Job-AutoritätKompetenz im Job ist eine feine Sache: Man kann sich auch mal ahnungslos stellen – umgekehrt wird das bedeutend schwieriger. Aber auch sonst bringt fundiertes Fachwissen einige Vorteile mit sich: Es führt zu natürlicher Autorität und einigen Belohnungen in Form von größerer Jobkontrolle und -zufriedenheit, eventuellen Beförderungen und natürlich mehr Gehalt. Jetzt der Haken: Laut einer gerade erschienenen Studie der Universität von Toronto profitieren Männer von ihrer Jobautorität deutlich mehr als Frauen.

Der Leiter der Untersuchung, der Soziologe Scott Schieman, wertete dazu zahlreiche Daten einer groß angelegten Arbeitsstudie in Kanada aus. Dabei verglichen er und seine Kollegen vor allem die Aussagen der Arbeitnehmer zu ihrem Einkommen und dem Ausmaß ob und wie sie andere bei der Arbeit beeinflussten, führten oder anleiteten. Kurz: Sie verglichen Autorität und Autonomie im Job mit der Bezahlung.

Tatsächlich war die wenig überraschende Annahme, dass alle drei Punkte positiv miteinander korrelieren. Umso überraschender war, dass dies zwar für jung und alt gleichermaßen, nicht aber für Männer und Frauen gilt.

Was die Wissenschaftler stattdessen feststellten: Zunächst einmal gaben 24 Prozent der Männer, aber nur 16 Prozent der Frauen an, so etwas für Führungskompetenz (im Sinne von dürfen, nicht können!) zu besitzen. Und je mehr Macht und Einfluss die Männer besaßen, desto freier fühlten sie sich bei ihren Entscheidungen oder dabei, Einfluss auf ihre tägliche Arbeit nehmen zu können. Oder anders gesagt: Sie fühlten sich autonomer und bekamen dafür auch noch mehr Geld. Die Frauen auf gleicher Ebene jedoch nicht beziehungsweise auf deutlich niedrigerem Level.

Warum das so ist, sagt die Studie leider nicht.