Menschenkenntnis Test
Haben Sie eine gute Menschenkenntnis? Natürlich, mir fällt es leicht, andere Menschen einzuschätzen! Würden Sie auch so antworten? Dann gehören Sie zu der deutlichen Mehrheit. Niemand behauptet von sich selbst, er hätte große Probleme damit, einen anderen Menschen zu beurteilen oder würde sich gar irren. Stattdessen wird munter drauf los behauptet, dass man den Charakter neuer Kontakte lesen könne wie ein Buch. Leider stimmt diese Selbsteinschätzung in vielen Fällen nicht mit der Realität überein. Schuld sind Wahrnehmungsfehler, die unbewusst ablaufen. Wieso wir unsere Menschenkenntnis überschätzen, ob man diese lernen kann und ein Test, um Ihre Fähigkeiten zu überprüfen...

Menschenkenntnis: Eine kurze Definition

Viele bescheinigen sie sich selbst, fast jeder bezeichnet sie als wichtige Qualifikation und doch lässt sie sich nur schwer nachweisen: Über Menschenkenntnis wird viel gesprochen, doch zuallererst muss der Begriff an sich geklärt werden. Viele glauben, Menschenkenntnis sei die Fähigkeit, den Charakter eines anderen zu beurteilen. Das ist aber nur die halbe Wahrheit.

Eine kurze Definition von Menschenkenntnis könnte lauten: Die Fähigkeit, anhand des ersten Eindrucks den Charakter, die Absichten und das zukünftige Verhalten korrekt zu interpretieren und zu beurteilen.

Kein Wunder, dass Menschenkenntnis eine geschätzte Qualifikation ist. Aber auch umso unwahrscheinlicher, dass tatsächlich so viele Menschen angeblich darüber verfügen. Doch woher kommt unsere falsche Einschätzung über die eigene Menschenkenntnis?

Menschenkenntnis: Warum glauben wir, einen Menschen zu kennen?

Wir lernen einen Menschen kennen, machen uns innerhalb von Sekunden ein Bild von diesem und anschließend scheint dieses für alle Zeit in Stein gemeißelt. Man verfügt ja schließlich über Menschenkenntnis, da kann man sich wohl kaum in einem anderen Menschen geirrt haben. So oder zumindest so ähnlich erscheint es zumindest in vielen Fällen.

In der Realität sieht die Sache aber leider ganz anders aus. Wir liegen mit unseren Einschätzungen nicht nur immer wieder daneben - anschließend wollen wir diesen Fehler nicht einmal wahrhaben. Doch bevor Sie sich für diese Schande in Grund und Boden schämen: Sie können nur bedingt etwas dafür, denn dieser Prozess läuft unbewusst im Gehirn ab.

Schuld daran ist der sogenannte Bestätigungsfehler. Soll heißen: Wir sehen unser erstes Urteil immer wieder bestätigt, während widersprüchliches Verhalten unbewusst ausgeblendet wird. Das Resultat des Vorgangs: Der wahre Charakter des Gegenübers bleibt möglicherweise unerkannt, doch die Meinung über die eigene Menschenkenntnis bleibt unangetastet.

Diese Fehler verzerren die Menschenkenntnis

Diese Fehler verzerren die MenschenkenntnisDer Bestätigungsfehler ist allerdings nicht der einzige Fehler, durch den das Bild der eigenen Menschenkenntnis verzehrt wird. Das menschliche Gehirn ist besonders gut darin, sich selbst auszutricksen.

Besonders anfällig sind die meisten Menschen für...

  • den Rückschaufehler.

    Wahrscheinlich ist fast jeder von Ihnen diesem Fehler schon einmal aufgesessen. Erinnern Sie sich noch daran, wann Sie das letzte Mal "Ich hab es doch vorher gewusst" gedacht haben? Vermutlich haben Sie genau das eben nicht! Der Mensch neigt dazu, seine einstige Vorhersage anzupassen, sobald er das tatsächliche Ergebnis kennt.

  • den Attributionsfehler.

    Wer sich ein Bild von einer anderen Person macht, lässt dabei die äußeren Umstände außer Acht. Ein neuer Kontakt hat keine Zeit und vertröstet Sie auf einen späteren Zeitpunkt. Sofort entsteht der Eindruck des arroganten und unfreundlichen Einzelgängers. Die Umstände werden hingegen nicht betrachtet. Möglicherweise ist er ein liebevoller Vater, der mit seiner Tochter zum Arzt muss.

    Besonders gemein beim Attributionsfehler: Für die eigene Person dreht er sich um. Soll heißen: Eigenes Fehlverhalten wird regelmäßig auf äußere Umstände geschoben.

Menschenkenntnis Test: Wie gut durchschauen Sie andere?

Menschenkenntnis Test: Wie gut sind Sie?Da Sie nun wissen, dass man seiner Einschätzung über die eigene Menschenkenntnis nicht trauen kann, wird es Zeit, Ihnen auf den Zahn zu fühlen. Zu diesem Zweck haben wir einige Fragen für Sie vorbereitet und würden Sie bitten, sich jeweils zu merken, welche Antwortmöglichkeit Sie am häufigsten gewählt haben. Am Ende führt dieser Buchstabe Sie zu Ihrer Auflösung des Tests.

Denken Sie bitte daran: Dieser Test hat keinen wissenschaftlichen Anspruch. Es geht lediglich darum, Ihnen eine Orientierung zu bieten. Viel Spaß und denken Sie daran, ehrlich zu antworten. Es steht nicht im Fokus, möglichst gut abzuschneiden, sondern zu erfahren, wie gut Ihre Menschenkenntnis ist.

Selbsttest zur Menschenkenntnis

1. Wie lange benötigen Sie, um drei Ihrer Stärken und Schwächen aufzulisten?

  • Da müsste ich kurz drüber nachdenken, doch nach ein paar Minuten wäre ich fertig. (A)
  • Bei so etwas bin ich ganz schlecht. Das könnte dauern. (C)
  • Mit dem Thema hab ich mich schon oft befasst. Kann sofort losgehen. (B)

2. Worauf achten Sie zuerst, wenn Sie eine neue Person kennenlernen?

  • Ich mache mir ein Gesamtbild. Dazu gehört neben dem Gespräch auch die Körpersprache und die Kleidung. (B)
  • Ich habe oft bereits vorher ein Bild durch die Informationen, die ich von anderen erhalte. (C)
  • Ich höre genau zu, was gesagt wird. So kann mir nichts entgehen und ich bekomme alles mit. (A)

3. Ihr Gesprächspartner kann seine Hände kaum still halten und spielt sich immer wieder an den Haaren. Was bedeutet das?

  • Ihm scheint langweilig zu sein. Vielleicht interessiert ihn das aktuelle Thema nicht. (A)
  • Er ist eindeutig nervös. Ein neuer Gesprächspartner setzt ihn scheinbar unter Druck. (B)
  • Das hat nichts zu bedeuten. Er weiß nur nicht, was er mit seinen Händen anfangen soll. (C)

4. Auf einem Event bieten sich viele Möglichkeiten. Mit welchen Menschen kommen Sie in Kontakt?

  • Leider immer mit den Falschen. Oft sind mir diese anschließend unsympathisch. (C)
  • Das ist sehr verschieden. Mal sind es spannende Gespräche, mal suche ich nach kurzer Zeit das Weite. (A)
  • Ich habe eigentlich immer das Glück, auf Anhieb die richtigen Kontakte zu knüpfen. (B)

5. Wenn Sie Ihren Beruf und Ihr privates Leben beurteilen müssten: Haben Sie viel mit anderen Menschen zu tun?

  • Ja, gerade im Beruf und in meinem Sportverein komme ich fast täglich mit neuen Menschen in Kontakt. (B)
  • Im Büro treffe ich natürlich meine Kollegen, sonst hält es sich in Grenzen. (A)
  • Nee, ich arbeite lieber allein und habe nach Feierabend gerne meine Ruhe. (C)

Testergebnisse: Hier geht's zur Auflösung

Über die folgenden Links kommen Sie zu Ihren persönlichen Ergebnissen:

Menschenkenntnis: Kann man sie lernen?

Menschenkenntnis ist keine Fähigkeit, die von Geburt an besteht. Vielmehr entwickelt sie sich über die Jahre hinweg und kann somit auch erlernt werden. Ganz so einfach ist das jedoch nicht, denn es gibt keinen Aufgabenkatalog, den Sie bearbeiten könnten, um anschließend über Menschenkenntnis zu verfügen. Vielmehr entsteht diese als Ergebnis eines langen Prozesses, für den vor allem persönliche Erfahrungen mit anderen Menschen nötig sind.

Diese Tipps können Ihnen dabei helfen, Ihre Menschenkenntnis zu entwickeln.

  1. Selbstbild machen

    Bevor Sie daran gehen, andere Menschen einzuschätzen, sollten Sie zunächst die Kenntnisse über Ihre eigene Person festigen. Was sind Ihre Stärken und Schwächen? Wie wirken Sie nach außen? Nur mit einem gefestigten Selbstbild können Sie Ihre Menschenkenntnis auch auf andere Personen anwenden.

  2. Körpersprache lesen

    Der Großteil der zwischenmenschlichen Kommunikation läuft nicht über Worte, sondern über nonverbale Signale. Für eine gute Menschenkenntnis ist es daher unerlässlich, die Körpersprache Ihres Gegenübers zu verstehen. Dazu gehören beispielsweise die Haltung, Mimik, Gestik oder der Blickkontakt.

  3. Wortwahl verstehen

    Nachdem Sie sich mit der Körpersprache auseinandergesetzt haben, können Sie sich genauer mit dem Inhalt beschäftigen. Argumentiert Ihr Gesprächspartner beispielsweise auf einer sehr sachlichen Ebene oder konzentriert er sich auf emotionale Aspekte? Je mehr Informationen Sie aufnehmen, desto konkreter wird Ihr Bild.

  4. Fehler vermeiden

    Sie kennen nun die oben angesprochenen Fehler, die häufig gemacht werden. Das kann Ihnen dabei helfen, genau diese zu vermeiden. Beziehen Sie die aktuelle Situation und das Umfeld mit in Ihre Einschätzung ein und hinterfragen Sie, ob Ihr anfänglicher Eindruck auch auf Dauer noch korrekt ist.

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