Niemand gibt es gerne zu, doch Oberflächlichkeit gehört zum Leben dazu. Noch bevor wir jemanden kennenlernen oder auch nur ein einzelnes Wort gewechselt haben, wird dieser anhand seines Aussehens und seiner Körpersprache beurteilt, um einen ersten Eindruck zu gewinnen. Es gibt sogar Studien, die zeigen, dass attraktive Menschen häufiger zu Vorstellungsgesprächen eingeladen werden und durchschnittlich ein höheres Gehalt beziehen. Kurz gesagt: Schön sein lohnt sich - so oberflächlich das auch klingen mag. Gutes Aussehen wirkt allerdings nicht nur auf andere, sondern auch bei einem selbst. Eine Makup-Studie zeigt, dass dieser Effekt sogar soweit geht, dass Schminke sogar schlauer machen und die Leistungen in Tests und Prüfungen verbessern kann...

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Make-Up steigert das Selbstvertrauen

Dress to impress - kleide dich, um zu beeindrucken. Diese Weisheit aus dem englischen Sprachgebrauch ist längst auch hierzulande bekannt und bewiesen. Wer sich in seiner Kleidung wohlfühlt und gleichzeitig das Gefühl hat, gut und professionell auszusehen, wird von anderen als professioneller, erfolgreicher und kompetenter wahrgenommen und eingeschätzt.

Dahinter stehen zwei ausschlaggebende Effekte: Zum einen die bereits angesprochene Oberflächlichkeit. Ohne weitere Informationen oder genauere Kenntnisse der Person bleibt zunächst nur das äußere Erscheinungsbild, um Rückschlüsse zu ziehen. Aus dem Outfit wird gefolgert, dass es sich um eine erfolgreiche und damit auch um eine in ihrem Bereich sehr fähige Person handeln muss.

Noch stärker und wichtiger ist jedoch der Effekt auf die eigene Person. Das Outfit verändert das Auftreten. Die Körpersprache und Ausstrahlung sind eine andere und wirken nach außen - was den Mitmenschen nicht verborgen bleibt.

Ein ganz ähnlicher Effekt wurde auch in einer Makeup-Studie nachgewiesen. Frauen treten geschminkt selbstbewusster auf als ohne Makeup. Das Gefühl, besonders gut auszusehen, ist ein regelrechter Schub für das eigene Selbstwertgefühl und zeigt sich durch ein selbstbewussteres Auftreten und größeres Durchsetzungsvermögen.

So weit, so bekannt und nachvollziehbar. Allerdings wurde ein weiterer interessanter Zusammenhang festgestellt: Makeup kann einen Effekt auch die kognitiven Fähigkeiten haben.

Durch Make-Up schlauer werden?

Klingt zunächst absurd und fast unglaublich, wurde aber tatsächlich nachgewiesen - und basiert auf dem oben beschriebenen Effekt. Für die Studie wurden Studentinnen einem Frage-Antwort Test zu einem festgelegten Kapitel aus einem Lehrbuch unterzogen, allerdings wurden sie zuvor durch zufällige Auswahl in drei Gruppen unterteilt, die vor dem Test jeweils unterschiedlich beeinflusst wurden.

Eine Gruppe hörte positive und mitreißende Musik, um für gute Laune zu sorgen. Die zweite bekam Stifte und malte ein Gesicht aus. Und die dritte und letzte Gruppe von Studentinnen sollte vor dem Test Makeup auftragen und sich so schminken, dass sie sich selbst schön finden. Die Theorie: Die geschminkten Frauen fühlen sich allesamt am besten und erleben die stärkste positive Beeinflussung von Emotionen und besonders des Selbstwertgefühls.

Genau so war es auch. Die Damen mit Makeup gaben an, sich gut und wohl gefühlt zu haben - und sie schnitten in dem Test deutlich am besten ab. Für die Forscher steht somit fest, dass Makeup schlauer machen und die Leistung in Tests oder Prüfungen positiv beeinflussen kann.

Nimmt man es ganz genau ist es natürlich nicht direkt das Makeup selbst, das schlauer macht Vielmehr ist es das gestiegene Selbstbewusstsein, das sich positiv auf die kognitiven Fähigkeiten auswirkt und die Ergebnisse verbessert. Doch am Ende bleibt der Effekt derselbe.

So nutzen Sie die Erkenntnisse der Makeup-Studie für sich

Makeup kann schlauer machen und die kognitive Leistung steigern. Das bedeutet allerdings nicht, dass Sie sich von nun an gezwungen sehen müssen, jeden Tag Makeup oder deutlich mehr als vorher zu tragen. Sinnvoller ist es, im Alltag so weiterzumachen wie bisher und Ihre Schminkgewohnheiten nicht grundsätzlich zu ändern.

Nutzen Sie die Wirkung in den Situationen, in denen es wirklich darauf ankommt. Das kann ein Vorstellungsgespräch, eine Prüfung an der Universität oder während der Ausbildung, ein wichtiges Treffen oder auch eine entscheidende Präsentation für ein großes Projekt sein. Ansonsten geht der positive Effekt nämlich schnell wieder verloren.

Ihre kognitive Leistungsfähigkeit profitiert nur solange Sie sich gerne und freiwillig schminken, um sich wohl und gut aussehend zu fühlen. Sobald der Gedanke aufkommt Jetzt muss ich mich schon wieder schminken... geht der Effekt verloren.

Auch die Herren der Schöpfung müssen sich übrigens nicht benachteiligt fühlen. Zwar greifen hier nur wenige zu Makeup, aber das braucht es auch gar nicht unbedingt. Ausschlaggebend ist schließlich die Steigerung des Selbstwertgefühls - und die lässt sich wie oben bereits erläutert auch durch passende Kleidung erzeugen.

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