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MBA Ranking: Das sind MBAs in Deutschland wert

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Der Master of Business Administration – kurz MBA – stand in Deutschland bei der Einführung unter enormer Kritik. Einige Kritikpunkte sind bis heute berechtigt, so handelt es sich bei nicht wenigen deutschen MBA-Programmen eigentlich um reguläre Master-Studiengänge, denen einfach ein neues – und finanziell lohnendes – Label übergestülpt wurde. Dennoch hat sich der MBA auch in der deutschen Bildungslandschaft etabliert. Ein Indiz dafür ist die wachsende Zahl echter MBA-Programme, die ihren Schwerpunkt tatsächlich auf die Vermittlung und Ausbildung von Management- und Führungskompetenzen legen. Der Wert deutscher MBA-Programme ist jedoch, vor allem im internationalen Vergleich, nicht immer ganz klar.

Zulassungsvoraussetzungen für internationale MBAs

CGinspiration/shutterstock.comWollen Sie sich für ein internationales MBA-Programm bewerben, stehen Ihnen in der Regel zwei Tests bevor. Beim Test of English as a Foreign Language – kurz TOEFL – geht es um Ihre Englischkenntnisse. Der Test stellt vor allem sicher, dass Ihre Sprachkenntnisse gut genug sind, um den meist in Englisch durchgeführten Vorlesungen folgen zu können.

Beim zweiten Test handelt es sich um den Graduate Management Admission Test – kurz GMAT – der eine Art Stressprüfung darstellt. Er soll primär prüfen, ob Sie als Student gut genug organisiert sind und auch unter dem Druck des MBA-Programms lernen können. Beide Tests mögen gehören bei den meisten MBA-Programmen zum Standard.

MBA-Rankings: Vergleichbarkeit in Maßen

 Slaven Devic/123rfDas Hauptproblem: Es gibt es verschiedene internationale MBA-Rankings, die jeweils auf eigenen und völlig unterschiedlichen Ansätzen und Kriterien basieren. Während manche Anbieter vor allem das Alter der MBA-Programme und die Zahl der erfolgreichen Absolventen als Kriterium heranziehen, legen andere vor allem Wert auf die fachliche Ausgestaltung des MBA-Programms.

Die Financial Times ist eine der Institutionen, die jährliche MBA Rankings herausgeben. Da bei diesem Ranking die Anerkennung der Abschlüsse und Programme bei Unternehmen und die fachliche Qualität des Studiums eine wichtige Rolle spielen, haben wir im Folgenden die zehn besten MBA-Schools des MBA Rankings 2014 aufgeführt. Das gesamte Ranking finden Sie auf der Homepage der Financial Times.

Die Top MBA-Schools 2014

  1. Harvard Business School
    Land: USA, Gehaltsaussichten*: 178,300
  2. Stanford Graduate School of Business
    Land: USA, Gehaltsaussichten*: 184,566
  3. London Business School
    Land: Vereinigtes Königreich (UK), Gehaltsaussichten*: 156,553
  4. University of Pennsylvania: Wharton
    Land: USA, Gehaltsaussichten*: 170,472
  5. Columbia Business School
    Land: USA, Gehaltsaussichten*: 164,181
  6. Insead
    Land: Frankreich, Singapur, Gehaltsaussichten*: 148,183
  7. Iese Business School
    Land: Spanien, Gehaltsaussichten*: 143,168
  8. MIT: Sloan
    Land: USA, Gehaltsaussichten*: 157,262
  9. University of Chicago: Booth
    Land: USA, Gehaltsaussichten*: 156,004
  10. Yale School of Management
    Land: USA, Gehaltsaussichten*: 150,880

(* durchschnittliches Jahresgehalt der Absolventen in Dollar)

Checkliste für die MBA-Wahl

Die Vielzahl der MBA-Programme macht die Wahl des individuell passenden Angebots nicht unbedingt einfacher. Unsere folgende Checkliste fasst in Kürze zusammen, worauf Sie vor dem Start in ein Programm, oder vor der Bewerbung, achten sollten. Die ausführliche Version der Checkliste finden Sie hier.

[ ] Ich habe das Lehrprogramm überprüft und es erfüllt meine persönlichen Ausbildungswünsche.
[ ] Ich habe mich gezielt auf den GMAT vorbereitet und weiß um seine Bedeutung als wichtigstes Aufnahmekriterium.
[ ] Ich habe Vor- und Nachteile eines Vollzeit-/ Teilzeit-/ Fern-MBAs überprüft.
[ ] Ich habe neben den Studiengebühren und indirekten Kosten für Lehrmaterial auch eventuell anfallende Opportunitätskosten eingeplant.
[ ] Ich habe eine Programm mit hohem Altersdurchschnitt gewählt, um von den Teilnehmer lernen zu können.
[ ] Ich habe ein Programm mit sehr begrenzter Teilnehmerzahl gewählt, um die Nähe zu Dozenten zu sichern.
[ ] Ich habe mich für das Programm entschieden, weil ich die Qualifikation der Dozenten schätze.
[ ] Ich habe mit ehemaligen Absolventen gesprochen, die mich in meiner Entscheidung bestärken konnten.
[ ] Ich habe mich um Referenzen durch meinen Arbeitgeber oder Kollegen bemüht, um diese der Bewerbung beilegen zu können.
[ ] Ich habe meine Bewerbung bereits zur ersten von vier Bewerbungsphasen vollständig eingereicht, um die besten Chancen zu haben.

Deutsche MBA-Programme: Zwei Mal unter den Topp 100

Ollyy/shutterstock.comAuf den ersten Blick fällt auf, dass sich in der Tabelle kein deutsches MBA-Programm wiederfindet. Der erste – von zwei – deutschen MBA-Anbieter im Ranking der Financial Times findet sich mit der Mannheim Business School auf Rang 66 wieder. Der zweite deutsche Vertreter ist die ESMT – European School of Management and Technology auf Platz 89. Auch wenn das Ergebnis ernüchternd aussieht, stellt es im Vergleich zu 2013 ein Verbesserung dar. Denn im letzten Jahr war die Mannheim Business School noch allein im Ranking vertreten.

Wie bereits erwähnt spielt bei der Bewertung der MBA-Programme auch das Alter der Angebote eine Rolle. Deutsche MBAs waren daher bisher einfach zu neu und nicht ausreichend etabliert, um Einzug in die großen internationalen Rankings zu finden. Doch das hat sich in den letzten Jahren geändert. Daher haben wir verschiedene Rankings – unter anderem von der US-amerikanischen Business Week, dem Forbes Magazin oder dem Wall Street Journal – verglichen und dabei festgestellt, dass es durchaus deutsche MBA-Programme in den verschiedenen Rankings gibt.

Bei den Anbietern handelt es sich um:

Ein Ranking der Anbieter untereinander ist aus unserer Sicht zum jetzigen Zeitpunkt nicht sinnvoll, da sie bei verschiedenen internationalen Rankings unterschiedliche Ränge belegen. Dass sie jedoch überhaupt in den internationalen Listen auftauchen zeigt, dass deutsche MBAs langsam aber sicher auch international Anerkennung finden.

Angehende MBA-Studenten, die sich mit ihrem Abschluss vor allem international orientieren wollen, können sich bei den oben genannten Anbietern auf eine gewisse Reputation verlassen. Das soll andere deutsche MBA-Programme jedoch keinesfalls abwerten. In den kommenden Jahren werden voraussichtlich weitere deutsche Anbieter den Sprung in die Rankings schaffen. MBA-Studenten sollten die verschiedenen Angebote daher individuell prüfen und auf Grundlage ihrer individuellen Situation entscheiden.

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Mehr Tipps zu MBA-Programmen und dem Studium allgemein finden Sie hier:

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