Geld macht nicht glücklich, aber es beruhigt ungemein, heißt es so schön. Zu wissen, dass man sich was leisten kann, Wünsche erfüllen und dafür nicht jeden Euro rumdrehen muss, bevor man ihn ausgibt – das ist eine feine Sache. Aber spornt das auch an? Mitnichten. Motivation ist nicht käuflich. Zu diesem Ergebnis kommt eine aktuelle Stepstone-Umfrage in Kooperation mit der Unternehmensberatung Hay Group: Nahezu jede zweite Fach- und Führungskraft in Deutschland (47 Prozent) würde sich demnach durch eine Gehaltserhöhung nicht zusätzlich anspornen lassen.

Insgesamt mehr als 18.000 Fach- und Führungskräfte wurden dazu gefragt, welche Leistungsanreize tatsächlich wirken. Und Geld wirkt demnach nur dann nachhaltig, wenn die Gehaltserhöhungen mit 20 Prozent oder mehr zu Buche schlägt. Andernfalls verpufft der Motivationskick schnell wieder. Auch variable Vergütungsanteile wirken nur bedingt: Für jeden Vierten haben sie keinerlei motivierenden Effekt. 56 Prozent der Befragten gaben zudem an, sich ab einem variablen Gehaltsbestandteil von 30 Prozent eher unter Druck gesetzt als zusätzlich motiviert zu fühlen.

So ganz bedeutungslos war das Gehalt allerdings auch nicht: 56 Prozent der Umfrageteilnehmer wollten dann doch ein angemessenes Gehalt, was aber eher dafür spricht, dass – Maslow lässt grüßen – ein faires Grundeinkommen da sein muss, damit die Arbeit Spaß macht. Alles darüber hinaus aber, kickt offenbar nicht nachhaltig. “Das Fixgehalt ist eher ein Hygienefaktor als ein nachhaltiger Motivator”, sagt denn auch Sebastian Dettmers, Geschäftsführer von StepStone Deutschland. Der effektivste Beweggrund für mehr Leistung lasse sich für Geld nicht kaufen: die Freude an der Arbeit.

Was Mitarbeiter wirklich motiviert

Ein kollegiales, angenehmes Arbeitsumfeld – und ein Job, der Spaß macht und erfüllt. Das sind mit Abstand die stärksten Antriebe für gute Leistungen im Job. Dazu zählt für 53 Prozent der Befragten auch eine gute Führungskraft, die sie fördert und fair behandelt.

Weitere Ergebnisse der Studie:

  • Ein schlechtes Arbeitsklima würde 86 Prozent der Befragten zu einer Kündigung bewegen. Ein niedriges Einkommen wäre hingegen nur für 29 Prozent ein Kündigungsgrund.
  • 29 Prozent der Studienteilnehmer halten eine variable Vergütung grundsätzlich für nicht erstrebenswert. Fast jede zweite Fach- und Führungskraft (48 Prozent) hat allerdings einen variablen Gehaltsanteil. Bei knapp drei Vierteln (73 Prozent) macht dieser maximal 20 Prozent der Gesamtvergütung aus. Bei 60 Prozent der Befragten ist dieser Gehaltsanteil in den vergangenen fünf Jahren nicht gestiegen.
  • Und nur 25 Prozent halten das variable Vergütungssystem in ihrem Unternehmen für fair und gerecht.