Wer wünscht sich nicht die bestmöglichen Voraussetzungen, damit im Unternehmen alles reibungslos läuft? Dafür bedarf es gewisser Rahmenbedingungen: Es reicht nicht, die technischen Voraussetzungen zu schaffen, es sind auch andere Anreize notwendig. Die Mitarbeitermotivation wird leider viel zu häufig unterschätzt. Dabei ist sie ein wichtiges Instrument der Mitarbeiterführung und in der Unternehmenskultur insgesamt. Was alles in diesen Bereich hineinspielt, lesen Sie hier...

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Mitarbeitermotivation Definition: Was dazu gehört

Mitarbeitermotivation Definition Mitarbeitermotivation Beispiele Mitarbeitermotivation steigernDie Mitarbeitermotivation wird im Gabler Wirtschaftslexikon beschrieben als eine...

Einflussnahme der Führungskraft beziehungsweise des Unternehmens auf den Mitarbeiter, um eine Verbesserung dessen Verhaltens und/oder dessen Leistung zu erzielen.

In Mitarbeitermotivation steckt das Wörtchen Motivation. Dazu wiederum Gabler:

Zustand einer Person, der sie dazu veranlasst, eine bestimmte Handlungsalternative auszuwählen, um ein bestimmtes Ergebnis zu erreichen und der dafür sorgt, dass diese Person ihr Verhalten hinsichtlich Richtung und Intensität beibehält.

Zusammengefasst geht es einem Arbeitgeber also darum, das Verhalten seines Mitarbeiters dahingehend positiv zu beeinflussen, dass der wiederum langfristig sein Verhalten zum Wohle der Arbeit ausrichtet. Dazu stehen ihm mehrere Möglichkeiten zur Verfügung, er kann seine Mitarbeiter intrinsisch oder auch extrinsisch motivieren.

  • Extrinsische Motivation

    Der Begriff meint äußere Anreize. Die können sowohl in Form von Strafe als auch Belohnung erfolgen. Ein Beispiel für extrinsische Motivation bei Strafe ist, wenn jemand bestimmte Tätigkeiten verrichtet, um einer Abmahnung zu entgehen. Genau anders herum funktioniert die Belohnung: Wenn Sie dies und das tun, werden Sie jenes erhalten - im Arbeitskontext kann das beispielsweise eine Gehaltserhöhung sein.

  • Intrinsische Motivation

    Hier sind innere Impulse gemeint. Das bedeutet, dass der Mitarbeiter aus sich heraus so motiviert ist, dass er einen entsprechenden Arbeitseinsatz zeigt. Dafür kann es verschiedene Gründe geben - der naheliegendste ist, dass die Arbeit ihm Spaß macht. Es kann aber auch sein, dass er die Arbeit als Herausforderung ansieht oder aber er weiß um die Bedeutsamkeit; beispielsweise, wenn Menschenleben davon abhängen.

Mitarbeitermotivation: Wirtschaftlicher Faktor

Die Auswirkungen eines motivierten Mitarbeiters sind dabei nicht zu unterschätzen. Der renommierten Gallup-Studie (PDF) zufolge gehen der Wirtschaft jährlich 99 Milliarden Euro Umsatz verloren, weil die positiven Effekte von Mitarbeitermotivation schlicht und ergreifend unterschätzt werden.

Wenn alles gut läuft, dann heißt Mitarbeitermotivation in der Konsequenz, dass ein Angestellter seine Arbeit gerne macht, weil er in seinem Handeln eine sinnvolle Tätigkeit sieht.

Solche Mitarbeiter machen längst nicht nur Dienst nach Vorschriftund lassen pünktlich zum Feierabend den Stift fallen, sondern sie sind bereit Überstunden zu machen. Sie springen ein, wenn es brennt.

Theoretisch sollte man meinen, dass jeder Arbeitnehmer seinen Job mit einem bestimmten Grad an Freude ausübt - schließlich hat er ihn gewählt. Selbst wenn wir an dieser Stelle solche Fälle außer Acht lassen, in denen jemand einen Job überwiegend deshalb ausübt, weil er vielleicht noch Raten abbezahlen muss: Der Arbeitgeber kann durch sein Verhalten entscheidend dazu beitragen, dass ein Mitarbeiter seiner Arbeit motiviert nachgeht.

Dabei hat man erkannt, dass extrinsische Motivation bis zu einem gewissen Grad eine Rolle spielt - niemand wird nein zu mehr Geld sagen und andersherum werden die meisten Arbeitnehmer eine Abmahnung oder gar Kündigung vermeiden wollen. Dennoch ist diese Form der Motivation von kurzer Dauer.

Dauerhaft wesentlich erfolgversprechender ist die Mitarbeitermotivation, die auf der intrinsischen Ebene verläuft. Leider werden auf Führungsebene zu viele Fehler gemacht, es kommt infolgedessen zu einer geringen emotionalen Bindung an das Unternehmen.

Der Studie zur Mitarbeitermotivation zufolge trifft das auf 68 Prozent aller Mitarbeiter zu. Ganz konkret bedeutet das, dass 23,1 Millionen Arbeitnehmer nur das Allernötigste zur Arbeit beitragen - aber ihr Engagement, ihr Enthusiasmus würde die erwünschte Umsatzsteigerung bringen.

Das Hauptproblem: Fehlende beziehungsweise falsche Kommunikation; denn Dialog schafft emotionale Bindung. Zwei konkrete Empfehlungen lassen sich aus der Studie ableiten:

  • Kontinuität

    Der regelmäßige Austausch zwischen Führungskraft und Mitarbeiter ist wichtig. Dazu sollten mindestens zwei feste Termine pro Jahr für ein Mitarbeitergespräch anberaumt werden. Diese sind durch zwei bis drei weitere, kürzere Gespräche zwischendurch zu ergänzen.

  • Individualität

    Die Gespräche sollten auf den jeweiligen Mitarbeiter zugeschnitten sein. So wie Dienst nach Vorschrift beim Mitarbeiter nicht zum gewünschten Erfolg für das Unternehmen führt, so bleibt der nachhaltige Effekt eines Gesprächs auch beim Mitarbeiter aus, wenn die Führungskraft lediglich auf einen unpersönlichen Fragekatalog zurückgreift. Stattdessen muss wie beim Coaching die individuelle Persönlichkeit mit ihren Entwicklungsmöglichkeiten im Vordergrund stehen.

Mitarbeitermotivation steigern: Eine Unternehmenskultur vorleben

GmbH-KulturMethoden zur Mitarbeitermotivation gibt es zur Genüge. Allerdings reicht es nicht, wahllos hier und da auszuprobieren. Welche Form der Mitarbeitermotivation Sie wählen, hängt ganz vom jeweiligen Mitarbeiter ab.

Aber nicht nur das: Sie müssen die Werte, die Sie vermitteln wollen, klar kommunizieren und auch vorleben. Das braucht allerdings auch Zeit, denn Vertrauen und Respekt muss man sich erarbeiten. Und Sie werden gemessen werden an dem, was Sie sagen: Wer Einsatz verlangt, muss auch Einsatz zeigen.

Nebendem stellen wir Ihnen zehn Beispiele zur Mitarbeitermotivation vor:

  • Arbeitsatmosphäre

    Einen Großteil des Tages verbringen wir auf der Arbeit. Kein Wunder also, dass die meisten sich ein gutes Betriebsklima wünschen. Für 86 Prozent aller Arbeitnehmer ist ein schlechtes Arbeitsklima ein klarer Kündigungsgrund. Indem Arbeitgeber also auch auf weiche Faktoren wie diese achten, tragen sie bereits entscheidend zur Mitarbeitermotivation bei.

  • Lob

    Wenn ein Mitarbeiter beispielsweise in einem Projekt außerordentlich gute Arbeit geleistet hat, dann ist ein Lob angebracht. Lob ist ein wichtiges Feedback für den Mitarbeiter, allerdings nicht zum ständigen Gebrauch geeignet, da es dann an Bedeutung verliert. Es ist eher punktuell auf eine konkrete Leistung bezogen.

  • Anerkennung

    Eine Form der Steigerung von Lob ist Anerkennung. Im Gegensatz zu Lob ist Anerkennung nicht auf ein singuläres Ereignis zurückzuführen, sondern mehr eine Haltung dem Arbeitnehmer gegenüber: Man weiß um seine Qualitäten, schätzt das Gesamte.

  • Autonomie

    Viele Arbeitnehmer wünschen sich, dass Sie in ihrer Kompetenz ernst genommen werden. Das können Sie erreichen, wenn Sie Ihren Mitarbeitern Spielraum für eigene Entscheidungen lassen statt Mikromanagement zu betreiben. Der Mitarbeiter hat so die Möglichkeit, sein Fachwissen anzuwenden, das wiederum steigert das Selbstwertgefühl.

  • Geld

    Die Vergütung ist ein Sonderfall. Einerseits ist sie für die überwiegende Mehrheit der Arbeitnehmer nicht die Hauptmotivation, andererseits: Von irgendetwas muss der Mensch leben. Und eine angemessene Bezahlung ist natürlich auch ein Zeichen von Wertschätzung, denn ein zu geringes Gehalt wirkt demotivierend. Da der Effekt einer Gehaltserhöhung allerdings schnell verpufft, gibt es die Möglichkeit, beispielsweise mit projektbezogenen Boni zu arbeiten.

  • Essen

    Wer konzentriert arbeiten muss, braucht nicht nur Pausen, sondern auch Nahrung. Manche Lebensmittel sind zwar hervorragende Kalorienlieferanten, eignen sich jedoch nicht für die dauerhafte Konzentration. Fast Food und ähnliches liegen schwer im Magen, sind fettig. Stellen Sie stattdessen gesunde Snacks, Obst und Wasser zur Verfügung.

  • Weiterbildung

    Die Förderung der Mitarbeiter sollte im ureigensten Interesse von Unternehmen liegen, denn so können sie ihre eigenen Führungskräfte ziehen. Berufliche Weiterbildung durch Kurse und Workshops kommen beiden Parteien zugute.

  • Aktivitäten

    Sie holen Ihre Mitarbeiter auf der emotionalen Ebene ab, wenn Sie gemeinsam Zeit mit ihnen verbringen. Gemeinsame Unternehmungen wie Betriebsausflüge oder auch Wandern, Kegeln stärken das Zusammengehörigkeitsgefühl und dienen dem Teambuilding.

  • Arbeitszeit

    Eine flexible Gestaltung der Arbeitszeiten ist für viele Arbeitnehmer von Bedeutung. Starre Arbeitszeiten erschweren die Organisation zwischen Arbeit und Privatleben. Gleitzeit und Home Office sind Beispiele, die es Ihren Mitarbeitern erleichtern, Beruf und Familie unter einen Hut zu bekommen.

  • Sport

    Wer regelmäßig Sport treibt, ist nicht nur ausgeglichener, sondern beugt auch Haltungsschäden durch stundenlanges Sitzen am Schreibtisch vor. Etliche Unternehmen bieten daher beispielsweise vergünstigte Mitgliedschaften in Fitness-Studios oder aber die Teilnahme an Gesundheitskursen an.

Letztlich gibt es eine Vielzahl von weiteren Möglichkeiten, wie Sie Ihre Mitarbeiter motivieren können. Wir haben hier eine Liste als kostenloses PDF für Sie:

Wichtig ist dabei, dass die jeweilige Maßnahme auch zum Mitarbeiter passt: Für ältere Arbeitnehmer spielt die Jobsicherheit eine große Rolle, weshalb Gespräche über die Unternehmensperspektive von Bedeutung sind. Bei jüngeren Arbeitnehmern bieten sich hingegen gezielte Maßnahmen zur Förderung an.

Unterm Strich wird es immer ein Mix sein: Kein Arbeitnehmer wird sich nur mit Lob motivieren lassen wollen, genauso wenig wie Obst und Snacks im Angebot zwar toll sind, aber fehlende Anerkennung niemals ersetzen können.

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