Management Studium
Management studieren: Wege bis hinauf ins Führungsmanagement gibt es viele. Manche sind hart, andere verschlungen, viele teuer. Welche Management-Studiengänge gibt es für die Macher von morgen? Sind MBAs der Königsweg? Und welche Business Schools sind eigentlich die besten? Karrierebibel hat die Fakten für die Manager von morgen...

Management-Studium: Manager werden

Wie wird man eigentlich Manager? Eine klare Antwort gibt es darauf nicht. Denn neben formalen Qualifikationen sind auch andere Qualitäten gefragt: Eigenmarketing, Netzwerke, Durchsetzungsvermögen.

Beispiel Bundesliga: Die Fußball-Vereine setzen jedes Jahr Millionen um. Umso kurioser, dass die Managerposten oftmals von lauter Ex-Kickern okkupiert werden - ohne jede akademische Ausbildung.

Dennoch lautet die erste Antwort für Möchtegern-Manager: das BWL-Studium ebnet den Weg in die Führungsetage häufiger als andere. Auch der MBA ist eine beliebte Qualifizierung - in den USA noch mehr als bei uns. Die besten Managerschmieden der Welt sitzen in den Staaten, aber auch in Frankreich und Spanien (siehe Liste unten).

Doch auch hier werden erste Risse sichtbar. So ätzte Pepsi-CEO Indra Nooyi Ende 2016 auf einer US-Konferenz gegen den MBA. Er sei veraltet und benötige dringend ein Upgrade. In Deutschland wird der MBA-Markt von privaten Anbietern dominiert, die Qualität unterscheidet sich teilweise erheblich.

Welches akademische Fundament also legen, um Manager zu werden? Darauf gibt es mehr als eine Antwort.

Management-Studium: Spezialisierung

Ein Trend, der - alleine schon beim Blick in die Studienführer - sichtbar wird, ist der zur Spezialisierung. Denn Manager ist nicht gleich Manager: Der Chef einer großen Klinik hat andere Rahmenbedingungen als der eines Automobilherstellers. Beide benötigen Branchen-Know-how.

Aus diesem Grund ist die deutsche Hochschullandschaft breit gefächert. Es gibt eine Vielzahl an spezialisierten Bachelor-, Master- und MBA-Programmen - beispielsweise auch für Studenten, die hinterher ausdrücklich in Hotels, NGOs oder Medienkonzernen anheuern wollen.

Grundsätzlich wichtig: Idealerweise bauen Bachelor und Master aufeinander auf oder ergänzen sich. Ein BWL-Bachelor könnte und sollte sich in einem Master-Studiengang spezialisieren, um anschließend in seiner Wunschbranche durchzustarten. Für einen Ingenieurswissenschaftler könnte ein MBA das richtige sein, um Managerqualitäten draufzusatteln.

Auch die Wahl der Bildungseinrichtung spielt eine Rolle. Daten von Linkedin legen nahe, dass Absolventen der Frankfurt School of Finance - nicht ganz überraschend - überproportional häufig bei Deutscher Bank, Commerzbank und HypoVereinsbank anheuern. Absolventen der Otto Beisheim School of Management wechseln dagegen häufig in eine Unternehmensberatung: McKinsey, Boston Consulting Group, Ernst & Young.

Diese Fragen sollte man sich stellen: Welche Einrichtung passt zu mir? Worauf will ich mich spezialisieren? Wer bietet mir die besten Rahmenbedingungen?

Hier eine Auswahl an an Management-Studiengängen, die derzeit von deutschen Hochschulen (ob staatlich oder privat) angeboten werden - ohne Anspruch auf Vollständigkeit:

  • Agrarmanagement
  • Bildungsmanagement
  • Finanzmanagement
  • Gesundheitsmanagement
  • Hotelmanagement
  • Immobilienmanagement
  • Innovationsmanagement
  • International Management
  • IT-Management
  • Kulturmanagement
  • Logistikmanagement
  • Medienmanagement
  • Modemanagement
  • Non-Profit-Management
  • Personalmanagement
  • Sportmanagement
  • Tourismusmanagement
  • Umweltmanagement
  • Verwaltungsmanagement

Welche Business Schools gibt es in Deutschland?

Das Geschäft mit den MBAs ist lukrativ - und wird von privaten Einrichtungen dominiert. Da gibt es zum Beispiel die Otto Beisheim School of Management (WHU) in Vallendar, die Cologne Business School oder die Kühne Logistics University in Hamburg.

Und dann gibt es die MBA-Fernstudiengänge. Sogar ein günstiger kostet trotz niedriger Zulassungskriterien gut und gerne 20.000 Euro. Die Stiftung Warentest nahm 2014 elf Hochschulen mit MBA-Fernstudiengängen unter die Lupe - und kam teilweise zu miserablen Ergebnissen. Kein gutes Haar ließen die Tester zum Beispiel an der Euro-FH, die ihren MBA besonders aggressiv bewirbt.

Und es macht einen gewaltigen Unterschied, an welcher Institution man seinen MBA erwirbt. Ein klangvoller Name mit viel Prestige kann ein Türöffner, allerdings auch mit horrenden Kosten verbunden sein.

Die 10 besten Business Schools der Welt 2017

Management Studium Business Schools Laut MBA-Ranking 2017 sind das die zehn besten Business Schools der Welt. Berücksichtigt wurden dabei Kriterien wie Gehalt, Perspektiven, Zufriedenheit, Empfehlungen, Preis-Leistungs-Verhältnis usw.

Beispiel Stanford: Hier schlägt ein neunmonatiges MBA-Programm mit über 100.000 US-Dollar zu Buche. Dafür verdient man hinterher auch glänzend - laut Financial Times drei Jahre nach Abschluss durchschnittlich fast 200.000 Dollar pro Jahr.

  1. Insead (Frankreich/Singapur)
  2. Stanford Graduate School of Business
  3. University of Pennsylvania: Wharton
  4. Harvard Business School
  5. University of Cambridge: Judge
  6. London Business School
  7. Columbia Business School
  8. IE Business School (Spanien)
  9. University of Chicago: Booth
  10. Iese Business School (Spanien)

Management-Studium: Die besten Business Schools Deutschlands

Die beiden besten Business Schools Deutschlands sind laut Financial Times-Ranking 2017 die Mannheim Business School, eine Graduate School der Uni Mannheim sowie die European School of Management and Technology in Berlin (ESMT).

  1. Mannheim Business School

    Sie ist laut FT-Rangliste beste deutsche Manager-Schmiede, liegt im globalen Vergleich auf Platz 54. Im Vergleich zum Ranking 2016 fielen die Mannheimer damit allerdings um fünf Plätze zurück. Drei Jahre nach Abschluss kommen die Absolventen laut FT-Auswertung auf ein jährliches Durchschnittsgehalt von rund 114.000 US-Dollar, umgerechnet ca. 107.000 Euro (Stand: April 2017). 98 Prozent der Absolventen haben drei Monate nach Studienabschluss eine Beschäftigung gefunden.

    Für den Full-Time-MBA benötigen Bewerber mindestens Bachelor-Abschluss, Englischkenntnisse, Berufserfahrung und einen GMAT von 600 Punkten. Und sie müssen 36.000 Euro für die Programmgebühren auf den Tisch legen. Dafür kann man sich auch hier wieder (regional) spezialisieren: Es gibt einen German Track, Eurasian Track, Transatlantik Track, European Track oder Global Track.

    Für einen Executive MBA brauchen Bewerber neben akademischem Erstabschluss idealerweise acht Jahre Erfahrung als Führungskraft, Personal-, Budget- und internationale Erfahrung sowie ausreichende Englischkenntnisse. Auch der Executive MBA ist ein sündhaft teures Unterfangen. Die Programmgebühren liegen bei 47.500 Euro.

  2. ESMT Berlin

    Die European School of Management and Technology landet im FT-Ranking auf Platz 70 und ist damit die zweitbeste Managerschmiede Deutschlands. Durchschnittsgehalt drei Jahre nach Abschluss: 108.000 US-Dollar. Nach drei Monaten haben laut FT-Daten 82 Prozent der Absolventen ihre Jobsuche erfolgreich abgeschlossen - also deutlich weniger als in Mannheim.

    An der privaten Hauptstadt-Hochschule gibt es drei Möglichkeiten: Master in Management, Vollzeit-MBA oder Executive MBA. Der Master dauert 24 Monate, beginnt im September, wird komplett in der Unterrichtssprache Englisch durchgeführt. Der aktuelle Jahrgang hat nach ESMT-Angaben 45 Teilnehmer.

    Der Vollzeit-MBA dauert genau ein Jahr. In den ersten sieben Monaten sollen Managementkompetenzen ausgebildet, danach die Führungsqualitäten weiterentwickelt werden. Im Schnitt sind die Teilnehmer 30 Jahre alt haben sechs Jahre Berufserfahrung auf dem Buckel.

    Der Executive MBA wiederum dauert 18 Monate, wird vollständig in englischer Sprache abgehalten und ist berufsbegleitend. An Programmgebühren veranschlagt die ESMT 43.500 Euro.

Management-Studium: Welche Alternativen gibt es noch?

Wer weder Lust noch das nötige Kleingeld für einen MBA hat, findet auch an den staatlichen Einrichtungen - Unis wie FHs - eine gewaltige Auswahl an speziellen Management-Studiengängen. Manche skurril, manche Mainstream.

Beispiel FH Stralsund: Die Norddeutschen haben als einzige den Bachelor-Studiengang Baltic Management Studies im Programm, der Wirtschaftswissen, Sprach- und interkulturelle Kenntnisse sowie Spezialisierungswissen verknüpft. Kommt hinten der perfekte Manager für das Baltikum heraus?

Hier vier weitere Beispiele für Richtungen, die Manager einschlagen können:

  • Finanzmanagement

    Beispiel Uni Augsburg: Sie bewirbt ihren Master-Studiengang Finance and Information Management als Eliteprogramm. Ein exzellenter Abschluss in BWL, Ingenieurswissenschaften oder Informatik ist Voraussetzung für die Aufnahme. Betont wir die interdisziplinäre Ausrichtung. In vier Semestern sollen die Master fit für Führungspositionen gemacht werden.

  • Gesundheitsmanagement

    Gesucht: die Klinikmanager von morgen. Gesundheitsmanager werden aber auch in Versicherungen, Prüfungs- und Beratungsgesellschaften, in der Medizinprodukte- und Pharmaindustrie gebraucht. Beispiel Bayreuth: Der Bachelor of Science in Gesundheitsökonomie dauert sechs Semester und soll fächerübergreifendes Wissen vermitteln: BWL, VWL, Gesundheitswissenschaften und Medizinmanagement.

  • Marketingmanagement

    Sales Management und Marketingmanagement schulen die Verkäufer von morgen. Beispiel Leuphana Universität Lüneburg: Hier dauert der Master Management & Marketing vier Semester und soll auf Führungsaufgaben in Werbeagenturen, Marktforschungsinstituten oder Unternehmensberatungen vorbereiten. Ohnehin haben Master in der Lüneburger Heide die freie Auswahl: Es gibt auch noch die Studiengänge Management and Data Sciene, Management and Business Development, Management and Engineering, Management and Finance and Accounting sowie Management and Human Resources.

  • Umweltmanagement

    Auch die Umwelt befindet sich im 21. Jahrhundert in einem Stadium, in dem sie aktiv gemanaged werden muss. Die Uni Gießen bietet sowohl den Bachelor als auch den Master in Umweltmanagement an. Und auch hier wird interdisziplinär gelehrt: neben ökologischen Inhalten stehen wirtschafts- und rechtswissenschaftliche Module im Studienplan. Hinterher winken Führungspositionen in Verbänden, NGOs, aber auch in der Industrie oder öffentlichen Versorgungsbetrieben.

[Bildnachweis: MIND AND I by Shutterstock.com]