Manager-Optimist-Fuehrungskraft
Die Einstellung macht den Unterschied. Einen großen sogar. Winston Churchill sagte einmal: "Ein Optimist sieht eine Gelegenheit in jeder Schwierigkeit; ein Pessimist sieht eine Schwierigkeit in jeder Gelegenheit". Die jeweilige Attitüde hat nicht nur Auswirkungen auf das Privatleben, sondern erst recht im Job. Und noch mehr als Führungskraft. Oder anders formuliert: Optimisten führen besser...

Was es heißt, Optimist zu sein

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Zu welcher Kategorie zählen Sie sich: Eher zu den optimistischen oder zu den pessimistischen Menschen? Oder fällt es Ihnen schwer, sich eindeutig einer der beiden Kategorien zuzuordnen und Sie sehen sich selbst als eher als Realist?

Vielleicht zur besseren Einordnung: drei grundlegende Eigenschaften eines Optimisten...

  • Positives Denken. Der Optimist geht davon aus, dass sich alles irgendwie zum Besten entwickeln wird. Veränderungen werden positiv aufgenommen und als Chance betrachtet. Selbst in Herausforderungen stecken noch gute Gelegenheiten, sich zu entwickeln und zu verbessern.
  • Dankbarkeit. Die positive Einstellung legt den Fokus auf die Dinge, die bereits da sind oder erreicht wurden und nicht auf das, was noch fehlt. Auf diese Weise wird der Blick bewusst auf das Gute gelenkt.
  • Eigeninitiative. Pessimisten wählen für sich gerne die Opferrolle, die ohnmächtig erdulden muss, wie die Umstände ihnen mitspielen. Optimisten dagegen sehen sich selbst in der Position, die Dinge selbst und aktiv zu ändern und die eigene Lage damit ins Positive zu lenken.

Tatsächlich helfen diese Eigenschaften sogar dabei, eine Gruppe von Mitarbeitern zu führen...

Führungsqualitäten von Optimisten

Natürlich ist Optimismus allein noch keine ausreichende Qualifikation für eine Führungsposition. Dafür erfordert es deutlich mehr - eine gute Ausbildung, soziale Kompetenz, Menschenkenntnis, Empathie, Fachwissen, Motivations- und Überzeugungskraft... um nur einige Kompetenzen zu nennen.

Allerdings bringen das positive Denken und die gezeigte Attitüde in vielen Bereichen als Führungskraft eine große Bereicherung - und das auf gleich mehreren Ebenen. Deshalb - und auch, um für den gerne als naiv geächteten Optimismus eine Lanze zu brechen: Darum führen Optimisten besser...

  1. Optimisten haben keine Angst vor Fehlern.

    In der Führungsetage müssen regelmäßig grundlegende und schwerwiegende Entscheidungen getroffen werden. Dabei sind analytische Fähigkeiten, aber auch eine gewisse Risikobereitschaft gefragt. Nur selten lassen sich die Auswirkungen einer Entscheidung präzise vorhersagen. Optimisten sind hier im Vorteil, denn sie haben keine Angst davor, Fehler zu begehen. Vielmehr lernen sie daraus und treffen beim nächsten Mal eine noch bessere Entscheidung. Auch hilft das positive Denken bei der Anpassung an die Veränderungen, die durch solche Entscheidungen entstehen. Während Pessimisten noch grübeln, was alles schiefgehen könnte, erkennen Optimisten bereits die neue Situation und sehen die Vorteile, die daraus entstehen können.

  2. Optimisten suchen nach Lösungen.

    Das Problem vieler Pessimisten ist die Fokussierung auf Probleme. Sie erkennen zwar potenzielle Hindernisse schnell, konzentrieren sich aber auch meist nur darauf. Ganz anders sieht das bei Optimisten aus: Sie sehen die Schwierigkeiten auch, legen ihren Fokus aber auch die Lösung - und schaffen es auch eher ans Ziel. Führungskräfte mit dieser Mentalität sind daher die besseren Problemlöser.

  3. Optimisten können andere motivieren.

    Optimisten schaffen es, den Mitarbeitern ein Gefühl zu vermitteln, dass diese auf dem richtigen Weg sind und ebenfalls mehr schaffen und erreichen können, als sie aktuell vielleicht wahrnehmen. Dazu schildern sie die Situation, erklären die Strategie und benennen das Ziel, das erreicht wird. Durch ihren eigenen positiven Glauben gelingt es, andere zu begeistern und diese davon zu überzeugen, über sich hinauszuwachsen.

  4. Optimisten sind zukunftsorientiert.

    Manche nutzen die Vergangenheit, um Prognosen über zukünftige Ereignisse zu treffen. Oft ist das aber alles andere als klug. Psychologen fanden heraus, dass Optimisten weniger anfällig dafür sind, solche Fehlprognosen anzustellen. Insbesondere wenn die letzten Erfahrungen negativ waren, behalten sie ihre Zuversicht. Gerade für Manager, die immer wieder mit Rückschlägen umgehen müssen, ist dies ein wichtiger Pluspunkt. Wer könnte auch ein Unternehmen führen, wenn er schon nach den ersten Rückschlägen mit dem Scheitern rechnet?

  5. Optimisten stecken andere an.

    Das positive Denken eines Optimisten kann sich auf ein ganzes Team übertragen. So fanden Forscher der Universität von Kalifornien bei ihren Studien heraus, dass Menschen glücklicher sind, wenn Sie von glücklichen Menschen umgeben sind. Geht ein optimistischer Manager also mit einem guten Beispiel voran, überträgt sich der Glaube an den Erfolg auch auf seine Mitarbeiter - und es entsteht nicht selten eine selbsterfüllende Prophezeiung. Anders herum funktioniert das übrigens (leider) auch.

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