13 von Jochen Mai am 9. November 2009 → Artikel in Büro

Morgenstund – Wann beginnen Sie morgens zu arbeiten?

Ich weiß natürlich nicht, wann Sie diesen Artikel lesen – morgens oder abends, vor, während oder nach der Arbeit. Ich vermute allerdings tendenziell später. Wie ich darauf komme? Seit geraumer Zeit habe ich den Verdacht, dass sich die Arbeitszeiten in Deutschland verschoben haben. Die Menschen arbeiten zwar insgesamt länger, fangen damit aber morgens später an. Jedenfalls beobachte ich das zum Beispiel auf den übervollen Autobahnen oder überfüllten Pendlerzügen zu bestimmten Uhrzeiten.

Um dem unbestimmten Gefühl zumindest etwas empirische Fundierung zu verleihen, würde ich nun gerne von Ihnen wissen, wann Sie morgens mit der Arbeit starten – speziell montags (halbzehn in Deutschland – oder eher). Benutzen Sie dazu bitte das Umfragetool rechts. Ausführlichere Antworten gerne auch als Kommentar weiter unten.

Und so oder so: Ihnen allen einen guten Start in den Tag und in eine hoffentlich erfolgreiche Woche!

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1. Kommentar

Annabelle Meinhold
09.11.09 um 09:52 Uhr

Interessante Umfrage. Ich habe auch teilweise das Gefühl, dass die Menschen morgens ihre Arbeit später beginnen. Doch Angestellte können sich das eigentlich nicht leisten, denn die Regelarbeitszeit beginnt meist um 9.00 Uhr. Selbständige arbeiten oft noch abends bis in die Nacht hinein und gönnen sich daher einen späteren Arbeitsbeginn. Wie sieht das bei Redakteuren aus? Wann müssen diese präsent sein? Erst zur allgemeinen Redaktionsbesprechung?

2. Kommentar

Niels Warnecke
09.11.09 um 10:01 Uhr

Ich habe das Glück, hauptberuflich in einem Unternehmen zu arbeiten, in dem es eine feste Arbeitszeit für die meisten Mitarbeiter nicht gibt. Stattdessen haben wir einen Arbeitszeitkorridor von 6 bis 20 Uhr. Innerhalb des Zeitfensters ist die Arbeit zu leisten. Einzige Bedingung: Die Teams müssen die Standardservice-Zeiten eigenverantwortlich abdecken. Zudem habe ich die Möglichkeit, HomeOffice-Phasen einzubauen (dank RemoteAccess kein Problem). Insofern kann ich meine Arbeit hinsichtlich Zeit und Ort sehr flexibel gestalten.

Diese Aufhebung von Zeit- und Raumbindung führt in der Tat dazu, dass ich eher mehr arbeite als weniger. Zumal dank der modernen Technik auch die Bahnfahrten zwischen Arbeitsplatz und Zuhause produktiv genutzt werden.

Der Frage meiner Vor-Schreiberin möchte ich mich gern anschließen: Wie sieht eigentlich der Arbeitsalltag eines erfolgreichen Wirtschaftsjournalisten aus?

3. Kommentar

Jochen Mai
09.11.09 um 10:07 Uhr

@Niels: Kernarbeitszeiten kenne ich natürlich auch. Die Frage zielt aber eher in die Richtung: Wann beginnen Sie ÜBLICHERWEISE morgens mit der Arbeit. Auch wenn man flexibel starten kann, gibt es ja doch meist eine Zeit, zu der man selbst den Start regelmäßig anpeilt.

Zu der Frage nach den Redakteuren: Jeder Tag ist vom Ablauf anders – das liegt an den ständig wechselnden Inhalten. Dennoch gibt es natürlich Routinen, wie morgendliche Nachrichtenkonferenzen, Layoutkonferenzen, Programmkonferenzen, Ressortmeetings, … Die Nachrichtenrunden starten bei uns um 10 Uhr. Ich bin aber in der Regel rund eine Stunde vorher da – was wiederum nur die Büroarbeit betrifft. Wenn man das Scannen und Sortieren der Tagesnachrichten, RSS-Feeds und sonstigen Infoquellen hinzuzieht, beginnt mein Arbeitstag gegen 7 Uhr.

4. Kommentar

Melanie Joos
09.11.09 um 11:07 Uhr

Ich bin meist kurz vor halb neun Uhr im Büro. Später bin ich zu unproduktiv und früher zu müde und dann wird’s auch zu hektisch. Außerdem ist um diese Uhrzeit die Bahn nicht zu voll. Auch immer wieder ein gutes Argument.

5. Kommentar

Sebastian
09.11.09 um 11:45 Uhr

Das ist mir auch schon aufgefallen. Normal bin ich zwischen 7.00 und 7.30 Uhr unterwegs und komme gut durch. Sobald es mal etwas später wird (ab 8.00 Uhr) sind die Straßen total dicht. Es nervt schon ein bisschen :D Aber es ist die Ausnahme, da ich früh anfange, um nachmittags/abends noch was vom Tag zu haben … oder privat noch zu arbeiten.

6. Kommentar

Andreas
09.11.09 um 12:49 Uhr

Der Begriff Arbeit ist in der heutigen Wissens- und Informationsgesellschaft nicht mehr an einen Ort oder an einen Gegenstand gebunden. Wenn man sich nicht klare Grenzen setzt, arbeitet man immer. Dann wird ein Gedanke zur Arbeit beim Sonntagsspaziergang schnell aufs Handy gesprochen. Kreativität sollte man nicht unterbinden. Ich finde ein Whiteboard gehört in die Nähe jedes Esstisches.

7. Kommentar

Sigi
09.11.09 um 17:16 Uhr

@niels. Dass gerade mehr Flexibilität dazu führt, dass beruflich stark Engagierte mehr arbeiten erleben wir häufig in Unternehmen – auch die Folgen der damit verbundenen Belastungen. Freiheit und Grenzen setzen ist nicht nur wichtig in der Erziehung, sondern auch in der Arbeitswelt. Und hier sind allgemeingültige Rezepte fehl am Platz. Der Eine fühlt sich mit mehr Freiheit wohl, der Andere muss – um seine Balance nicht zu verlieren – sich begrenzen. Denn häufig sind gerade für Familienmenschen, die Stunden am Abend nicht zu ersetzen. Dazu kommt eine Beobachtung, dass Menschen sich oft nicht für eine frühere oder spätere Anfangszeit bewusst entscheiden, sondern auf bestimmte Rahmenbedingungen reagieren – ohne die Folgen abzuwägen.

8. Kommentar

Niels Warnecle
09.11.09 um 21:11 Uhr

@sigi: Wahre Worte. Deswegen schätze ich meine Flexibilität – so kann ich eben auch mal nachmittags der Tochter bei den Hausarbeiten helfen. Es ist diese Eigenverantwortung, die ich mag.

Ich persönlich glaube, dass immer mehr Unternehmen dazu übergehen werden, sich von einer stringenten Arbeitszeitregelung weitestgehend zu verabschieden. Denn Präsenz allein ist für sich genommen wertlos. Der Output ist maßgeblich. Und da haben wir ja mit BSC und Co. gute Instrumentarien, wenn sie denn vernünftig angewandt werden.

(Selbst-)Überlastung ist meines Erachtens keine Frage des Arbeitszeitmodells, sondern eine Frage der Life Balance. Und da ist es, ich formuliere es mal ganz platt, wie bei vielen Themen: Manche könnens; andere muss man unterstützen, um dahin zu kommen; und beim Rest ist so oder so Hopfen und Malz verloren, dort braucht es dann schon psychologische Betreuung.

9. Kommentar

Jochen Mai
09.11.09 um 21:48 Uhr

Ich denke zwar auch, dass sich die Arbeitszeitregelungen – nicht zuletzt dank des Internets – flexibilisieren werden (müssen). Doch manche Arbeitsrhythmen lassen sich dadurch nicht beeinflussen. Wer zum Beispiel Kinder hat, muss seinen Tagesrhythmus automatisch dem Schulrhythmus anpassen. Klar, kann man die Kinder auch erst schulfertig machen und sich dann noch einen gemütlichen Morgen auf der Couch machen, doch ist das selten produktiv. Dagegen spricht etwa unsere natürlich Biorhythmik – siehe: http://karrierebibel.de/chronobiologie-ob-eule-oder-lerche-steht-bei-geburt-fest/

10. Kommentar

Niels Warnecle
10.11.09 um 18:24 Uhr

Kein Widerspruch.

11. Kommentar

Chris
16.11.09 um 10:04 Uhr

Ich persönlich mag die laxe Handhabung der Arbeitszeit bzgl. des BEGINNS nicht; ich beginne lieber um 7 das Arbeiten und habe dafür einen längeren Nachmittag, wenn der Arbeitstag um 16 Uhr bereits vorbei ist. Was nutzt mir 1, 2 h länger schlafen, bis ich endlich in die Gänge und zur Arbeit komme, um dann erst um 17 oder 18 h heimzukommen – dann ist der Tag komplett gelaufen. Also lieber um 6 raus, 7 arbeiten, 4 heim und dann endlich FREI-ZEIT. Leider verkommt die Arbeitsmoral und ihre Zeiten in D immer mehr. Warum finden eigentlich so viele so schwer aus dem Bett? Die Aussicht auf einen Nachmittag, an dem man eher heimkommt, dürfte doch dafür entschädigen, oder?

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