MillenialsMillennials – also die Generation der aktuell 18- bis 33-Jährigen – stellen andere Ansprüche an Arbeitgeber als die Generation vor ihnen. Das ist nun wahrlich keine Überraschung und gilt inzwischen als allgemein bekannt. Wie sehr sich die Erwartungen von Millennilas jedoch von denen älterer Arbeitnehmer unterscheiden und welche überraschenden Entwicklungen dadurch in Unternehmen sichtbar werden, hat eine neue Studie genauer untersucht.

Die Studie wurde von der University of Southern California und der London Business School im Auftrag der Wirtschaftsprüfungs- und Beratungsgesellschaft PwC erstellt. Weltweit wurden insgesamt 44.000 PwC-Mitarbeiter befragt. Wichtig zu wissen: Zwei von drei PwC-Mitarbeitern sind Millennials, die Mehrheit davon Wirtschaftswissenschaftler und Juristen. Die Übertragbarkeit der Ergebnisse auf andere Unternehmen ist daher zweifelhaft, eine Verallgemeinerung verbietet sich von selbst. Dennoch sind in den Ergebnissen der Studie interessante Informationen enthalten.

Flexibilität als generationenübergreifende Erwartung

Dass Millennials für ihren Job weniger Kompromisse eingehen und von vornherein auf ein ausgewogenes Verhältnis von Arbeit und Freizeit achten, dürfte niemand überraschen. Ähnliches gilt auch für die geschwundene Loyalität zum Arbeitgeber. Weniger zu erwarten ist dagegen, dass 62 Prozent der Millennials – 70 Prozent bei den anderen Mitarbeitern – dennoch davon ausgehen, 9 oder mehr Jahre für einen Arbeitgeber zu arbeiten. Jobhopping liegt also nicht im Trend.

Die wirkliche Herausforderung für Arbeitgeber ist allerdings in anderen Bereichen zu finden. Einer der wichtigsten ist – laut Studie – der richtige Umgang mit Feedback. 41 Prozent der befragten Millennials erwarten monatlich Lob für ihre Leistung – eine Erwartungshaltung, die in den wenigsten Unternehmen befriedigt werden dürfte.

Vorhersehbar ist dagegen das Ergebnis im Blick auf räumlich und zeitlich flexible Arbeitsformen: 64 Prozent der Befragten Millennials wollen ab und an von zu Hause aus arbeiten. Die eigentliche Überraschung kommt jedoch erst: Diesen Wunsch teilen 66 Prozent der anderen Mitarbeiter! Das Bedürfnis nach flexiblen Arbeitsformen – wie beispielsweise der Arbeit im Home Office – ist also nicht auf die Generation der Millennials beschränkt. Diese Veränderung könnte Unternehmen – sollte sie denn auch in anderen Unternehmen zu beobachten sein – vor neue Herausforderungen stellen.

Denn hatten Arbeitgeber bisher nur jüngere Arbeitnehmer beim Home Office oder den entsprechenden Schulungen im Blick, könnten jetzt auch ältere Semester nachrücken. Auch gegen das monatliche – und ernst gemeinte – Lob dürften diese Mitarbeiter nichts einzuwenden haben.

Jetzt sind Sie dran: Wie sieht es in Ihrem Unternehmen aus? Können Sie die in der Studie herausgearbeiteten Tendenz dort auch beobachten?