Auch so ein ewiger Student? Was früher eher despektierlich gemeint war, wird inzwischen zur Alltagsrealität: Mit dem Trend zum berufsbegleitenden Studium absolvieren immer mehr Studenten das Studium in Ihrer – oft knapp bemessenen – Freizeit, neben Teil- oder Vollzeit-Job. Die Gründe dafür sind Legion: Die Bandbreite reicht von Selbstverwirklichung über eine vom Arbeitgeber geforderte Weiterqualifizierung bis hin zur Hoffnung auf neue Karrierechancen oder einem Branchenwechsel.

Für einige der Teilzeitstudenten ist es das erste Studium, andere kehren bereits zum zweiten oder dritten Mal an die Universität oder Fachhochschule zurück. Letztere werden die Fallstricke und wichtigen Themen kennen, wer hingegen sein erstes berufsbegleitendes Studium beginnt, hat in der Vorbereitung einiges zu beachten. Auch dann, wenn Sie bereits ein Vollzeitstudium absolviert haben. Denn Ihre Lebens- und Studiensituation verändert sich mit einem Vollzeitjob grundlegend, nicht nur organisatorisch.

Ordnen Sie Ihre Prioritäten!

Nach der Auswahl Ihres Studienganges und des passenden Anbieters sollte Sie sich zuerst Gedanken über Ihre Prioritäten machen und diese neu ordnen. Denn wenn Sie nicht gerade ein komplett langweiliges und ruhiges Privatleben ohne jede Verpflichtung und Projekte führen, wird ein Teil Ihre bisherigen Aktivitäten hinter dem berufsbegleitenden Studium zurückstehen müssen. Besprechen Sie Ihren Plan daher bitte ausführlich mit Ihrer Familie und den für Sie wichtigen Menschen. Stellen Sie sicher, dass Sie sich auf die Unterstützung von Seite verlassen können. Nur dann haben Sie den Kopf für das Studium frei.

Holen Sie Ihren Arbeitgeber ins Boot!

Im besten Fall finanziert Ihr Arbeitgeber das gesamte Studium, das dürfte jedoch selten der Fall sein. Allerdings kommen viele Arbeitgeber motivierten Arbeitnehmer bei der Weiterbildung entgegen und bieten zumindest die Freistellung oder eine Arbeitsentlastung für das Studium an. Auch ein zeitlich befristetes Reduzieren der Arbeitszeit ist denkbar. Sollte Ihr Arbeitgeber Ihnen das Studium jedoch komplett finanzieren wollen, wird daran meist die Bedingung geknüpft sein, dass Sie einige Zeit – in der Regel zwischen zwei und fünf Jahre – im Betrieb bleiben müssen. Kündigen Sie früher, müssen Sie oft einen Teil oder die gesamten Kosten des Studiums zurückzahlen. Einerseits bietet Ihnen eine solche Regelung eine gewisse Arbeitsplatzsicherheit, andererseits müssen Sie sich überlegen, ob Sie sich wirklich so lange an einen Arbeitgeber binden wollen.

Planen Sie realistisch!

Sie können es wahrscheinlich schon nicht mehr hören, doch eine realistische Planung ist für Ihr berufsbegleitendes Studium mindestens ebenso wichtig wie für Ihre Arbeit. Die Betonung liegt hier auf realistisch. Wenn Ihr Studium oder Ihre Ausbildung beispielsweise einige Jahre zurückliegen, können Sie nicht erwarten, von heute auf morgen problemlos stundenlang zu lernen. Planen Sie daher entsprechend mehr Zeit für Ihre Lernphasen ein. Außerdem können Sie – bei aller Recherche im Vorfeld – die Anforderungen und das Arbeitspensum des Studiums nicht einschätzen. Einer Überforderung können Sie hier nur durch ausreichende Pausen und Pufferzeiten vorbeugen.

Genießen Sie es!

Bei aller Arbeit, Organisation und garantiert aufkommenden Lernstress: Genießen Sie das Studium und die neuen Erfahrungen. Schließlich soll das Studium Sie nicht nur im Hinblick auf Ihre Qualifikation, sondern auch persönlich weiterbringen. Wenn Sie dann noch Ihr Ziel und Ihre Gründe für das Studium im Auge behalten, steht einem erfolgreichen Schritt auf der Karriereleiter nichts mehr im Wege.