Mal ehrlich: Nicht nur Geld verdirbt den Charakter, der Job kann das genauso. Der Beruf, die Firmenkultur, die Werte der Kollegen, das Verhalten des Chefs – deren ganzes Zusammenspiel überträgt sich früher oder später auf den Charakter. Und nicht immer zum Positiven. Zuerst verändern sich nur die Gedanken, dann das persönliche Verhalten. Lug, Betrug, Diebstahl, Kunden anschmieren, Kollegen hintergehen… das alles ist heute längst Alltag. Moralischer Anspruch und ethische Werte bleiben immer häufiger auf der Strecke. Es zählt der Erfolg – egal mit welchen Mitteln.

Sozialwissenschaftler wissen: Je stärker sich ein Mensch mit seinem Beruf identifiziert, desto schneller passt er sich den Gepflogenheiten des Betriebs oder der Branche an. Um von den Kollegen und vom Chef respektiert und gelobt zu werden, überschreiten manche Grenzen, die für sie früher No-go-Areas geblieben wären: Die Idee des Kollegen als eigene verkaufen? Selbst Schuld, hätte er eben schneller sein müssen! Dem Kunden die aktuellen Probleme des Produktes vorenthalten? Hey, er hat ja auch nicht danach gefragt! Schmiergeld bezahlen, um den Auftrag zu bekommen? Na und, macht doch jeder! Aus dieser Abwärtsspirale entkommen nur die wenigsten. Weil es Kraft kostet – und manchmal sogar den Job! Letztlich bleibt es eben immer eine Frage der inneren Einstellung, der persönlichen Lebensorganisation und des eigenen Selbstbewusstseins, Haltung zu bewahren und auf äußeren Druck mit Geradlinigkeit und Mut zu reagieren.

In diesem Blog ging es bereits um das Thema Lügen, den Mut zur Tücke oder Machtspiele im Büro. Heute möchte ich Sie – ganz anonym natürlich – fragen: Wie ehrlich sind Sie eigentlich in Ihrem Job? Wo haben Sie schon mal gemogelt, Fünfe gerade sein lassen oder beide Augen zugedrückt? Mehrfachnennungen sind möglich.

Und seien Sie bitte ehrlich bei dieser Umfrage!