Schon wieder Montag! Die Lust, an den Büroschreibtisch zurückzukehren, tendiert gegen Null; in der kommenden Woche erwartet einen allenfalls der übliche Trott, Routine, Langeweile. Was tun Sie? Bringen Sie die Arbeitswoche irgendwie hinter sich um am Wochenende zu leben, verdaddeln Sie die Zeit und hoffen, dass der Chef davon nichts mitbekommt – oder unternehmen Sie etwas dagegen und gewinnen die Leidenschaft für den Beruf zurück?
Falls Sie sich für Ersteres entscheiden, schauen Sie hier lieber morgen noch mal vorbei. Andernfalls: Lesen Sie weiter!
Langeweile im Job gibt es immer wieder. So wie einen auch der Montagsblues immer wieder mal erwischt. Trotzdem gibt es wirksame Gegenmittel. Allerdings sollten Sie vorher genau analysieren, warum Sie sich gerade langweilen. Liegt es am Job selbst? Fehlt Ihnen jedwede Herausforderung? Oder liegt es an Chef und Kollegen, die Ihre Laune trüben? Ursachenforschung macht durchaus Sinn, da dies ganz elementar die Gegenmaßnahmen beeinflusst.
Unabhängig vom Ergebnis Ihrer Analyse habe ich hier 21 Alternativen aufgelistet, wie Sie sich selbst wieder aufrappeln können. Nicht alles wird zu Ihnen und Ihrer Situation passen. Kann es auch nicht. Aber Sie können sich daraus die für Sie persönlich besten Tipps herauspicken:
Entwickeln Sie neue Herausforderungen.
Das klingt auf den ersten Blick ein wenig tautologisch, ist aber de facto das Beste, was Sie machen können: Psychologen, wie etwa der Kreativitätsforscher Mihaly Csikszentmihalyi (ausgesprochen: Tschik-sent-mi-hai) beschreiben jenen optimalen Zustand, in dem wir maximal für eine Aufgabe motiviert sind, als Flow. Flow entsteht an der Grenze zwischen Überforderung (Angst) und Unterforderung (Langeweile). Ein Beispiel: Stellen Sie sich vor, Sie wollen ein völlig neues Projekt übernehmen. Einen großen Auftrag. Leider haben Sie von der Sache überhaupt keine Ahnung. Ihre Fähigkeiten liegen deutlich unter den Anforderungen, kurz: Sie sind hoffnungslos überfordert. Die Folge werden Frust und Versagensängste sein. Etwas Ähnliches passiert, wenn Sie eine neue Aufgabe übernehmen, die Sie in- und auswendig kennen. Diesmal liegen Ihre Fähigkeiten weit über den Ansprüchen: Sie sind unterfordert – und deshalb bald gelangweilt und genauso frustriert.. Flow entsteht allerdings nicht exakt auf der Grenze zwischen Unter- und Überfoderung, sondern leicht darüber. Anders formuliert: Wir sind genau dann optimal motiviert, kreativ, produktiv, wenn uns eine Aufgabe (ein Projekt, der Job, …) nicht langweilt, aber immer noch herausfordert. Nur so lernen wir hinzu und behalten den Spaß am Job, weil wir anschließend ein Erfolgserlebnis registrieren: Wir sind ein Stück über uns hinausgewachsen. Suchen Sie sich also eine neue Herausforderung oder starten Sie ein neues Projekt, wenn es schon kein anderer für Sie tut!
- Suchen Sie nach Alternativen. Wenn der Job selbst die Ursache Ihrer chronischen Unlust ist und sich Herausforderungen kaum finden lassen, ist ein Jobwechsel womöglich die bessere Alternative. Der muss nicht zwingend extern erfolgen. Sie können sich ebenso intern nach einer neuen Stelle umsehen. Vielleicht werden Ihre Stärken gerade händeringend gesucht. Hören Sie sich um, schreiben Sie ein paar E-Mails, setzen Sie sich zu anderen Leuten in der Kantine und bringen Sie Ihre Bewerbungsunterlagen auf den neusten Stand. Wer weiß, womöglich bringt Ihnen schon das neuen Schwung.
- Notieren Sie sich Ihre Ziele. Ein Klassiker: Ursache für Langeweile im Job kann auch Orientierungslosigkeit sein. Was wollen Sie in Ihrem Leben noch erreichen? Beruflich? Persönlich? Und was müssten Sie unternehmen, um Ihren Zielen näher zu kommen? Etwa heute? In dem Moment, wo Sie wieder bewusst und aktiv Ihren Kurs bestimmen, kehrt die gute Laune fast automatisch zurück.
- Räumen Sie auf. Versiffte Kaffeetassen, meterhohe Papierstapel und vertrauliche Dokumente, die offen herumliegen, sind nicht nur Chefs ein Graus. Sie verleiten auch zu gedanklichem Schlendrian. Zumindest bei einigen Menschen. Darum: Misten Sie Ihr Büro regelmäßig aus, sortieren Sie Ihre E-Mails und hinterlassen Sie Ihren Schreibtisch jeden Abend akkurat. Ordnen Sie das Chaos, und bewahren Sie den Zustand. Ordnung ist zwar nicht das halbe Leben, aber sie hilft, Vergangenes abzuschließen, um Neues zu beginnen. Also: Bringen Sie Ihren Schreibtisch in Ordnung, misten Sie den Posteingang aus und werfen Sie weg, was Sie nicht mehr brauchen. Auch das kann eine Herausforderung sein (siehe Punkt 1) und bringt die meisten Menschen auf Trab.
- Lernen Sie etwas Neues. Oder perfektionieren Sie bestehende Talente. Oder bauen Sie ein Hobby aus, wie etwa Schreiben oder Bloggen. Hauptsache, Sie erweitern Ihren Horizont. Denn auch das macht Ihren Alltag spannender, inspiriert – und hilft vielleicht sogar Ihrer künftigen Karriere auf die Sprünge.
- Machen Sie Pausen. Immer nur Vollgas geben – das verträgt selbst der stärkste Motor nicht. Das Burnout-Syndrom – der rapide Verlust von Freude und Antriebskraft – kann sonst die Folge sein. Langeweile kann auch ein Warnsignal Ihres Körpers sein. Ihre Batterien sind leer und damit versiegt zugleich der Strom der Ideen. Dann sollten Sie sich kurzerhand eine Auszeit nehmen: ein verlängertes Wochenende, eine Woche, vielleicht sogar zwei. Wichtig ist dann nur, dass Sie wirklich abschalten und danach Ihre Prioritäten neu setzen. Nutzen Sie die Pause bitte nicht ausschließlich zum Trödeln!
- Schlafen Sie regelmäßig. Der Managementprofessor Timothy Judge von der Universität Florida konnte nachweisen, wie Schlafmangel Arbeitnehmer dazu brachte, ihren Beruf regelrecht zu hassen. Das Forscherduo Johnson/Spinweber wiederum fand bei einer Analyse von Navy-Angehörigen heraus, dass 84 Prozent der „Gutschläfer“ innerhalb von sechs Jahren mindestens einmal befördert wurden, die „Schlechtschläfer“ dagegen nur in 67,9 Prozent der Fälle. Regelmäßiger Schlaf muntert auf – im doppelten Wortsinn.
- Trinken Sie mehr. Das hat weniger mit dem Flow zu tun als vielmehr mit körperlicher Fitness. Ein Erwachsener sollte am Tag mindestens zwei Liter Wasser trinken, besser sind drei. Das ist gut für den Stoffwechsel, den Kreislauf und wirkt sogar auf die grauen Zellen. Wer zu wenig trinkt, wird müde und bekommt miese Laune.
- Mehr Licht! Gerade jetzt in der dunklen Jahreszeit sackt die Motivation oft ab. Schuld ist unter anderem der Mangel an Vitamin D. Der menschliche Körper kann dieses Provitamin selbst aus Cholesterin herstellen. Voraussetzung ist aber eine ausreichende Bestrahlung der Haut mit UV-Licht. Im Winter bekommen wir meist zu wenig davon. Was hilft: Ein Mittagsspaziergang im Freien, eine Tageslichtlampe im Büro oder der Besuch einer Sonnenbank.
- Machen Sie sich bessere Gedanken. Gedanken haben enorme Macht. Wir reflektieren ständig unser Verhalten, analysieren uns, kritisieren uns, loben uns, schmieden Pläne. Dieser innere Dialog prägt unser Handeln und unsere Gefühle zu 95 Prozent! Schon der Talmud warnt: „Achte auf deine Gedanken, denn sie werden Worte. Achte auf deine Worte, denn sie werden Handlungen. Achte auf deine Handlungen, denn sie werden Gewohnheiten. Achte auf deine Gewohnheiten, denn sie werden dein Charakter.“ Achten Sie also auf Ihre Gedanken! Und denken Sie positiv: Sie schaffen das!
- Zerlegen Sie große Aufgaben in kleine. Es ist wie mit dem physikalischen Gesetz der Trägheit: Ist ein schwerer Körper erst in Bewegung, wird es leichter ihn in Fahrt zu halten. „Auch die längste Reise beginnt mit einem einzelnen Schritt“, lautet ein chinesisches Sprichwort. Also beginnen Sie mit kleinen Schritten.
- Nehmen Sie sich nicht zu viel vor. Behalten Sie lieber das große Ganze im Auge. Aus der Forschung weiß man, dass Menschen Aufgaben motivierter erledigen, wenn Sie die höheren Ziele dahinter erkennen.
- Loben Sie sich. Fehlen positive Rückmeldungen, tendieren Menschen dazu, aufzugeben. Umgekehrt wirkt Wertschätzung enorm positiv, wie etwa Albert Bandura, Psychologie-Professor an der Stanford-Universität, nachwies: Gelobte sind motivierter, stecken sich höhere Ziele, fühlen sich diesen stärker verpflichtet, teilweise unterstellen sie sich sogar bessere Fähigkeiten, was wiederum ihre Leistungskraft verbessert.
- Hören Sie Musik. Lieblingslieder können ein großartiger Motivator sein und verbessern unmittelbar die Laune. Wenn Sie sich durch Musik bei der Arbeit nicht abgelenkt fühlen, hören Sie ein paar Melodien zum Aufmuntern.
- Setzen Sie Prioritäten. Entscheiden Sie, was wirklich wichtig und dringend ist und was noch Zeit hat oder delegiert werden kann. Die Eisenhower-Methode eignet sich dafür besonders gut. Aber auch die ABC-Technik.
- Bewegen Sie sich. Das ewige Sitzen am Schreibtisch ist Gift für Ihren Kreislauf. Am Ende haben Sie mehr Blut in den Beinen als in der Birne. Regen Sie also die Zirkulation wieder an, schnappen Sie frische Luft und drehen Sie eine Runde um den Block. Wer seinen Körper bewegt, setzt Endorphine frei. Und die vertreiben die Langeweile.
- Machen Sie etwas Verrücktes. Menschen sind Gewohnheitstiere. Obwohl wir alle wissen, dass Routinen Überdruss erzeugen, gewöhnen wir uns dennoch Rituale an: Wir gehen immer denselben Weg zur Arbeit, betreten auf die gleiche Art das Büro – Licht an, PC an, Post holen, Hinsetzen… All das haben wir so sehr verinnerlicht, dass wir kaum noch darüber nachdenken. Aber es beeinflusst uns. Durchbrechen Sie diese Gewohnheiten gezielt, indem Sie absichtlich eine andere Reihenfolge wählen oder auf eine völlig neue Art durch das Unternehmen wandern. Nicht wenige erleben dabei einen völlig inspirierenden Tag.
- Stellen Sie Ihr Büro um. Auch das ist eine Form, Routinen radikal aufzubrechen. Wer sein Umfeld gestaltet, aktiviert gleichzeitig Kreativkräfte – und verbessert so Stimmung und Antriebskraft. Nicht zuletzt, weil er hinterher zufrieden feststellt, etwas Produktives geleistet zu haben.
- Lesen Sie. Lesen inspiriert, bringt auf neue Gedanken und macht Spaß. Quellen gibt es zuhauf: Bücher, Zeitschriften, Webseiten. Egal was – nehmen Sie sich eine kurze Auszeit, um neue Gedanken zuzulassen und blenden Sie die Arbeit dabei komplett aus. Sonst funktioniert es nicht.
- Meditieren Sie. Manche Menschen reagieren auf mehr Druck mit Abwehr. Wenn Ihnen die Muße fehlt, geben Sie dem Impuls nach und schalten Sie tatsächlich ab: Tür zu, Hinsetzen, Störquellen wie Telefon, Posteingangston und Handy ausschalten, Augen schließen und meditieren. Zehn Minuten reichen oft, um neue Impulse zu bekommen.
- Schreiben Sie ein Blog. Mir persönlich hilft das oft. Schreiben entspannt und fokussiert das Denken. Die Grübeleien hören auf, alles Ablenkende verschwindet. Es muss ja nicht gleich Prosa sein. Eine kurze Liste mit 21 Tipps tut’s genauso.



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