit den Augen wiederzugeben. Besonders deutlich ist dies beispielsweise bei einem Lachen, dass zwar in der unteren Gesichtshälfte sehr herzlich erscheinen kann - solange die Augen aber nicht mitlachen, ist es nicht ehrlich gemeint, sondern lediglich vorgespielt.

    Vorsicht: Nicht immer verbirgt sich hinter diesem Verhalten eine böswillige Absicht. In einigen Situationen hat man das Gefühl, lächeln oder lachen zu müssen, obwohl es nicht ehrlich gemeint ist. Dies ist etwa der Fall, wenn man jemanden nicht in eine unangenehme Situation bringen möchte. Die Augen strahlen auch in diesem Fall das Lächeln nicht aus, doch ist die Lüge in diesem Fall eher eine nette Geste.


  2. Es wird häufig geblinzelt

    Wir alle blinzeln, doch die Art und Weise und vor allem die Häufigkeit können als Indiz für eine Lüge angesehen werden. Blinzelt Ihr Gesprächspartner auffällig oft oder viele Male kurz hintereinander, kann dies zeigen, dass er es mit der Wahrheit gerade nicht so genau nimmt. Da manche Menschen von Natur aus häufiger blinzeln als andere, fällt Ihnen dieses Merkmal am ehesten auf, wenn Sie die Person bereits besser kennen und eine ungefähre Vorstellung davon haben, wie oft sie im Normalzustand blinzelt.

    Vorsicht: Es gibt sehr viele äußere Einflüsse, die ein verstärktes und häufiges Blinzeln hervorrufen können. Das reicht von einer verstärkten Anstrengung der Augen, beispielsweise weil der Betroffene gerade lange und konzentriert gelesen hat bis zu schlechter und trockener Luft, die die Augen reizt.


  3. Die Wangen erröten

    Der Klassiker unter den Anzeichen einer Lüge: Wer rot wird, schämt sich für etwas und ist sich der eigenen Lüge wahrscheinlich sehr wohl bewusst. Das Erröten ist nicht immer sehr stark ausgeprägt, doch in den meisten Fällen dennoch gut zu erkennen. Der Vorteil, um auf diesem Weg eine Lüge zu enttarnen: Es lässt sich kaum unterdrücken. Während man versuchen kann, andere Gesten zurückzuhalten, kommt die Unwahrheit durch die roten Wangen trotzdem ans Licht.

    Vorsicht: Auch hier ist ein wenig Vorsicht geboten, denn wie beim Blinzeln gibt es verschiedene Auslöser der Wangenröte. Möglicherweise ist Ihrem Gegenüber die gesamte Situation unangenehm oder er findet Ihre Frage zu persönlich oder eine Antwort ist ihm peinlich.


  4. Der Gesprächspartner geht auf Abstand

    Da die meisten Menschen sich bei einer Lüge eher unwohl fühlen, versuchen viele, unbewusst den Abstand zu vergrößern, um dem Gegenüber nicht so nahe zu sein, während man ihm dreist ins Gesicht lügt. Das kann durch einen kleinen Schritt zurück ausgedrückt werden, ein leichtes zurücklehnen auf dem Stuhl, aber auch durch vor der Brust verschränkte Arme, die für eine größere Distanz sorgen.

    Vorsicht: Um aus dem Abstand eine Lüge zu erkennen, sollten Sie am besten einen Vergleichswert haben. Manch einer respektiert den Bereich eines Gesprächspartners grundsätzlich sehr und steht schon deshalb ein Stück weiter entfernt. Beachten Sie auch die Rahmenbedingungen. Ein Zurücklehnen im Stuhl kann auch zeigen, dass dieser sich gerade wohl und überlegen fühlt.


  5. Die Hand wird vor das Gesicht gehalten

    Nimmt Ihr Gegenüber die Hand vor sein Gesicht und verdeckt so seinen Mund oder einen Teil des Gesichts, ist dies oft ein unbewusster Versuch, sich selbst zu schützen. Anders formuliert: Er fühlt sich gerade angreifbar, weil er Ihnen eine Lüge aufgetischt hat und nun hofft, dass Sie davon nichts mitbekommen. Die gute Nachricht Wer sich bei einer Lüge selbst so unwohl fühlt, dass er sich verstecken möchte, hat in Wahrheit einen guten Charakter.

    Vorsicht: Eine mögliche andere Erklärung: Zu viel Ehrlichkeit - also das genaue Gegenteil einer Lüge. Es kann ein Reflex sein, wenn einem etwas rausgerutscht ist, das man eigentlich lieber für sich behalten hätte. Fast so, als würde man versuchen, das gesprochene Wort mit den Händen zu greifen, um zu verhindern, dass es herauskommt.


  6. Die Antwort auf eine Frage wird hinausgezögert

    Eine Lüge geht nicht einfach so über die Lippen, wenn diese nicht gut vorbereitet wurde. Das führt dazu, dass vor einer Lüge meist eine kurze Pause eintritt, in der Sie die Gedanken Ihres Gesprächspartners regelrecht rattern hören können. Dabei gibt es verschiedene Verzögerungstaktiken: Manche räuspern sich, um einige Sekunden zu gewinnen, andere stellen völlig unnötige Rückfragen, die nicht der Information, sondern nur dem Zeitgewinn dienen.

    Vorsicht: Nachdenken kann auch bedeuten, dass Sie eine möglichst genaue und detaillierte Antwort erhalten. Achten Sie deshalb sowohl auf das Verhalten vor als auch während der Antwort. Wirkt der andere unsicher und nervös, während er nach Worten sucht, spricht dies für eine Lüge.


  7. Er bewegt sich übermäßig viel

    Die Nervosität, die viele beim Lügen empfinden - besonders wenn diese etwas größer ausfällt - zeigt sich oft durch Bewegungen des Körpers. Jeder kennt das nervöse Gefühl: Man weiß nicht, wohin mit sich selbst, wird zappelig, kann weder still stehen noch sitzen. Fällt Ihnen ein solches Verhalten beim Gegenüber auf, fühlt dieser sich in seiner Haut gerade sichtlich unwohl, was für eine Lüge sprechen kann. Besonders auffällig ist auch ein schnelles Umherblicken der Augen, fast so, als würde man sich von irgendwo her Hilfe erhoffen.

    Vorsicht: Besonders relevante sind dabei die auftretenden Veränderungen im Körper Ihres Gegenübers. Wer sich von Natur aus immer viel bewegt, zeigt damit nicht automatisch eine Lüge. Kommt jedoch plötzlich - etwa als Reaktion auf eine Frage - zusätzliche Regungen auf, sollten Sie aufmerksam werden.


  8. Unklare Antworten und Aussagen

    Ich bin nicht mehr ganz sicher, aber..., Wenn ich mich richtig erinnere... oder auch Meines Wissens nach... können häufig Vorboten einer Lüge sein. Es wird versucht, sich von Anfang an ein Ausweg offen zu halten, um den Kopf aus der Schlinge zu ziehen, falls die Lüge auffliegen sollte. Die Ausrede ist dann direkt parat - Ich hab doch gesagt, ich bin mir nicht sicher und wusste es nicht mehr genau...

    Vorsicht: Nicht nur Lügner, sondern auch schüchterne Personen greifen oft zu diesen Formulierungen. Die Antworten können dann durchaus ehrlich sein, werden aber weniger direkt gegeben.


  9. Vergrößerung der Augen

    Weit aufgerissene Augen werden mit Panik und Angst, aber auch mit Überraschung assoziiert. Weiten sich die Augen Ihres Gesprächspartners nach einer Ihrer Fragen, spricht einiges dafür, dass er diese lieber nicht beantworten möchte und sich vielleicht bereits krampfhaft eine passende Antwort zurecht legt - die vermutlich mit der unangenehmen Wahrheit, die er Ihnen vorenthalten möchte, nicht viel zu tun hat.

    Vorsicht: Geweitete Pupillen sind nicht immer leicht zu erkennen und gerade für den Laien ist der Unterschied meist nur schwer auszumachen. Ein weiteres Indiz, ob Ihnen eine erfundene Antwort aufgetischt wird, ist daher die verstrichene Zeit zwischen Ihrer Frage und der folgenden Antwort. Nur wenige Lügner sind so gut, dass Sie wie aus der Pistole geschossen antworten. Die meisten brauchen einen Moment, um sich die Lüge zurechtzulegen.

Mit diesem Wissen können Sie auch daran arbeiten, Ihre eigenen Lügen besser zu verheimlichen und vielleicht damit durchzukommen (was natürlich nicht bedeutet, dass wir hier zur Lüge animieren wollen). Doch es gibt auch die andere Seite: Sollte einmal eine Ihrer Lügen auffliegen, ist Schadensbegrenzung das wichtigste Ziel.

Sie müssen versuchen, das Vertrauen und auch Ihren Ruf zu retten - und das funktioniert nicht mit weiteren Lügen, sondern mit aufrichtiger Ehrlichkeit. Was genau Sie tun können wenn Ihre Lügen erkannt wurden, erklären wir in diesem Artikel.

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