Mitarbeiter Prämien: Motivieren, aber steuerfrei
Um der Motivation der Mitarbeiter zum Ende des Jahres hin noch einmal einen Kick zu geben, können Arbeitgeber auf ein alt bewährtes Mittel zurückgreifen: die Prämie. Wird jedoch einfach nur mehr Geld gezahlt, muss dies von Arbeitnehmer und Arbeitgeber versteuert werden. Am Ende kommt also nur ein Teil der Prämie da an, wo sie ursprünglich hin sollte - der Rest landet beim Finanzamt. Es gibt allerdings Alternativen, steuerfrei Prämien an Mitarbeiter zu gewähren. Wir zeigen, wie es geht...

Mitarbeiter Prämien: Die Vorteile der Zusatzleistungen

Natürlich müssen Mitarbeiter nicht erst vom Nutzen einer Prämie überzeugt werden. Für sie liegt der Vorteil klar auf der Hand: Sie erhalten zusätzlich zu ihrer normalen Vergütung noch einen Bonus on top. Klar, dass der gern genommen wird, er motiviert zumindest kurzfristig und wirkt wie ein Dankeschön vom Chef.

Auf Arbeitgeberseite ist die Skepsis derweil größer. Schließlich geht es um zusätzliche Kosten, die erwirtschaftet werden müssen. Auf den ersten Blick. Es gibt für Unternehmen aber einige Vorteile, die in der Regel die Kosten einer Prämie bei Weitem übersteigen:

  • Die Motivation steigt.

    Die Anerkennung der eigenen Leistungen durch eine Prämie kann die Motivation der Mitarbeiter spürbar erhöhen. Arbeitgeber können auf diese Weise - am besten zusätzlich zu anderem Feedback - die Wertschätzung für ihre Mitarbeiter zum Ausdruck bringen. Wer merkt, dass er geschätzt wird, ist auch gerne bereit, sich ins Zeug zu legen.

  • Mitarbeiter werden ans Unternehmen gebunden.

    Prämien sind auch ein gutes Mittel, um talentierte Mitarbeiter langfristig an das eigene Unternehmen zu binden (PDF). Finanzieller Anreiz allein reicht heute in den meisten Fällen zwar nicht mehr aus, aber dennoch kann es einen zusätzlichen Ausschlag in die richtige Richtung geben.

  • Arbeitgeber können Steuern sparen.

    Eine reguläre Gehaltserhöhung bedeutet für Arbeitgeber und Arbeitnehmer gleichermaßen eine höhere Steuerbelastung. Wird jedoch auf Prämien oder andere Arbeitgeberleistungen zurückgegriffen, können diese zum Teil steuerfrei gewährt werden und verursachen dadurch keine weiteren Kosten, die an den Staat abgeführt werden müssten.

Welche Mitarbeiter Prämien können steuerfrei gewährt werden?

TijanaM/shutterstock.comDas Warum wäre damit beantwortet. Doch bleibt die Frage: Wie zahlt man eine Mitarbeiterprämie steuerfrei? Schließlich soll der Mitarbeiter am Ende auch etwas von der Sonderleistung haben und nicht einen großen Teil wieder als Steuern an den Staat abgeben müssen...

Und in der Tat: Es gibt diese Optionen. Hier ein paar Ideen für Mitarbeiterprämien und Arbeitgeberleistungen, die einem Mitarbeiter steuerfrei gewährt werden können:

  • Sachbezüge

    Jeden Monat gibt es eine Steuerfreigrenze in Höhe von 44 Euro. Das bedeutet, dass der Arbeitgeber seinen Mitarbeitern grundsätzlich jeden Monat steuerfrei ein Geschenk machen kann, solange dieses den Wert von 44 Euro nicht überschreitet. Da es sich um eine Freigrenze und nicht um einen Freibetrag handelt, muss jedoch der gesamte Betrag versteuert werden, sobald die Grenze überschritten wird.

  • Sachzuwendungen

    Anders als die Sachbezüge, werden Sachzuwendungen für einen bestimmten persönlichen Anlass gewährt. Man spricht in diesem Fall auch von Aufmerksamkeiten. Die Freigrenze für solche Aufmerksamkeiten beträgt seit dem 1. Januar 2015 60 Euro. Bei gegebenem Anlass kann eine Sachzuwendung auch mehrmals pro Monat steuerfrei gewährt werden, beispielsweise in Form eines Arbeitsessens.

  • Berufliche Fortbildungen

    Besucht der Mitarbeiter eine Fortbildung, kann der Arbeitgeber ihm die Kosten unter einer Bedingung steuerfrei erstatten: Die Fortbildung muss im Interesse des Arbeitgebers liegen. Heißt: Eignet sich der Mitarbeiter bei der Fortbildung neue oder bessere Fähigkeiten an, von denen der Arbeitgeber bei der späteren Arbeit profitiert, können die Kosten steuerfrei vom Arbeitgeber gezahlt werden.

  • Gesundheitsförderung

    Hier hat der Arbeitgeber einen steuerfreien Freibetrag von 500 Euro je Arbeitnehmer. Es werden auch Zuschüsse an Arbeitnehmer berücksichtigt, die dieser nicht innerhalb des Betriebs, sondern bei externen Maßnahmen investiert. Leider sind sowohl Sportvereine als auch die Beiträge für ein Fitnessstudio ausgeschlossen. Anders sieht es allerdings aus, wenn ein Fitnessstudio beispielsweise Maßnahmen anbietet, die den fachlichen Anforderungen der Krankenkassen gerecht werden. Dazu zählen beispielsweise Programme, um den beruflich bedingten Bewegungsmangel zu reduzieren oder Maßnahmen zur Stressbewältigung und Entspannung.

  • Kindergartenbeiträge

    Gibt ein Arbeitnehmer Kinder, die noch nicht im schulpflichtigen Alter sind, tagsüber in einen Kindergarten, um diese während seiner Arbeitszeit betreuen zu lassen, kann der Arbeitgeber die dafür anfallenden Kosten steuerfrei erstatten. Dies gilt nicht nur für Einrichtungen, die dem Betrieb angehören, sondern auch für externe Kindergärten.

  • Rabattfreibetrag

    Je nach Branche kann ein Unternehmen seinen Mitarbeitern auch einen Rabattfreibetrag auf die eigenen Produkte in Höhe von 1080 Euro pro Jahr gewähren. Dies ist für Waren oder Dienstleistungen möglich, mit denen das Unternehmen handelt. So können beispielsweise die Hersteller von Lebensmitteln oder Kosmetika diese ihren Mitarbeitern steuerfrei und bis zur entsprechenden Rabattgrenze vergünstigt überlassen.

Mitarbeiter Prämien: Noch mehr Vorschläge und Ideen

Die häufigste Form der Mitarbeiter-Prämien - zumindest der steuerfreien - sind allerdings immer noch Sachbezüge und Sachzuwendungen. Mancher Chef läuft dabei zur Höchstform auf, wird kreativ und findet eine Prämie mit hohem persönlichen Bezug, um dem Mitarbeiter eine Freude zu machen und die Wertschätzung an seiner Arbeit zu demonstrieren. Klasse, das ist der Idealfall! Aber selten. Die Mehrheit tut sich mit der Auswahl der Aufmerksamkeiten und Belohnungen schwer. In dem Fall greifen viele dann auf hochspezialisierte Dienstleister für Mitarbeiterprämien, wie zum Beispiel Sodexo Benefits zurück. Die bieten meist sogenannte Einkaufspässe an, mit denen sich die prämierten Mitarbeiter dann - im Rahmen der Gutschrift - selbst etwas kaufen, tanken oder essen gehen können.

Kann man so machen. Besser ist aber, wenn sich Chefs selber ein paar Gedanken manchen, auswählen, überreichen... weil darin immer auch zwei Subbotschaften stecken:

  • Ich habe mir für dich ein Stück meiner Lebenszeit genommen.
  • Weil du es mir wert bist.

Das spürt jeder Mitarbeiter instinktiv. Und so kann eine handgeschriebene Postkarte manchmal motivierender und nachhaltiger wirken, als ein Tankgutschein. Steuerfrei ist sie obendrein.

Falls Sie hierzu noch Ideen, Anregungen oder Erfahrungen haben, freuen wir uns über über Ihre Kommentare, um die folgende Liste zu ergänzen. Sie enthält ein paar Vorschläge, die als Orientierung und Denkanregung für motivierende Mitarbeiterprämien dienen sollen:

  • Ein handgeschriebener Brief
  • Ein persönlich ausgewähltes (Hör-)Buch
  • Ein Blumenstrauß für den Partner daheim (weil der Mitarbeiter so oft länger im Büro bleibt)
  • Ein Korb mit Delikatessen
  • Ein geschenkter freier Tag extra
  • ...

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[Bildnachweis: Ollyy, TijanaM by Shutterstock.com]