Ganz ehrlich: Ich bin davon überzeugt, dass sich jeder Blogger die Frage irgendwann stellt. Vor allem, wenn er oder sie viel Zeit, Leidenschaft und Mühe in seine Website investiert. Und auch das ist wohl kein Geheimnis: Ein gut geführtes Blog macht eine Menge Arbeit. Und auch wenn es dafür hoffentlich Anerkennung, Feedback und Schulterklopfen gibt (Hater, Trolle und Nörgler gibt’s gratis dazu): Davon allein lässt sich nicht leben. Server müssen gemietet, Blogs designt, Fotos gekauft, Software gewartet, Autoren eventuell bezahlt und Freizeit geopfert werden. Also fragen sich Blogger irgendwann: Kann ich mit dem Schreiben vielleicht auch ein paar Euro verdienen? Und lässt sich so ein Blog vermarkten? Die kurze Antwort: Ja, mit Bloggen lässt sich Geld verdienen, nur nicht mit jedem Blog. Jetzt die lange Antwort…
Der Eine oder Andere hat es vielleicht auf Twitter verfolgt: Ich war vergangene Woche in Berlin auf der re:publica 2012. Dort gab es ebenfalls ein Panel zu diesem Thema. Ich gebe zu, ich war davon wenig begeistert und noch weniger inspiriert. Es wurde viel geredet und wenig gesagt. Leider. Und manchmal wirkten die Diskutanten wie die Blinden unter den Einäugigen, ein bisschen selbstgefällig, aber wenig pragmatisch. Vor allem echte Tipps gab es praktisch keine. Schade.
Geld mit Blogs zu verdienen, ist keine Schande
Dabei ist das alles kein Hexenwerk. In den USA gibt es eine Reihe von Bloggern, die von ihren Blogs längst leben können. Einige sogar recht gut. Und wenn man sich wie ich ab und an mit ihnen unterhält, lautet meist schon die zweite Frage, die sie stellen: How much money do you make with your blog? Geld verdienen mit dem Blog – das ist dort etwas völlig Selbstverständliches. Nichts, wofür man sich schämen müsste. Im Gegenteil. Keiner zweifelt die Unabhängigkeit oder Integrität eines Bloggers an, nur weil auf seiner Seite Werbung geschaltet wird. Warum auch? Etablierte Redaktionen machen das auch – und können auch unabhängig bleiben.
Auch hierzulande gibt es Blogger und Webseitenbetreiber, die davon leben können. Ich inzwischen auch. Die meisten sagen es nur nicht gerne, weil das hierzulande immer gleich so einen Hautgout bekommt. Und natürlich auch, weil viele dann nur noch das erwirtschaftete Geld sehen – nicht aber die viele Arbeit und die Kosten, die dahinter stehen. Noch mal schade! Denn gäbe es mehr Menschen, die davon leben können, gäbe es auch mehr gute Blogs. Die Aussicht, mit seinen Analysen, Kommentaren und Geschichten seinen Lebensunterhalt zu erwirtschaften, ist doch ein guter Anreiz! Nur müsste die Mehrheit eben gönnen können.
Und genau das ist eine der Hürden hierzulande: Deutschland besitzt eine erstaunlich missgünstige (Netz-)Kultur. Wie oft habe ich das schon erlebt: 1000 Follower, 5000 Follower, der 10.000ste Follower auf Twitter – du freust dich über so viel Zuspruch, twitterst das – und prompt entfolgen dich 20 Leute. Nur weil sie dir den Erfolg und die Freude darüber nicht gönnen können. Und mal ehrlich: Nichts anderes ist das. Die Tweets sind dieselben mit 9999 Followern wie mit 10.001. Deswegen ändert keiner sein Programm. Aber was einer vorher nützlich, hilfreich, gut fand, soll mit einem einzigen selbstreferenziellen Schnapszahl-Yeah-Tweet plötzlich unnütz, überflüssig und doof sein? Nein, das ist pure Missgunst. Und typisch deutsch. Und ein Handicap, mit dem wir uns selbst blockieren.
Im Übrigen sehe ich das inzwischen positiv, solche Follower oder Leser zu verlieren. Mit Menschen, die zwar gerne gratis deine Arbeit konsumieren, dir aber den Erfolg nicht gönnen oder immer nur nörgeln, obwohl sie selbst jeden Tag davon profitieren, kannst du nicht wachsen. Die Community auch nicht. Und aus meinen Statistiken weiß ich: Das sind nie die wirklich treuen Leser, die, die mitdiskutieren, konstruktiv kritisieren, auch mal loben oder die Community unterstützen. Es sind immer die anderen. Also kein Verlust. Es sei denn, man versucht mit seinem Blog einen imaginären Beliebtheitswettbewerb zu gewinnen. Aber wer ist schon so naiv?
Aber ich schweife ab. Wie also lässt sich mit einem Blog Geld verdienen?
Ohne diese drei Zutaten geht es nicht
Es sind vor allem drei Zutaten, die ein Blog kommerziell interessant machen:
Ein klares Thema, eine lukrative Zielgruppe. Alle Blogs, die kommerziell erfolgreich sind, agieren letztlich in einer thematischen Nische. Die ist mal größer, mal kleiner. Aber sie haben ein klar abgegrenztes Themengebiet. So wie die Karrierebibel auch. Nur dadurch haben die Blogger auch eine klar definierbare Zielgruppe und Leserschaft. Und nur diese lässt sich wieder über Werbung vermarkten. Gerade sogenannte Affiliates, also provisionsbasierte Anzeigen, funktionieren etwa nur, wenn sie zum Umfeld passen. Kein Mensch würde auf der Karrierebibel ein Affiliate-Banner für Dessous anklicken und darüber seine Unterwäsche bestellen. Warum auch? Es wäre deplatziert. Man muss allerdings dazu sagen: Nicht für alle Themen findet sich ein lukrativer Werbemarkt. Politische Blogs etwa haben es – im Gegensatz zu Fashion- oder Kosmetik-Blogs – diesbezüglich schwer. Wer also wirklich sein Blog vermarkten will, sollte sich nüchtern fragen: Welche Branche hat überhaupt ein Interesse daran, meine Lesergruppe zu erreichen? Gibt es diese nicht, ist alle Mühe letztlich vergebens. Bloggende Coaches und Berater werden wohl kaum andere Coaches und Berater finden, die auf ihrer Seite Werbung schalten wollen. Interessant werden die allenfalls erst durch die schiere Masse ihrer Leserschaft. Was mich zum zweiten Punkt bringt…- Mindestens 1000 Leser am Tag. Die meisten Blogs finanzieren sich über Werbung: Bannerwerbung, Affiliates, zum Teil auch Gastartikel. All das funktioniert aber erst ab einer bestimmten Lesergröße. Und ganz ehrlich: Unter 1000 Lesern am Tag ist ein Blog finanziell uninteressant. Mehr als 100 Euro im Monat kommen dabei selten zusammen. Und selbst davon wird keiner leben können. Das gelingt wiederum erst ab 10.000, eher 20.000 Lesern am Tag. Und die muss man sich mit viel Leidenschaft, Engagement und Durchhaltevermögen erarbeiten. Es hat knapp vier Jahre gedauert, bis die Karrierebibel 10.000 tägliche Leser erreichte, heute sind es rund 20.000. Und inzwischen schreiben hier auch drei (bezahlte) Autoren mit. Dort hin zu kommen, ist kein Spaziergang. Jeder sieht zwar das Ergebnis – kaum einer aber den Weg. Wir veröffentlichen heute am Tag bis zu fünf Artikel. Bei René und seinem Nerdcore drüben sind es gefühlte 20 am Tag. Das ist harte Arbeit. Deshalb muss sich jeder, der mit seinem Blog Geld verdienen will, fragen: Wie viel kann ich überhaupt schaffen, und ist es eigentlich nur ein Hobby von mir oder soll es ein Job werden? Wohlgemerkt: Es gibt viele exzellente Blogs, die ich sehr schätze – eben weil die Autoren allein ihrer Leidenschaft folgen. Und viele sind gut beraten, es dabei zu belassen. Sonst schwindet mit der Kommerzialisierung womöglich der Spaß und damit die Qualität. Geld mit dem Blog zu verdienen, bedeutet schließlich auch, es zu professionalisieren. Das ist dann kein Hobby mehr, sondern mindestens ein Nebenjob. Die Werbekunden erheben Reichweiten-Ansprüche, die Leser wollen täglich frischen Content. Dem muss man sich stellen können und wollen.
- Ein großes, starkes Netzwerk. Der dritte Punkt ist vielleicht der, der in Deutschland das größte Hindernis darstellt. Aktuell jedenfalls. Schon vor einiger Zeit konnte man es in den Deutschen Blogcharts beobachten: Die Blogger verlinken sich immer seltener untereinander. In den USA ist es eher umgekehrt. Früher wiesen A-Blogs hierzulande 2000 oder mehr Backlinks auf, heute reichen schon 271 Backlinks für ein Alpha-Blog. Ich vermute dahinter einen falschen Wettbewerbsgedanken. Er geht ungefähr so: Oha, da gibt es ein noch viel cooleres Blog als meins, und die schreiben auch noch über dasselbe Thema! Besser ich verlinke das nicht, dann stoße ich meine Leser nicht auch noch auf die Konkurrenz – und ich schenke denen keinen Link, damit die nicht noch populärer werden… Riesenfehler! Erstens: Wenn das Blog wirklich cooler, besser, populärer ist, finden es die Leser sowieso. Zweitens: Wer mit Links geizt, wird selber seltener verlinkt und bleibt klein. Als ich damals anfing, die Karrierebibel zu etablieren, gab es schon zahlreiche Karriereblogs. Ich habe dieses Rad mit Sicherheit nicht neu erfunden. Aber ich habe Vieles anders gemacht. Unter anderem habe ich von Anfang an vernetzt und verlinkt: Blogs, die mir gefielen und inhaltlich passten, kamen in die Blogroll (was heute schon wieder Seltenheitswert besitzt); Artikel, die lesenswert waren, wurden zitiert und verlinkt. Das brachte nicht nur Aufmerksamkeit und neue Freunde: Die Leser fanden auch die Karrierebibel immer interessanter. Denn statt selbst mühsam durch das Web zu surfen, um nach den Filetstücken zu suchen, fanden sie diese bei uns. Auch Google schätzte diesen Service und belohnte das Blog mit einem schnell steigenden Pagerank. Ich weiß noch immer von einigen Bloggern in meiner Blogroll, die sich vermutlich eher den Arm ausreißen würden, als die Karrierebibel zu verlinken – weil wir inzwischen größer und populärer sind und mit ihnen angeblich konkurrieren. Nur worum überhaupt? Das Internet ist groß genug für alle! Deshalb bleiben sie auch in unserem “Lesestoff” – weil sie einfach ein gutes Blog machen und mir der Link nicht weh tut. Und genau so sollten Sie es auch machen: Wenn Sie Ihre Nische gefunden haben, finden Sie alle anderen Blogger, die sich dort ebenfalls tummeln und verlinken Sie diese – unabhängig davon, ob die mitziehen oder nicht. DAS ist der wahre Netzwerkgedanke! Davon lebt das Internet – und Ihr Erfolg auch.
Eine Ausnahme gibt es allerdings: Bei Linktausch machen wir kategorisch nicht mit. Wer verlinkt werden möchte, kann uns darauf per E-Mail hinweisen. Wir schauen uns das dann gerne an, aber verlinkt und empfohlen wird nur, wer gefällt. Eine gute Link-Auswahl ist in erster Linie ein Service für Leser. Solange die verlinkte Quelle den Lesern nutzt – fein. Wer aber meint, er könne uns nur verlinken, sobald wir ihn auch verlinken, der hat das mit dem Social in Media leider noch immer nicht verstanden.
Das voraus geschickt, ist der Rest auch nicht mehr schwer, mit Blogs Geld zu verdienen: Bewerben Sie sich bei Google-Adsense oder einem anderen Blogvermarkter wie Populis (ehemals Mokono) oder Adtiger. Integrieren Sie ein paar Werbeflächen in Ihr Blog – und hören Sie nicht auf all diejenigen, die das ganz schrecklich kommerziell finden, aber glauben, ihre tägliche Gratis-Netzkonsum-Dosis sei tatsächlich kostenlos. Ist sie nicht, war sie nie. Das Internet lebt von den Machern und Mäzenen (oft in Form von Werbetreibenden), von wohlwollenden und engagierten Lesern – nicht von moralinsauren Nassauern, am besten noch mit Adblockern. Deshalb schadet es auch nicht, wenn man in den Blogs, die man gerne liest, auch mal auf ein solches Werbebanner klickt und sich die Verbraucherinformationen genauer ansieht. Auch das ist eine Form der Unterstützung. Die kostet nichts außer ein bisschen Zeit. Und die investiere ich gerne in Seiten, die mich immer wieder inspirieren.
Wenn andere dadurch reich werden: Super! Man muss eben gönnen können.
Wie man ein Blog monetarisiert: Sascha Pallenberg
Passend dazu noch ein kleines Interview, das wir vor zwei Jahren ebenfalls auf der re:publica mit meinem inzwischen guten Kumpel Sascha Pallenberg von Netbooknews.de geführt haben. Auch der lebt seit einiger Zeit sehr gut vom Bloggen, beschäftigt Autoren in den USA, Deutschland und Taiwan, und sieht das ganz entspannt:
Teamarbeit: 11 kaum bekannte Fakten
Powerpoint & Co.: Tipps für bessere Präsentationen
Denksport: 50 Brainteaser für Jobinterviews
Smalltalk-Tipps:



Bewerbungs-Dossiers zu Mappe, Anschreiben, Lebenslauf, Bewerbungsfoto und Zeugnissen.
Die besten Tipps und Dossiers für das Vorstellungsgespräch: So überzeugen Sie jeden Personaler.

Magnus Bühl
Hallo Herr Mai,
danke für diesen Beitrag. Vor allem das Video-Interview finde ich sehr authentisch und inspirierend. thx :-)
Pingback: Linktipp: Mit Blogs Geld verdienen? | Magnus Bühl … it-training & it-coaching
Daniel
Hallo Herr Mai,
und vielen Dank für diesen informativen Beitrag.
An einer Stelle bin ich nicht ganz einverstanden: Auch bei viel weniger als 1.000 Lesern am Tag (eher um die 200-300) können auch deutlich mehr als 250 Euro im Monat herauskommen…
Viele Grüße
Jochen Mai
Verraten Sie uns auch wie das gehen kann?
Daniel
Entschuldigung, natürlich möchte ich nicht auf meinem Herrschaftswissen sitzen bleiben. ;-) AdSense, Teliad und hier und da ein direkt verkaufter Link und/oder Artikel, der zum Content passt.
locke
Vielen Dank für den sehr informativen Artikel! Hat mir persönlich sehr geholfen, die Welt des Bloggens zu verstehen und die Zahlen und Verhältnisse kennen zu lernen! Blogs (und Artikel) wie diese sind unglaublich wichtig für die deutsche Blogszene, weiter so!
Ulrike Zecher
Hallo Herr Mai, danke fürs Teilen Ihrer Blogging-Erfahrungen. Und auch fürs Mut-machen – mein Blog ist noch mehr Hobby, allerdings mit dem Ziel einen Expertenstatus im Bereich Burnout- Prävention aufzubauen. Ich freue mich über Ihren Erfolg – zumal ich sie 2010 schon live im Coworking Space in Düsseldorf erlebt habe :) – Bitte weiter so!!
Jochen Mai
Guten Abend, Frau Zecher. Danke für die Blumen. Auch das kann ja eine gute Strategie sein: einen Expertenstatus aufbauen. Ich kenne einige Freiberufler, die mit ihrem Blog so indirekt Geld verdienen: über die Aufträge, Empfehlungen und neuen Kunden, die sie durch ihren Status im Netz generieren. Oft ist es auch eine Mischkalkulation aus ein paar Werbeumsätzen und neuen Kundenaufträgen. In diesem Artikel ging es mir aber nur um die reinen Online-Umsätze.
Achso: Klar, machen wir weiter… ;)
Beobachter
Daniel hat schon Recht. Mit Lesern zwischen 200 und 300 täglich ist ein monatlicher Verdienst von mehr als 250 EUR möglich. Und das auch stetig. Dafür reichen dann auch ein bis zwei neue, gute Artikel pro Tag.
Jochen Mai
Bislang sind das aber nur Behauptungen. Ich denke, es wäre für die Mitleser erfreulicher und auch hilfreicher, wenn ihr beiden – Daniel/André – auch erklärt, wie das geht. Sonst sind solche Kommentare ziemlich überflüssig, Motto: Ich wollte euch nur mal mitteilen, dass ich Herrschaftswissen besitze, aber ich gebe es nicht weiter. Ätsch!
Daniel
Die Info fehlte noch: ich schreibe 4-8 Mal im Monat.
Grüße
Daniel
|TP| Tibor Pintér
Hallo Herr Mai,
vielen Dank für diesen Beitrag.
Auch wenn für mich die Monetarisierung nicht von Relevanz ist, so finde ich doch den „Seitenhieb“ bezüglich der deutschen Blog/Netzkultur sehr aufschlußreich :)
Beste Grüße
Pingback: Mit Blogs Geld verdienen? Ja! | pixelschubzzer.de | Blog
Frank
Endlich mal ein sehr schöner und vor allem sehr ehrlicher Artikel zum Thema (vor allem was die Wettbewerbs- und Neid-Debatte betrifft)! Für mich als “Jung-Blogger” hochinteressant und inspirierend – allerdings wird man auch auf den Boden der Tatsachen geholt: Sich 10.000 tägliche Leser zu erarbeiten ist wirklich sehr sehr viel Arbeit.
Neben dem Hauptberuf und meiner Familie täglich einen Artikel zu erarbeiten ist für mich aktuell unmöglich. Ich bin froh, wenn ich meinen Wochenrhythmus einhalten kann. So ist das passive Einkommen eher ein Fernziel, wenn es denn überhaupt eins ist. Im Moment sind die Leidenschaft und das Bekanntmachen meiner Dienstleistungen vorrangig. Aber wer weiß, was die Zukunft bringt, es scheint ja vieles möglich zu sein :-)
Viele Grüße und weiterhin viel Erfolg!
Heike Lorenz
Hallo Herr Mai,
schön, dass jemand das mal so konkret ausspricht ;-)
Bei 10.000 / Tag bin ich noch lange nicht, aber wer weiß, was noch kommt.
Auf jeden Fall habe ich die KarriereBibel sofort in meine Blogroll aufgenommen, denn ich profitiere auf jeden Fall von Ihren Inhalten!
Viele Grüße
Heike Lorenz
Hans
Danke – Es wurde Zeit für diesen Artikel. Guy Kawasaki, Online-Marketing-Guru, hat über seinen Blog, Google+ und andere Social Media mehrere Millionen Follower. Und natürlich sind unter denen auch Nörgler, die sich über die Häufigkeit seiner Tweets und Beiträge beschweren. Denen empfiehlt er: “UFM! – Unfollow me! Wenn Du mein Zeug freiwillig abonnierst, ist es kein Spam. Wenn Du zu viele meiner Beiträge liest, liegt das nicht an mir. Möglicherweise verbringst Du einfach nur zu viel Zeit bei Twitter.” – Die “deutschen” Beschwerden erinnern mich auch etwas an Wissenschaftler, die gegen die Vermarktung ihrer Erfindungen sind. Mit dem in Deutschland entwickelten mp3-Format zB haben Sony und Apple viel Geld verdient.
Hans
PS: Daniel und André: Viele Leser der Karrierebibel sind sicher gespannt auf Eure Tipps. Ihr habt die einmalige Gelegenheit, 20.000 Leser anzusprechen. Schreibt uns doch eine Top7 “Wie man mit einem Blog und 250 Lesern seinen Lebensunterhalt finanziert.” – Ich bin jedenfalls gespannt – ehrlich!
Daniel
Hallo Hans,
nett gemeint. Aber von Lebensunterhalt war nie die Rede.
Aber ich bleibe dran, vielleicht wird’s ja irgendwann mal was.
Viele Grüße,
Daniel
Hans
@Daniel – schade… Ich drück jedenfalls die Daumen :)
olschok
Danke für die schöne Zusammenfassung! Selbst wenn die Posts alle 2-3 Tage veröffentlicht werden, reicht dies auch noch aus, um etwas zu verdienen.
Meine Erfahrung: Von vielen Unternehmen wird der/die/das Blog zunehmender als “normale”, zusätzliche Plattform angesehen und auch geschätzt.
Mathias
Interessanter Artikel, auch wenn ich wie einzelne meiner Vorredner der Behauptung man brauche 10.000 Leser am Tag ganz und gar nicht zustimmen kann. Ich selber komme derzeit auf etwa 400 Leser am Tag, kann aber auf vierstellige Einnahmen verweisen.
Dies gelingt mir mit Affiliate-Marketing, Bannerverkauf, einem E-Book, AdSense und ganz besonders mit Textaufträgen.
Nachlesen könnt Ihr das gerne in meinem Einnahmenreport: http://geld-im-internet-verdienen-blog.de/geld-verdienen/blogeinnahmen-von-selbstaendig-2-0-im-april-2012.html
Mit besten Grüßen,
Mathias
Jochen Mai
Hallo Matthias, danke für den Hinweis. Allerdings muss man dazu sagen, dass sich deine hohen Einnahmen vor allem durch Linkverkauf erklären: Everlinks, Teliad und Rankseller sind keine Affiliate-Vermarkter, sondern Linkseller. Eine gefährliche Strategie, die z.B. Google in seinen AGB ausdrücklich verbietet. Heißt: Wenn sie dich damit drankriegen, dass du Links verkaufst, fliegst du aus dem Adsense-Programm und dein Blog wird in den Trefferlisten ebenfalls abgestraft. Dann sinkt auch deine Attraktivität für Leute, die bei dir Links kaufen wollen. Wenn sie das dann überhaupt noch wollen.
Und auch die bezahlten Texte halte ich für problematisch: Machst du die als bezahlte Werbung kenntlich? Andernfalls ist das ja Betrug am Leser. Auch das also eine gefährlich Strategie. Kann kurzfristig gut gehen, langfristig habe ich damit aber schon so einige auf die Nase fallen sehen.
Mathias
Hallo Jochen,
ich muss Dich korrigieren. Teliad, Everlinks und Co. haben gut laufende Partnerprogramme und nur diese zähle ich in den Posten Affiliate-Marketing hinein. Mit Linkverkauf hat das bei mir also nichts zu tun.
Und die bezahlten Texte: Meine Meinung und mein Urteil lasse ich nicht einkaufen. Darauf werden meinen Auftraggeber dementsprechend hingewiesen, Links auf No Follow gesetzt und Hinweise gegeben. :-)
Jochen Mai
Hallo Matthias, ich will dir da nix unterstellen, aber ich kenne Everlinks & Co. ganz gut. Was die als Partnerprogramm verkaufen, bleiben trotzdem Linkverkäufe. Oder für was genau bekommst das Geld, wenn nicht für das Setzen eines Links? Und dass du dein Urteil einkaufen lässt, habe ich auch nicht gesagt. Aber ich habe (indirekt) gefragt: Wissen deine Leser, dass du den Artikel nur schreibst, weil du dafür Geld bekommen hast?
Versteh mich nicht falsch: Ich will gar nicht die Moralkeule schwingen. Jeder soll machen, was er mag. Ich möchte im Zuge dieser Diskussion die Mitleser nur nicht über mögliche Folgen und Gefahren im Unklaren lassen. Und in deinem oben angegebenen Artikel kamen die nicht vor. Das fand ich ein bisschen zu einseitig. Mit Links zu Online-Casinos, Pokerrunden und Erektionshilfen lässt sich im Netz sogar noch mehr verdienen, nur da merkt jeder instinktiv: So richtig gut wirkt das nicht. Bei Linkverkauf und Textaufträgen ist das nicht immer so deutlich. Gefährlich bleibt es aber trotzdem.
Mathias
Streng genommen wird das Geld auch bei den PP über Links generiert. Klar. Diese Links setze aber ich nicht selbst und auch nicht auf meinen eigenen Seiten. Was andere beim Linkkauf und -verkauf treiben, ist deren Sache. Ich zwinge sie ja nicht dazu. :-)
Und um es noch einmal deutlicher zu sagen: Meine Leser werden darauf hingewiesen.
Marcel
Hallo Herr Mai,
vielen Dank für den super Artikel, der sehr aufschlussreich ist und nebenbei das anspricht, was ich selber manchmal beobachte: Neid, auf den Erfolg von anderen!
Ich selber kann mit meinem Blog sicher nicht unbedingt viel Geld verdienen, da ich nur um die 800 Klicks am Tag habe, allerdings bin ich durch das Schreiben über meine HIV-Infektion, sowie dem gesellschaftlichem Umgang mit dieser Infektion, schnell an einen ehrenamtlichen Job in der AIDS-Hilfe-Struktur gekommen und arbeite mittlerweile sogar hauptamtlich in dieser. Ergo: Ich verdiene kein Geld mit dem Blog, aber dafür hat er mir einen Job gebracht, den ich mir immer gewünscht habe!
Liebe Grüße
Hans
Marcel, danke für den Hinweis :) Wie Du uns zeigst, gibt es viele Möglichkeiten, mit seinem Blog “Geld zu verdienen” – nicht nur Werbe-Einnahmen :)
borgdrone
Ich bin mir zunehmend Sicher, das sich die Inhalte der Blogger verändern werden – und zwar zu Lasten der Authentizität des Bloggers oder der Inhalte – wenn eine mögliche Erfahrung oder auch das Gefühl “Damit kommt Geld rein” erstmal aktiviert ist.
Hans
Borgdrone, Deine Befürchtung teile ich nicht, oder nur sehr bedingt. Natürlich wird es Leute geben, die “nur für Geld” bloggen. Zuletzt entscheiden die Suchenden im Netz, ob ein in den Suchergebnissen erscheinender Blog sie informiert, unterhält oder ihnen hilft. Wenn ein Blogger sich die Arbeit macht, alles zu einem Thema zusammen zu tragen und es mir lesbar präsentiert, finde ich es ok, dass er gleichzeitig Wege sucht, seine damit verbundenen Ausgaben zu decken. Wem das nicht gefällt, der soll mal zu einem Thema recherchieren und sein Ergebnis in 1.000 Worten aufschreiben und so lange daran rumfeilen, bis Google und Co. es auf Seite 1 dem interessierten Leser präsentieren. Dabei bitte nicht vergessen, sämtliche Kosten zu notieren und eine Strichliste der Stunden zu führen. Ich bin froh darüber, dass ich die Beiträge der Karrierebibel lesen darf, ohne eine Einzugsermächtigung zu erteilen. Ich revanchiere mich mit täglichen Weiterempfehlungen und “Shares”. Den ein oder anderen Konsum-Hinweis habe ich auch schon angeklickt :)
Jochen Mai
Hallo Borgdrone,
dem würde ich jetzt auch widersprechen wollen. Sicher, es gibt Menschen, die ihre Seite als reine Geldmaschine betrachten. Damit habe ich aber auch kein Problem: Es zwingt mich ja keiner, das zu lesen. Und wenn es funktioniert: fein. Umgekehrt kenne ich einige Blogger (mich eingeschlossen), die heute nicht anders bloggen wie zu Zeiten, als sie noch nichts damit verdienten. Sie bloggen nur mehr und breiter. Darin sehe ich aber auch keinen Nachteil.
Ich meine das Wort “Authentizität” ist hier auch fehl am Platz. Es unterstellt ja, der Blogger würde – kaum verdient er Geld – eine Kunstrolle spielen. Er ist aber doch immer noch derselbe mit denselben Meinungen, Ansichten und wenn man mal böse ist: mit denselben intellektuellen Fähigkeiten wie vorher. Wer also vorher intelligent geschrieben hat, wird durch die Einnahmen nicht dumm. Und wer vorher doofes Zeug gepinnt hat, wird mit Geld in den Taschen nicht schlauer. Allenfalls kann er sich schlauere Autoren einkaufen – was dann ja wieder ein Vorteil wäre. Will sagen: Mit Authentizität hat das nichts zu tun.
Ich glaube, was du meinst, ist, dass jemand seine Themen mehr danach auswählt, was geklickt wird, weil er so seine Reichweite und damit die Einnahmen steigern kann. Aber ganz ehrlich: Das machen alle Blogger, die möchten, dass möglichst viele ihre Texte lesen. Und ebenso ehrlich: Das wollen alle. Sonst könnten sie ebenso gut ein privates Tagebuch schreiben. Heißt: Je besser (und professioneller) die Blogger mit der Zeit werden (eine Lernkurve also unterstellt), desto eher optimieren sie ihre Texte. Das passiert also so oder so. Ich halte das aber nicht für eine zwangsläufige Folge einer Kommerzialisierung, allenfalls für eine hinreichende.
Ivan Blatter
Super Artikel und spannende Diskussion hier!
Ich war auch an der besagten Veranstaltung an der re:publica und teile Deine Einschätzung. Ich finde, Dein Artikel motiviert und begeistert, was genau so wichtig ist, wie die Techniken, um Geld zu verdienen.
Ich habe auf meinem Blog keine Werbung geschaltet, da es ein anderes Ziel verfolgt, nämlich den Aufbau einer Reputation und als Hinweis auf mein Anti-Zeitmanagement und die Webinare.
Ausserdem kann ich so regelmässig prüfen, ob das, was ich erzähle, selbst verstanden habe. Das war der Hauptgrund, weshalb ich angefangen habe.
BTW: Das Video funktioniert nicht (mehr?).
Johannes Thönes
Hallo Herr Mai,
ein sehr aufschlussreicher Artikel, vielen Dank.
Mir fehlt aber der Aspekt Flattr anderes Micro-Payment. Das mag zwar im Moment noch nicht so umsatzstark sein, aber ein bischen Werbung (z.B. in Form eines solchen Artikels) könnte sicher helfen.
Ich persönlich surfe sehr bewusst mit einem AdBlocker – aber auf Flattr-Buttons klicke ich gerne. Was mir als Leser (unter anderem von Kaierrebibel) sehr gut daran gefällt, ist das der Autor deutlich mehr davon bekommt, als das bei der Werbung der Fall wäre.
Beste Grüße
Johannes Thönes
Dave
Sehr guter Artikel. Danke vielmals.
Besonders die “Hater, Trolle und Nörgler” kenne ich selber auch nur zu gut. Irgendwie muss es die immer mit dazu geben :) !! Aber das ist ja im Leben nun mal so.
Ich denke man kann sicherlich auch mit weniger Besucher Geld verdienen. Denke das ist auch Themen abhängig. Zumindest habe ich selber das auch so erlebt und heute kann ich mittlerweile auch 1000 Besucher verzeichnen. Was gar nicht mal so schlecht ist, für ein spezielles Themengebiet.
Dranbleiben lohnt sich auf alle Fälle, ich habe selber gemerkt, dass eben alles seine Zeit hat. Rom wurde ja auch nicht an einem Tag erbaut.
Emanuel
Klasse Beitrag. Und YouTube Videos im Blog machen das ganze ein Stück weit persönlicher.
Grüße Emanuel
tweik
Das ist natürlich etwas traurig. Dann hoffe ich mal lieber nicht auf Backlinks (bis mein Blog jemand sieht gibt es in Deutschland vermutlich keine Blogroll mehr)
Aber mal eine ganz andere Überlegung (auch wenn das für mich nicht relevant ist). Hat mal jemand ausgerechnet, ob es sich rechnet Adwords zu kaufen um so schnell eine große Besucherschaft zu bauen (natürlich nur mit gutem Content)? Oder ist ein Netzwerk und Bekanntheit in der Bloggerwelt so oder so unabdingbar?
Vielen Dank für den Artikel!
Sonbuch
Hallo Herr Mai,
Ihr Artikel gibt auf der einen Seite Mut, ist aber auch realistisch – was sehr wichtig ist.
Bei meinem Blog bin ich leider noch ein bisschen hin und her gerissen bzgl. der Werbung. Auf der einen Seite steigt die Leseranzahl jeden Tag und Werbung wird langsam interessant. Aber der anderen Seite gefaellt mir das Layout und ich kann mir so schwer vorstellen das eigentliche Blog Thema mit externer Werbung zu vermischen -selbst wenn sie zum Thema passt.
Wie auch immer – kommt Zeit, kommt Rat.
Noch kurz eine Anmerkung zu dem Neid-, Missgunst- und Konkurrenzdenken in Deutschland.
Leider kann ich das nur bestaetige.
Ich finde es wirklich schade, dass eher der Misserfolg, als der Erfolg hier anerkannt wird.
Und warum faellt es vielen Menschen so schwer sich fuer andere zu freuen.
Ein positives Ergebnis faellt doch auf alle zurueck, oder?
Mir ist jedenfalls klar geworden, dass ich die Einstellungen der Menschen nicht aendern kann und auch kein Recht dazu habe.
Aber ich kann mir aussuchen, mit wem ich zusammen bin und mit wem nicht.
Viele Gruesse
Sonbuch
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Emanuel
Das Interview mit Sascha Pallenberg habe ich jetzt schon auf 12 Blgs gesehen. =)
Ein starkes Netzwerk ist immer gut, da man als “Einzelkämpfer” viel härter für den gleichen Erfolg arbeiten muss.
Guter Text =)
Grüße Emanuel
Christian
Sehr interressanter Blog.Ich finde es auch noch gut auch über andere gute Blogs zu berichten wenn sie gute Artikel haben, schließlich hat man einen Blog in erster Linie nicht aus kommerziellen Gründen.
Damian
Auf jeden Fall ein interessanter Artikel. Und kurz zu den ganzen Nörglern, das sind Leute, die selbst nichts hinbekommen und deswegen ihren Frust irgendwo rauslassen müssen, wird es leider immer geben, solchen Leuten darf man keine Beachtung schenken.
Tanja
Hallo,
ersteinmal DANKE für diesen tollen Artikel. In vielen Punkten kann ich dem zu 100 % zustimmen. Tatsächlich wird man mit einem Blog zum gleichen Thema immer als böser Konkurrent angesehen. Dabei sitzen doch alle im gleichen Boot. Für die Leser kann das allerdings einen sehr großen Vorteil haben, wenn man auch Inhalte von anderen Blogs als interessatn wertet. Zum einen ist das für den Leser ein Service, er muss ja nichtselbst suchen und zum anderen sieht der Leser, hey der Junge hat Weitblick und ist den anderen gegenüber aufgeschlossen, labert also nicht nur über sein eigenes Wissen ectr. Das zeugt von Ehrlichkeit und die vermisse ich immer wieder.
Als Leser möchte ich mich nicht verschaukelt fühlen, wenn ich auf der Suche nach Informationen bin, möchte ich gute Informationen finden, welche eventuell auch von anderer Seite als brauchbar empfunden werden.
In sachen Linktausch können wir also noch einiges dazulernen ;)
Und nun lese ich hier mal weiter…. :D
Grüße
Tanja
Luis
Wunderbarer Artikel. Ich selber bin auch dabei gerade mit meinem Blog ein erfoglreicher Internet Marketer zu werden
Florian
Hallo,
gerade der Punkt mit den “Mindestens 1000 Leser” am Tag finde ich interessant, diese Hochrechnung kannte ich noch nicht!
Ich hoffe ich kann das mit meiner Website umsetzen,
Gruß
AdvocatusDiaboli
Sehr geehrter Herr Mai,
ihr Artikel ist sehr erhellend, wenngleich ich mit ihm nicht an allen Stellen übereinstimmen kann. Gerade dem letzten Abschnitt muss ich vehement widersprechen. Für jemanden, der wie ich arbeitsmäßig dauernd fachspezifische Wörter im Internet nachschlagen und dabei Hunderte Seiten am Tag zu Recherechezwecken öffnen muss, ist Internetwerbung eines der größten Übel. Da müssen dort 3 Banner nachgeladen werden, da poppt da ein Fenster hoch, dass nicht einmal mehr mit einem Schließen-Button weggedrückt werden kann. Stattdessen muss man mindestens einen Extratab öffnen und diesen dann nach weiteren verlorenen Sekunden des Seitenaufbaus mit einem Klick wieder schließen. Manchmal hat man nach mehreren Suchen die ganze Taskleiste voller extern geöffneter zusätzlicher Seiten, die dann erst einmal alle weggeklickt werden wollen usw. usw. Ich könnte wesentlich mehr Wörter am Tag schaffen, wenn das Internet nicht so “verseucht” mit Werbung wäre. Wenn man diese Zeitverschwendung nun hochrechnet auf alle Leute, die arbeitsmäßig viel im Internet unterwegs sind, dann sieht man, was für ein immenser wirtschaftlicher Schaden durch diese Werbung entsteht.
Nun zu den von ihnen so hochgelobten Adsense-Anbietern. Wer eine Seite hat und Kauflinks einbauen will, der sollte sie selbst per Hand auswählen, so wie ich das in meinem privaten Wiki auch handhabe. Wenn ich da eine Seite zu einem Produkt erstelle, dann erscheint als Kauflink auch nur dieses Produkt und nicht irgendein automatisch vorgeschlagener Adnonsense. Das beste Beispiel für die Sinnlosigkeit solcher Programme habe ich auch auf Arbeit erlebt. Eine Kollegin musste für eine Textrecherche eine Marke von Kittelschürzen herausbekommen, und fortan wurden ihr immer wieder Schrumpel-Oma-Kostüme in solchen Adsense-Containern angeboten, was für eine Frau in den 50ern nicht gerade schmeichelhaft ist.
Ich muss zugeben, dass ich ein leidenschaftlicher Adblocker bin. Das hält einfach meinen Blutdruck unten und spart jede Menge wertvolle Zeit. Ich würde auch niemals auf irgendwelche Bannerlinks klicken, aber nicht aus denen von ihnen so heroisch proklamierten Gründen, sondern weil ich in der Zeitung auch nicht auf die Werbeanzeige oder im Fernsehen auf den Bildschirm tatsche. Wenn ich Werbung gesehen habe, ist die Sache für mich erledigt und in der Regel erhält der Sender/Verlag auch schon dafür sein Geld. Deshalb sollten Seitenbetreiber auch entsprechend gut bezahlt werden, wenn ein Nutzer die Werbung sieht, nicht immer erst wenn er Extrazeit aufwendet, um darauf zu klicken.
Um es noch einmal klarzustellen: Das Problem ist nicht der Neid der deutschen Internetnutzer auf die Seitenbetreiber, die ihr Geld verdienen, sondern die Zahlungsunwiligkeit der Werbetreibenden, ihrer sogenannten “Mäzene”, die sich immer neue Umwege einfallen lassen, um für möglichst geringe Kosten möglichst viele Leute mit ihrer Werbung nerven zu können.
Jochen Mai
Dann danke ich Ihnen, dass Sie diese Seite kostenlos nutzen, die Gelegenheit wahrnehmen, Ihre Meinung gratis zum Besten geben zu können, umsonst von den Diskussionen zu profitieren, und auch noch stolz darauf zu sein, dass wir davon nicht einmal etwas haben. Nehmen statt geben. Das ist auch ein Motto. Nicht meins. Haben Sie daher Verständnis, dass ich dann auch keine weitere unbezahlte Zeit in unsere Konversation investiere.
Das aber nur, um die Haltung einmal auf die Spitze zu treiben und zu verdeutlichen.
Ich verstehe ja, was Sie meinen. Pop-ups nerven mich auch. Aber das ist so wie: “Wasch mich, aber mach mich nicht nass”. Zahlreiche Autoren finanzieren sich allein über Werbung: Kochblogger, Literaturblogger und eben auch Ratgeberseite. Das alles billig zu nehmen und nicht bereit zu sein, das in irgendeiner Weise zu unterstützen, halte ich erstens für kurzsichtig (weil dann die Angebote irgendwann verschwinden) und zweitens für nassauern.
Wir zwingen keinen, das hier zu lesen. Wir zwingen auch keinen die Adblocker auszuschalten. Der RSS-Feed ist vollständig und frei zugänglich. Ebenso unsere Apps und Webseiten. Ein Gratis-Ebook sowie zahlreiche Job- und Bewerbungstipps, Musteranschreiben & Co. Das können wir uns leisten, weil wir Spaß bei der Sache haben, aber auch, weil über die Werbeeinnahmen etwas zurückkommt. Und das, ohne dass einer genötigt wird. Sie selbst haben soeben davon profitiert. Gut, Sie sind anderer Meinung, aber Sie möchten diese offenbar mitteilen und mit mir oder anderen darüber diskutieren. Dass dies möglich ist, verdanken Sie aber allen anderen, die gelegentlich die Werbung ansehen oder anklicken.
Bei allem Verständnis für Ihren Blutdruck, ich finde, Sie sehen die Sache zu einseitig und nur aus Ihrer Perspektive.
AdvocatusDiaboli
Hallo Herr Mai,
wie ich mir schon dachte, haben Sie mich wieder vollkommen missverstanden. Ich wollte nur darauf hinweisen, dass sie aufhören sollten, auf die Nutzer zu schimpfen, die sich vollkommen richtig verhalten. Die Werbetreibenden sind die Buhmänner. Wenn für eine Bannerwerbung etwa soviel wie für eine Plakatwerbung bezahlt werden müsste, unabhängig davon, wie viele Menschen sie wirklich anklicken/sehen (das kann ja bei einem Plakat auch niemand prüfen), dann hätten wir nicht mehr so viel überflüssige Werbung im Netz und die Seitenbetreiber würden für den Werbeplatz endlich gerecht entlohnt.
Jochen Mai
Nur, was bringen höhere Werbeerlöse, wenn Sie die Banner sowieso leidenschaftlich wegblocken? Was Sie nicht sehen, können Sie nicht klicken. Und keiner bezahlt für unsichtbare Werbung. Gerade das ist doch der Vorteil der Online-Werbung, den Menschen diese gezielt nach Ihren Interessen zuzuspielen. Dass es dabei zu Allokationsfehlern kommt, ist verschmerzbar.
PS: Eine Frage aber sei gestattet: Wenn Sie sich “schon dachten”, dass man Sie “wieder vollkommen missversteht”, warum drücken Sie sich dann nicht anders aus? Das ist im Übrigen genau die Haltung, die ich vorhin meinte: Sie sehen die Dinge zu sehr aus der eigenen Perspektive. Aber das ist nur meine Meinung.
J-M.Clement
Hallo, der Artikel war wirklich sehr lehrreich. Dass man mit Blogs Geld verdienen kann, wusste ich nicht. Auf jeden Fall war es sehr hilfreich.
Lothar
Hier ist mal die Rede von 1000 Besuchern pro Tag, um 100 Euro pro Monat zu erwirtschaf-ten. Ein anderer sagt: 200-300 Besucher. Ich verstehe nicht ganz, um welche Blogs es sich da genau handelt: sind es reine Kommunikations-Blogs oder sind es Affiliate-Blogs. Kann man denn mit Affiliate-Blogs nicht generell mehr Geld verdienen als mit Gedankenaustausch und Kommunikation? Ich finde Ihren Artikel hochinteressant und werde mir meine Gedanken machen. Ich bin seit 3 Monaten Freizeit-Affiliate. Möchte dies aber ernsthaft betreiben und muss somit noch sehr viel dazulernen. Solche Artikel wie hier sind genau das, was ich suche.
Jochen Mai
Hallo Lothar, ich weiß, das ist verwirrend. Aber die Umsätze hängen auch stark vom Blogthema ab und ob es dafür einen Werbemarkt gibt. Wenn du bei Adsense beispielsweise definierte Chanels anlegst, können die Werbetreibenden dort gezielter Werbung schalten. Diese Plätze werden, wie die anderen auch, versteigert, erzielen aber – vorausgesetzt, es gibt eine entsprechende Nachfrage – höhere Erlöse.
Von Affiliates halte ich wiederum nichts. Die nutzen nur den Werbenden, die so an kostenlose Werbeplätze kommen. Wir haben das komplett eingestellt. Das heißt aber nicht, dass es woanders funktioniert. Das hängt eben auch stark vom thematischen Umfeld ab.
Lothar
Okay Jochen,
wieder was dazu gelernt!
Albert
Es macht immer wieder viel Spass so gute Blogs zu lesen. Alles wichtige und interresante Themen. Macht weiter so…
Anneke
Besonders gut funktioniert dies durch Affiliates wie Affili.net , http://www.smava.de oder http://www.kredit-und-finanzen.de/kredite/
Natürlich funktionieren auch Versicherungen gut um die eigene Webseite zu monetarisieren.
Christian Gera
Guten Tag Herr Mai, endlich mal einer, der Tacheles redet. Ich muss gestehen, dass ich heute zum ersten Mal hier auf Ihrer Seite bin – Dickes Kompliment und danke für die wirkllich prägnanten & wichtigen Aussagen zum bloggen.
Ich selbst blogge auch seit mehr als einem Jahr täglich & mit Leidenschaft & will dies auch gerne hauptberuflich weiter- vollziehen. Werde jetzt öfter mal hier reinschauen.
Liebe Grüße aus Bochum.
Sibilla Klüsch
vielen Dank für diesen Artikel! Besonders das Video zeigt viel Herzblut. Von der Art, wie Sie schreiben, merkt man richtig, wie viel Leidenschaft dahinter steckt. Wie schon Sascha Pallenberg sagte: “Nur mit Leidenschaft, wird man erfolgreich”. Da kommt man gerne wieder vorbei ;-)
Sebastian
Hallo,
der Artikel ist wirklich sehr lehrreich. Das Video trifft es auf den Punkt. Ohne Spaß und Leidenschaft macht Geld verdienen auch keinen Sinn.
Holger
Hi ,
ist das wircklich möglich?Bis jetzt denke ich schon!
Super Beitrag Danke.
Money Maker
Ich finde kurze Blogbeiträge it visuellen Elementen eh viel ansprechender. Das Video bringt es eben genau auf den Punkt!
Panek
Ein sehr schöner Artikel mit tollen Tipps. Für mich persönlich sind 10.000 Besucher derzeit total utopisch. Ich versuche meinen Blog ganz langsam aufzubauen und schaffe es gerade mal ein Artikel in der Woche zu schreiben. Vielleicht wird es mit der Zeit mehr. Mein Ziel ist jedoch sich ein zweites Standbein im Internet aufzubauen.
Viele Grüße
Rainer Lauer
Nachdem ich Jahre lang mein Blogs nur so nebenbei als Hobby betrieben habe, finde ich das es Zeit wird mit ihnen Geld zu verdienen. Suchmaschinen wie Google und Bing liefern gute Analyse-Tools. Das Social Media mit Facebook und Google Plus kommt gerade in Schwung und die Backlinks werden immer mehr. Klar ist das auch mehr Arbeit. Aber eine Arbeit die Spaß macht und durch mehr Besucher und bessere Rankings belohnt wird. Jetzt funktioniert es auch mit dem Affiliate.
agnata reinche
dieser beitrag het ´mir gefallen, nur so richtig schlau bin ich immer noch nicht, wie ich überhaupt ohne risiko dahinkommen kann. es gibt doch so viele gefahren im internet.
Herbert Jeckl
Hallo,
man muss das Erlernte auch umsetzen können, sonst bringt das ganze Wissen nichts. Interessanter Blog!
Klabund
Muss wie ein Vor-Kommentator auch sagen, 1000 Leser am Tag sind natürlich gut, aber garantiert nicht das Minimum, um mit einem Blog gutes Geld zu verdienen.
Ein gut rankender Blog mit dem Thema Versicherungsvergleich kann aus 10 guten Uniques locker 60 Euro machen, um mal ein extremes, aber reales Beispiel zu geben.
Klabund
Nachtrag zu mir selber: Das ist auch der Fehler, den die meisten machen: User bringen kein Geld, man muss auch Kunden oder Klickende Nutzer bekommen. Darum lieber weniger User, die dafür das machen, was sie sollen, anstatt tausende unqualifizierte User, die nur Traffic bringen.
Günter Albers
Ich bin ebenfalls der Meinung, dass es bereits mit weitaus weniger als 1.000 Lesern pro Tag möglich ist, gutes Geld mit einem Blog zu verdienen. Je nachdem, wie kommerziell der Blog ist und woher die Besucher kommen, lässt sich meiner Erfahrung nach bereits mit 100 Besuchern pro Tag Geld erwirtschaften – bei Partnerprogrammen im Bereich “online Aktienhandel” werden pro vermittelten Trader ein paar hundert Euro gezahlt. Wenn ein Blog darauf fokussiert ist, gute Inhalte liefert + passenden Partnerprogramme und die Besucher mit entsprechendem Interesse über die Suchmaschinen zum Blog gelangen, könnte ich mir vorstellen, dass noch weniger Besucher ausreichen, um ein nettes Einkommen zu erzielen…
Jochen Mai
Das ist dann aber schon sehr nischig und obendrein gefährlich nah an Marktmanipulation – zu Lasten der “kleinen”.
Günter Albers
…aber es ist möglich. Klar, wenn es darum geht, interessante/hilfreiche Artikel zu verschiedenen Themen (geiler Content) für die Leser zu bereitzustellen, sieht die Sache natürlich anders aus und ist vor allem nicht so grenzwertig.
Alex
Hallo Herr Mai,
danke für diesen sehr ausführlich Artikel und die doch sehr ehrliche Worte, hat mir echt sehr gut gefallen. Er war sehr informativ und ich werde demnächst öfters mal vorbei schauen. In diesen Sinne weiter viel Erfolg mit Ihrer Seite und das weitere solche ehrliche Artikel folgen.
MfG
NGInfo
Hallo & vielen dank.
Ich bin aus Zufall auf diesen Artikel gestossen und finde ihn sehr interessant. Da ist sehr vieles, was man wirklich realisieren sollte.
Markus
Bin auf deine Seite gekommen, da mich das Thema Blog sehr interessiert. Sind wirklich viele Tipps dabei welche mir weiterhelfen. Danke dafür!
Stephan
Hallo,
schöner Artikel & gefällt mir. Für diejenigen, die nicht eine gewisse Mindestanzahl generieren, seien noch VG Wort (evtl.) und ein PayPal Spenden Button empfohlen.
Auf Seiten, wo ich konkret Unterstützung leiste, klappt das auch hier und da. Nicht sonderlich viel, aber für einen Hobbyblogger eine mögliche Alternative.
liebe Grüße
Stephan
Pingback: Die Anfänge der medien-lupe. EinTeil davon ist auch ein Social Media Blog. › medien-lupe.de
Heinrich Bork
Hallo Herr Mai,
danke für diesen informativen Beitrag.Ich möchte auch Blogs schreiben,ich dachte dass man mit einem guten Blog mehr wie 100€ im Monat verdienen kann?
1000 Leser am Tag, bzw. 30.000 im Monat sind notwendig und dafür im Monat gerademal ca.100€ zu bekommen? Da ist aber eine Riesenmenge Leser notwendig um von Blogs leben zu können!? Wenn ich mir das so überdenke, muss ich davon ausgehen, dass ich in jeder freien Minute schreiben muss um vielleicht nach 4-5 Jahren von Blogs leben zu können?
Jochen Mai
Wenn Sie Ihr Blog allein über Werbung und nur eine Einnahmequelle finanzieren – ja. Dann bringt 1000 Leser am Tag nicht sehr viel mehr als 100 Euro. Natürlich gibt es noch weitere Formen: Sie können noch andere Online-Werber integrieren, Links verkaufen, Affiliates anbieten, und und und. Dann kommen Sie auch auf mehr Einnahmen. Allerdings ist nicht alles davon wirklich sinnvoll oder wird von Lesern toleriert. Das ist dann ein klassischer Trade-off: Mehr vermarkten und einige Leser verlieren oder den goldenen Mittelweg finden. Reich wird man mit bloggen allein aber tatsächlich nicht.
Heiko
1000 tägliche Leser in einer Nische finde ich schon sehr viel. In einem echten Nischenblog lässt sich mit weniger Besuchern deutlich mehr als 100€ verdienen. Es kommt auch stark auf das Thema an. Manche Themen lassen sich kaum monetarisieren.
Jochen Mai
Vielleicht möchtest du uns uch sagen, wie das gehen soll. Konkret und beispielhaft belegt. Sonst ist der Kommentar recht nutzlos.
Detlev
Hallo,
vielen Dank für diese gehaltvollen Innen- und Aussenansichten eines Bloggers sowie den Erfahrungswerten und Einstellungen aus Übersee.
Yasmin
Vielen Dank für die sehr wertvollen Tipps, die einen Anfänger vor allem vor möglichen Fehlern bewahren können, sofern man sie erfolgreich umsetzt. Daran liegt aber zumeist das Problem. Ein klarer Plan, den man konstant umsetzt, fehlt leider. Wie schaut es eigentlich aus, wenn man beispielsweise einen Ratgeber erstellt, vorausgesetzt er bietet guten Content, könnte man damit nicht auch Geld verdienen, wenn man diesen auf dem Blog anbietet?
Jochen Mai
Das machen doch schon so viele – Sie doch auch mit Ihrer Seite (Link-Baiting???). Das Problem ist die Glaubwürdigkeit: Reich werden im Internet – so geht’s… Das behaupten viele. Nur komisch: Keinen von denen sieht man auf der eigenen Motoryacht in der Karibik Cocktails schlürfen. Oft steckt dahinter nur das Prinzip “des größeren Idioten”: Es gibt immer einen, der noch döfer ist und einem den Mist abkauft. Wenn ich jemandem solche Tipps glauben würde, dann nur dem, der auch zeigt, dass er Geld damit verdient – und nicht nur ein paar Pennys von Leichtgläubigen mit solchen Tipps abzockt.