Meister Bafög zurückzahlen Meister Bafög Antrag
Das Gesetz zur Förderung der Aufstiegsfortbildung (AFBG), kurz Meister-Bafög, wird in regelmäßigen Abständen reformiert. Zuletzt stiegen ab dem 1. August 2016 die Fördersätze für jene, die sich zum Handwerks- oder Industriemeister, zum Techniker oder Betriebswirt weiterbilden wollen. Besonders Familien sollen profitieren, aber auch Studenten. Karrierebibel sagt Ihnen, wie Sie an das Meister-Bafög kommen.

Meister-Bafög Antrag: Voraussetzungen

Das Meister-Bafög gibt es seit 1996, nach Regierungsangaben nehmen es jährlich rund 170.000 Menschen in Anspruch. Vorrangiges Ziel: Mehr Anreize zur Weiterbildung schaffen (gerade auch jenseits der Universität) und zu Existenzgründungen ermutigen, um seinerseits selbst Ausbildungsplätze zu schaffen.

Gefördert werden durch das Aufstiegsfortbildungsförderungsgesetz (AFBG), so der offizielle Titel, Handwerker und andere Fachkräfte, die sich zu Handwerks- oder Industriemeistern, Technikern, Betriebswirten oder staatlich geprüften Erziehern fortbilden.

Die Förderung erfolgt teils als Zuschuss, teils als zinsgünstiges Darlehen der Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW). Eine Altersgrenze gibt es nicht. Das Meister-Bafög beziehungsweise Aufstiegs-Bafög können auch die beantragen, die keine abgeschlossene Berufsausbildung haben.

Voraussetzung dafür: Sie müssen über eine mehrjährige Berufspraxis verfügen und der angestrebte Abschluss passt zu dieser beruflichen Erfahrung.

Auch Ausländer sind unter bestimmten Bedingungen förderungsberechtigt:

  • Der ständige Wohnsitz muss in Deutschland sein.
  • Sie verfügen über einen entsprechenden Aufenthaltstitel/Daueraufenthaltserlaubnis.
  • Sie halten sich bereits 15 Monate rechtmäßig in Deutschland auf und sind erwerbstätig gewesen (dazu zählt auch eine Berufsausbildung).

Meister-Bafög: Wer ist berechtigt?

Bislang musste, wer die Förderung in Anspruch nehmen wollte, über eine anerkannte, abgeschlossene Berufsausbildung oder einen vergleichbaren Berufsabschluss verfügen. Er oder sie durfte allerdings noch keinen Berufsabschluss haben, der dem angestrebten vergleichbar wäre, zum Beispiel einen Hochschulabschluss.

Diese Bedingung wurde nun durch die Gesetzesnovelle gelockert. Damit können das Meister-Bafög jetzt auch Bachelor-Studenten und Studienabbrecher beantragen. Der angestrebte Abschluss muss aber über dem Niveau einer Facharbeiter-, Gesellen-, Gehilfenprüfung oder eines Berufsfachschulabschlusses liegen. Konkret kann es sich dabei zum Beispiel handeln um Fortbildungen zum...

Dabei spielt es keine Rolle, ob die Fortbildung in Vollzeit, Teilzeit, schulisch oder außerschulisch, durch Fernunterricht etwa, erfolgt. Allerdings sind bestimmte Bedingungen an die Ausbildungsfortbildung geknüpft, um die Qualität zu gewährleisten:

  • Mindestdauer

    Die Fortbildung muss mindestens 400 Unterrichtsstunden umfassen.

  • Vollzeit

    Bedeutet, dass die Fortbildung je Woche mindestens 25 Unterrichtsstunden an vier Werktagen stattfinden sollte und insgesamt nicht länger als drei Jahre dauern darf.

  • Teilzeit

    Hier beträgt der Umfang monatlich im Durchschnitt mindestens 18 Unterrichtsstunden und darf insgesamt nicht länger als vier Jahre dauern.

  • Fernlehrgänge

    Sind als Teilzeitmaßnahme förderfähig, wenn sie die Förderungsvoraussetzungen des AFBG erfüllen und zusätzlich den Anforderungen des Fernunterrichtsschutzgesetzes entsprechen.

  • Mediengestützte Lehrgänge

    Sind förderfähig, wenn sie durch Präsenzunterricht oder eine diesem vergleichbare verbindliche mediengestützte Kommunikation im Umfang von mindestens 400 Stunden ergänzt werden. Außerdem bedarf es regelmäßiger Erfolgskontrollen. Reine Selbstlernphasen hingegen werden nicht gefördert.

Prinzipiell werden nur solche Aufstiegsfortbildungen mit Meister-Bafög gefördert, die bei zertifizierten Anbietern stattfinden und über ein entsprechendes Qualitätssicherungssystem verfügen.

Meister-Bafög: Diese Leistungen stehen Ihnen zu

Zum 1. August 2016 wurden diverse finanzielle Leistungen im Bereich des Meister-Bafögs erhöht. Den Bund wird die Erweiterung des Meister-Bafögs nach eigenen Schätzungen rund voraussichtlich 37,50 Millionen Euro im Jahr 2017 kosten. Davon entfallen auf die Länder etwa 8,25 Millionen Euro. Sie als Antragssteller erhalten folgende Leistungen:

  • Unterhaltsbeitrag

    Der reguläre Fördersatz steigt für Alleinstehende von 697 Euro auf 768 Euro pro Monat. Davon werden nun 333 Euro als Zuschuss gezahlt (bislang: 238 Euro), der Rest wird als KfW-Darlehen gewährt. Für Alleinerziehende steigt der Gesamt-Fördersatz von 907 Euro auf 1.003 Euro, für Verheiratete mit einem Kind von 1.122 Euro auf 1.238 Euro und für Verheiratete mit zwei Kindern von 1.332 Euro auf 1.473 Euro.

  • Familien

    Vor allem Familien mit Kindern sollen stärker profitieren. Daher steigt für Kinder der Zuschussanteil überproportional von 40 auf 55 Prozent, für alle anderen (Teilnehmer, Ehegatten) auf 50 Prozent. Ein Verheirateter mit zwei Kindern erhält also nun einen Zuschuss von 711 Euro (bislang: 448 Euro). Alleinerziehende erhalten zudem einen Kinderbetreuungszuschlag, der unabhängig vom Einkommen gezahlt wird. Er wurde von 113 Euro auf 130 Euro angehoben.

  • Zuschuss

    Der maximale Zuschuss für die Lehrgangs- und Prüfungskosten wird von 10.226 Euro auf 15.000 Euro erhöht. Der Zuschuss für das "Meisterstück" steigt von 1.534 Euro auf 2.000 Euro.

  • Erfolgsbonus

    Der Erfolgsbonus für das erfolgreiche Bestehen der Abschlussprüfung wird von 25 auf 40 Prozent erhöht. Das bedeutet: 40 Prozent des Restdarlehens für Lehrgangs- und Prüfungskosten müssen nicht zurückgezahlt werden.

  • Studenten

    Bachelor-Absolventen können einen Zugang zur Förderung bekommen, wenn Sie zusätzlich einen Meisterkurs oder eine vergleichbare Fortbildung machen wollen. Auch Personen ohne abgeschlossene Berufsausbildung sollen gefördert werden, zum Beispiel Studienabbrecher.

  • Freibeträge

    Die Vermögensfreibeträge steigen um rund 10.000 Euro auf 45.000 Euro pro Teilnehmer. Für Ehepartner und Kinder werden sie von 1.800 Euro auf 2.100 Euro erhöht. Auch die Einkommensfreibeträge klettern nach oben. Für die Geförderten sind 290 Euro pro Monat frei.

Meister-Bafög: Formblatt A bis Z

Meister Bafög Formblatt f Meister Bafög Formblatt a Meister Bafög beantragen Aufstiegs Bafög AntragWer Meister-Bafög beziehungsweise Aufstiegs-Bafög beantragen möchte, muss dafür einen entsprechenden Meister-BAföG Antrag einreichen.

Dieser Meister-Bafög Antrag besteht aus sieben Formblättern (A bis G), die Sie als PDF-Dokument hier herunterladen oder bei den zuständigen Ämtern bekommen können.

Unter der kostenlosen AFBG-Hotline 0800/6 22 36 34 erfahren Sie, welche Behörde für Sie zuständig ist. Die Zahlung des Meister-Bafög beginnt gleichzeitig mit der Aufstiegsfortbildung.

Abhängig von Ihren persönlichen Lebensverhältnissen sind folgende Formblätter für Sie relevant:

Meister-Bafög: Beantragen und zurückzahlen

  • Sie müssen Ihren Antrag schriftlich an die nach Landesrecht zuständige Behörde richten, also normalerweise an das kommunale Amt für Ausbildungsförderung an Ihrem Wohnsitz.
  • Der Antragsprozess soll für Sie nun ebenfalls einfacher werden, denn die Länder werden verpflichtet, ab dem 1. August ein elektronisches Antragsverfahren bereitzustellen.
  • Beantragen Sie die Förderung möglichst früh, denn eine rückwirkende Förderung ist nicht möglich. Empfohlen wird, den Meister-Bafög Antrag mindestens 12 Wochen vor Beginn des Lehrgangs zu stellen.
  • Nach Hälfte der Fortbildung müssen Sie als Teilnehmer einen Teilnahmenachweis erbringen, der vom Bildungsträger ausgestellt wird.
  • Es besteht zusätzlich zum Meister-Bafög die Möglichkeit, einen Zuschuss für die Prüfungsvorbereitungsphase erhalten. Dazu ist allerdings beim Meister-Bafög ein gesonderter Antrag erforderlich (siehe Kasten).
  • Die Rückzahlung wird zwei Jahre nach dem Ende der Fortbildungsmaßnahme, spätestens jedoch sechs Jahre nach dem Beginn des ersten Maßnahmeabschnitts der Aufstiegsfortbildung fällig.
  • Es gibt die Möglichkeit der Stundung des Darlehens, allerdings müssen dafür bestimmte Kriterien gegeben sein: Es wird ein Kind bis zum zehnten Lebensjahr betreut beziehungsweise ein behindertes Kind gepflegt und die wöchentliche Arbeitszeit beträgt nicht mehr als 30 Stunden. Darüber hinaus darf das Einkommen folgende Beträge nicht übersteigen (§ 18a BAföG):

    • Förderungsberechtigter: 1.145 Euro
    • Ehegatte: 570 Euro
    • pro Kind: 520 Euro

Grundsätzlich ist die Berechnung Ihres individuellen Fördersatzes eine recht komplizierte Angelegenheit. Sie finden HIER vier Förderbeispiele, an denen Sie sich orientieren und die Sie mit Ihrer Lebenssituation abgleichen können.

Das Bundesministerium für Bildung und Forschung hat HIER einen Meister-Bafög Rechner zur Verfügung gestellt.

Die Berechnungen gelten allerdings für solche Aufstiegsfortbildungen, die nach dem 1. August 2016 beginnen. Sofern Sie Ihre Maßnahme bereits vor dem 1. August 2016 begonnen oder abgeschlossen haben, gelten bei den Fördersätzen, Freibeträgen und Zuschussanteilen unter Umständen andere Bedingungen.

Auskunft erteilen Handwerkskammern, Bezirksregierungen oder natürlich auch das Bundesministerium für Bildung und Forschung.

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