Mitarbeiterschwund: Wie kann man Arbeitnehmer binden?
Umfragen zeichnen regelmäßig ein alarmierendes Bild der Zustände in Unternehmen: Die Mehrheit der Arbeitnehmer leistet nur Dienst nach Vorschrift. Ein nicht zu unterschätzender Teil hat bereits innerlich gekündigt und wartet nur auf eine passende Gelegenheit, um den Job hinter sich zu lassen und bei einem neuen Arbeitgeber anzuheuern. Auch in Ihrem Unternehmen herrscht eine hohe Fluktuation und Mitarbeiter kündigen am laufenden Band? Ein wirkliches Team, das aufeinander eingespielt ist, kann auf diese Weise nie entstehen. Der Mitarbeiterschwund führt aber nicht nur dazu, dass die Leistung des gesamten Unternehmens sinkt, sondern auch dazu, dass die verbleibenden Mitarbeiter verunsichert und demotiviert werden. Schnell kommen Zweifel, ob man selbst bleiben soll, wo doch alle anderen gehen. Aber woran liegt das? Ein Grund für Mitarbeiterschwund ist die fehlende emotionale Bindung der Mitarbeiter an ihren Arbeitgeber. Wie Unternehmen die Warnsignale erkennen sowie Tipps zum Ausbau der Mitarbeiterbeziehungen.

Fehlende emotionale Bindung

Was machen wir bloß falsch? - diese Frage schwirrt Personalverantwortlichen in einer solchen Situation durch den Kopf. Wochen- oder monatelang wurde nach einem passenden Kandidaten gesucht. Doch kaum hat er einige Monate im Unternehmen verbracht, ist er auch schon wieder weg.

Personaler beschäftigen sich damit, kompetente und qualifizierte Mitarbeiter zu finden, die zum Unternehmen passen. Das ist schon eine enorme Herausforderung. Doch es ist nur der Anfang, denn qualifizierte Mitarbeiter zu finden reicht nicht. Man muss es auch schaffen diese zu halten und dauerhaft an sich zu binden. Der Arbeitsmarkt ist hart umkämpft. Die Konkurrenz lauert sicherlich schon mit einem guten Angebot und leckt sich bereits die Finger nach den Spitzenkräften der Wettbewerber.

Vorgesetzte sollten sich also fragen: Sind meine Mitarbeiter zufrieden? Fühlen Sie sich wohl?

Drei Warnzeichen für eine innere Kündigung:

  • Die Fehlzeiten in Ihrem Team sind gestiegen. Unzufriedene Mitarbeiter fehlen im Schnitt dreieinhalb Tage mehr als ihre zufriedenen Kollegen.
  • Die Qualität der Leistung sinkt. Ihre Mitarbeiter geben sich keine Mühe mehr über sich selbst hinauszuwachsen. Sie können eine Egal-Haltung feststellen.
  • Das Engagement ist zurückgegangen. Ihre Mitarbeiter bringen sich nicht mehr aktiv mit eigenen Ideen ein. Sie vernehmen keine Begeisterung mehr.

Wie erreicht man emotionale Bindung?

Wie kann man einer solchen Entwicklung entgegen wirken und mehr emotionale Bindung bei den Mitarbeitern erreichen? Wollen Sie einen Mitarbeiter emotional binden, sollten folgende Voraussetzungen gegeben sein:

  • Der Mitarbeiter muss das Gefühl haben, dass seine Meinung zählt.
  • Der Mitarbeiter muss das Gefühl haben, dass seine Ziele mit den Zielen des Unternehmens übereinstimmen.
  • Der Mitarbeiter muss das Gefühl haben, dass seine Arbeit wertgeschätzt wird.
  • Der Mitarbeiter muss das Gefühl haben, dass er sich weiterentwickeln kann.
  • Der Mitarbeiter muss das Gefühl haben, dass seine Fortschritte bemerkt werden.

5 Wege, die Loyalität zu steigern

  • Bieten Sie Ihren Mitarbeitern sowohl regelmäßige Schulungen als auch echte Aufstiegsmöglichkeiten. Ohne Perspektiven hilft auch die beste Atmosphäre auf Dauer nicht weiter.
  • Angebote zur Kinderbetreuung oder für die Arbeit im Home Office sind für Young Professionals – aber auch andere Mitarbeiter – in der Regel hoch attraktiv.
  • Nutzen Sie das Corporate Blog und die sozialen Netzwerke, um Einblicke in Ihr Unternehmen und den Arbeitsalltag zu ermöglichen. Lassen Sie im Blog oder in den anderen Kanälen auch Mitarbeiter zu Wort kommen und deren Geschichten und Erfahrungen mit Fans und Kunden teilen.
  • Mitarbeiterausflüge und Firmenfeiern sind für das Zusammengehörigkeitsgefühl wichtig. Einen positiven Effekt erzielen solche Veranstaltungen jedoch nur, wenn die Atmosphäre entspannt ist und das Programm genug Freiraum für Austausch in gemütlicher Runde lässt.
  • Richten Sie klare Ansprechpartner für die verschiedenen Bereiche ein und sorgen Sie dafür, dass die Hürde für die Kontaktaufnahme mit diesen Mitarbeiter so niedrig wie möglich liegt.

Wie kann der Chef dazu beitragen?

OPOLJA/shutterstock.comDer Vorgesetzte verkörpern das Unternehmen und steht den Mitarbeitern gegenüber als Vorbild die Werte und Normen ein, die dort gelten und demonstriert werden. Der Chef ist auch einer der wichtigsten Faktoren für die Zufriedenheit der Arbeitnehmer und deren Bindung an das Unternehmen.

Eine gute Beziehung zwischen Chef und Mitarbeiter kann die Basis für eine langfristige Zusammenarbeit sein. Worauf es dabei ankommt und wie Sie als Vorgesetzter dazu beitragen können, den Mitarbeiterschwund in Unternehmen zu bremsen.

  • Betrachten Sie die Einzelperson

    Widmen Sie jedem Ihrer Mitarbeiter Zeit und Aufmerksamkeit. In Ihrem Team befinden sich unterschiedliche Persönlichkeiten mit unterschiedlichen Bedürfnissen. Der eine Mitarbeiter braucht seinen Freiraum und hasst zu viel Kontrolle, während ein anderer manchmal einen Tritt in den Allerwertesten gut gebrauchen kann.

  • Schaffen Sie eine Vertrauensbasis

    Nur wenn Ihre Mitarbeiter Ihnen Vertrauen, werden sie Sie bei Schwierigkeiten und Problemen zurate ziehen. Vertrauen ist ein wechselseitiges Verhältnis. Als Vorgesetzter ist es an Ihnen den ersten Schritt zu tun. Zeigen Sie Ihren Mitarbeitern Vertrauen, indem Sie ihnen verantwortungsvolle Aufgaben übertragen. Teilen Sie wichtige Informationen mit Ihnen. Damit sagen Sie: Ich vertraue dir, dass du sorgsam mit dieser Information umgehen wirst. Das Vertauen, das Sie in Ihre Mitarbeiter setzen, werden Sie von ihnen zurückbekommen.

  • Lernen Sie Ihre Mitarbeiter kennen

    Zeigen Sie Interesse an Ihren Mitarbeitern. Wer ist das? Was hat die Person für Interessen? Eine tiefgehende Freundschaft wird sich nicht entwickeln. Das ist auch gar nicht notwendig, doch mit Ihrem Interesse vermitteln Sie Ihren Mitarbeiter ein gutes Gefühl. Beispielsweise bietet es sich an über unverfängliche Themen, wie Hobbys oder den Urlaub, zu sprechen.

  • Nehmen Sie die Meinung Ihrer Mitarbeiter ernst

    Nichts schmerzt einen im Job so sehr, wie nicht für voll genommen zu werden. Besonders Berufseinsteiger leiden darunter, wenn der Chef nichts auf ihre Meinung gibt. Ermuntern Sie stattdessen jeden im Team sich einzubringen. Doch dafür muss eine Atmosphäre herrschen, in der jeder das Gefühl hat, sich mit Vorschlägen und Innovationen einbringen zu können, ohne verurteilt zu werden.

  • Binden Sie Ihre Mitarbeiter in Entscheidungen mit ein

    Wie soll ein Mitarbeiter sich mit einem Unternehmen identifizieren, das nur von oben herab entscheidet? Der Mitarbeiter hat das Gefühl außen vor zu stehen und nicht Teil des Ganzen zu sein. Geben Sie Ihren Mitarbeitern die Chance mitzugestalten. Dann werden diese die Entscheidungen auch mittragen.

  • Geben Sie Feedback

    Ihre Mitarbeiter wollen wissen, wo sie stehen. Loben Sie gute Leistungen. Erkennen Sie Fortschritte an und zeigen Sie Verbesserungspotenzial auf. Seien Sie dabei klar und konstruktiv. Vermeiden sollten Sie jedoch Ausschläge ins Extreme. Sie sollten Ihre Mitarbeiter weder über die Maßen loben, noch kritisieren. Achten Sie vor allem darauf, Feedback in regelmäßigen Zeitabständen zu geben. So werden Fortschritte besser sichtbar.

  • Hören Sie zu

    Die Fähigkeit zuzuhören ist für jede Beziehung essentiell. Zuhören geht mit der Fähigkeit, die eigene Meinung zurückzustellen, einher. In dem Moment, in dem Sie zuhören, geht es nicht um Sie, sondern um Ihr Gegenüber. Das zu akzeptieren fällt vielen Menschen schwer. Doch ein guter Zuhörer lässt sein Gegenüber ausreden, wertet nicht und versucht zu verstehen. Damit zeigen Sie, dass es Ihnen wichtig ist, was Ihre Mitarbeiter zu sagen haben.

Weiterführende Informationen

Mehr Informationen rund um Mitarbeiterbindung und Employer Branding finden Sie hier:

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