Nicht, dass ich Sie in irgendeiner Weise zum Alkoholismus verleiten will. Gar nicht. Aber an dem Zeug ist was dran. Immer wieder gibt es Studien, die sich mit moderatem (!) Alkoholkonsum beschäftigen – und dabei bemerkenswerte sozialpsychologische Phänomene ausmachen. Vor einigen Jahren schon bemerkten etwa Wissenschaftler der Universität Stirling, dass Menschen, die moderat, aber regelmäßig mit Kollegen trinken, im Schnitt 17 Prozent mehr verdienen als Abstinenzler. Gut, es handelt sich dabei um eine schottische Studie. Und die Highlander ziehen gerne mal ein paar Pines nach Feierabend weg. Allerdings verglichen die Forscher damals auch stolze 17.000 Arbeitnehmer-Karrieren. Das ist auch nicht nix. Doch jetzt kommt’s:
Als Begründung führten die schottischen Wissenschaftler seinerzeit an, das gemeinsame Bierchen fördere Vertrauen und Kameradschaft – und das nutze später bei der Beförderung. Und genau so etwas bestätigt jetzt auch Michael Sayette, Psychologie-Professor an der University von Pittsburgh: Alkohol sei so etwas wie ein soziales Gleitmittel (Die Metapher stammt nicht von mir!).
Sozialer Eisbrecher
Immer wieder sieht man in den Werbeclips für Bier oder oder Härteres Menschen gesellig zusammenstehen, lustig, lachend, tanzend, … gut drauf eben – und verbunden. Und genauso sei das auch mit dem gemeinsamen Trinken, meint Sayette: es breche das Eis, verstärke Emotionen und damit auch das Gefühl sozialer Verbundenheit. In etwa dasselbe Phänomen, das man auch bei den inzwischen geächteten Rauchern und ihren Treffpunkte ausmachen kann.
Nun könnte man sagen, mit einer kalten Cola oder einem leckeren Saft geht das auch. Vermutlich. Doch stellten Sayette und sein Team ebenfalls fest, dass moderates (!) Trinken zugleich negative Emotionen wie Stress dämpft – vor allem innerhalb einer Gruppe.
Rund 720 Probanden nahmen an dem Versuchen teil, Frauen und Männer, die jeweils in Vierergruppen aufgeteilt wurden, von denen sich keiner kannte. Manche tranken dann alkoholische Drinks, andere Placebos und wieder andere Softdrinks. Und während sich frühere Studien vor allem mit dem einsamen Trinken beschäftigten, fokussierten sich die Forscher diesmal vornehmlich auf die Gruppeneffekte (weniger auf die Leberwerte). Und tatsächlich: Unter Alkoholeinwirkung schenkten sich die Fremden häufiger ein Lächeln oder grinsten öfter gemeinsam und fühlten sich laut eigenen Aussagen schneller und besser verbunden als in den Kontrollgruppen. Auch redeten und diskutierten sie intensiver miteinander.
Warum das so ist, will Michael Sayette jetzt noch weiter untersuchen. Vielleicht geht er mit seinen Kollegen aber auch erst noch was trinken…
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Chris
Der Ausdruck “Soziales Gleitmittel” ist der Klopper! Schöner Artikel! LG vom Freizeitcafe!
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