Ist das Männlichkeits-Hormon Testosteron verantwortlich für Autismus? Wissenschaftler um Professor Simon Baron-Cohen von der Univerität Cambridge fanden heraus, dass Jungen und Mädchen, die vor ihrer Geburt mit diesem Hormon überversorgt waren, später auffällig oft typisch autistische Züge aufwiesen. Das unterstützt zugleich die These, dass Autisten nichts weiter als eine extreme Ausprägung eines männlichen Gehirns aufweisen – mit einem deutlichen Defizit, die Emotionen anderer zu entschlüsseln und darauf einzugehen (Empathieschwäche) sowie dem Hang, in seiner eigenen kleinen Welt (Sichtweise) zu verharren.
Andere Studie unterstützen diesen Verdacht: So fanden Forscher schon früher heraus, dass etwa einjährige Kinder mit einer pränatalen Testosteron-Überdosis weniger Blickkontakt zu ihren Eltern oder ihren Mitmenschen suchten. 18 Monate alte Kinder wiederum wiesen einen geringeren Sprachschatz auf als Kinder, deren Hormonhaushalt im Mutterleib ausgewogen blieb. Auch später spielten die mit Testosteron überversorgten Kinder lieber allein, waren allerdings gut darin, sich Zahlen oder Telefonnummern zu merken.
Auch wenn sich diese Studie nicht unmittelbar auf das Berufsleben und Manager insbesondere bezieht. Sie passt: Immer wieder tauchen Untersuchungen auf, die Spitzenmanagern psychopathische Züge nachsagen. Und ebenso oft handelt es sich dabei um Manager, denen man durchaus auch nachsagen könnte, typische Vertreter ihres Geschlechts zu sein. Was mich zu zwei Thesen verleitet:
1. Testosteron macht zwar einsam, aber bisher offenbar auch erfolgreich.
2. Je wichtiger Empathie und Kommunikationsstärke im Management werden (und dies nicht nur Lippenbekenntnisse sind), desto mehr spricht das für Frauen in der Chefetage (oder weniger männliche Chefs).



Pingback: „Der E-Test – So finden Sie heraus, ob Ihr Gegenüber ein Egomane ist“ auf karrierebibel.de – Jeden Tag mehr Erfolg!