Frauen und Business Schools – eine schwierige Konstellation. Offenbar absolvieren ein Drittel weniger Frauen einen MBA als Männer. Das haben auch die Managerschmieden selbst erkannt und schaffen nun Abhilfe, allen voran die Harvard Business School, indem sie die Aufnahmebedingungen für Frauen vereinfacht.
Die Begründung dafür ist die biologische Uhr der Frauen. So wollen wohl immer mehr Frauen in den USA noch vor ihrem 35. Lebensjahr Kinder bekommen. Denn in diesem Alter stehen sie in einer entscheidenden Phase für ihre Karriere, die Gründung einer Familie würde sie im Wettbewerb zu den Männern deutlich zurückwerfen. Da man aber mit seiner Biouhr schlecht verhandeln kann, heiraten und bekommen viele ihre Kinder bevor sie 30 sind. Ein schlechtes Timing für die Ausbildung: Zu dem Zeitpunkt verfügen Frauen nur selten über die erforderliche Berufserfahrung und ersten Führungskompetenzen, die Top-Business-Schools bei ihren Bewerbern üblicherweise voraussetzen. Die Folge: Weniger Frauen auf den Schulbänken.
Vorbei. Um für Frauen attraktiver zu werden, erlaubt Harvard nun weibliche Bewerberinnen mit nur zwei Jahren Berufserfahrung. Für Penelope Trunk ist dies zugleich ein deutliches Signal zweier grundlegender Veränderungen der Arbeitswelt:
- Frauen müssen sich zunehmend weniger zwischen ihrer biologischen Uhr und ihrer Karriere entscheiden.
- Auch die Business Schools erkennen immer mehr die Bedeutung der Frauen als künftige Führungskräfte.



nimue
frauen müßten nicht entweder-oder leben, wenn männer sich leichter vom alten paar-image verabschieden würden und auch mal den hausmann machen.
ich habe vor einiger zeit eine dokumentation über studierte frauen gesehen, der großteil konnte die karriere nach der geburt ihres kindes knicken, weil sie nicht mal einen fuß in die tür bekommen haben, was zur folge hat, das der anteil der alleinerziehenden mütter unter den ALG II-Empfängern einen überdurchschnittliche hohen akademikeranteil hat.
im gegenzug wird aber rumgemotzt, daß die deutschen zu wenig babies machen.
wenn frau aber mit 40 noch keine kinder hat, muß sie sich aber auch komische fragen anhören.
derherold
Vollkommen korrekt – Frauen müssen (nix Konjunktiv) nicht *Entweder-oder* leben.
Sollte wirklich die super-duper-mega-begabte, mit großem Karrierepotential ausgestatte Frau schwanger werden, dann ist genügend Schotter im Haushalt um belastende Tätigkeiten out-zu-sourcen.
Daß ein überproportional hoher Anteil von Akademikerinnen als alleinerziehende Mütter ALGII empfängt, hängt weniger mit dem Status “Mutter” zusammen als mit dem Studienfach. Kleine Analyse am Rande: Wenn Akademikerinnen weniger Geburten aufzuweisen haben und gleichzeitig(!) überproportional *alleinerziehend* sind, ließe dies ganz andere Schlüsse zu. :)
Im übrigen würde ich nicht immer von “Karriere” sprechen – rd. 70% aller AkademikerInnen sind mit Mitte 30 am Ende der Fahnenstange.
P.S. Das *Hausmann-Modell* mag im Einzelfall funktionieren, allerdings sollte sich jeder Mann darüber im klaren sein, daß die Wahrscheinlichkeit, von seiner besser-verdienenden Freundin/LAV/Ehefrau mit einem Nicht-Hausmann betrogen zu werden, dramatisch ansteigt – ich vermute mal um den Faktor 12. ;)