„Geld hat noch keinen reich gemacht, sinnierte Seneca. Und es motiviert auch nicht sonderlich. Allenfalls kurzfristig. Aber gibt es dazu überhaupt Alternativen?“
„Sicher. Die erste ist Anerkennung. Auszeichnungen für Einzelne oder Teams, die etwas Beachtliches geleistet haben, spornen enorm an. Wichtig dabei ist nur, es möglichst an die große Glocke zu hängen. Das Brimborium kann gar nicht groß genug sein, auch wenn dabei nur kleine Meilensteine gewürdigt werden. Denn dann stachelt es auch die anderen an. Den Effekt hat Lob aber nur, wenn es echt ist und die Modalitäten transparent sind. Sonst wirkt es willkürlich und die Wirkung verpufft.“
„Aber Tafeln vom Typ ‘Mitarbeiter des Monats’ können auch sehr peinlich sein…“
„Wer das nicht mag, sollte zumindest Ziele nennen. Wer von seinen Mitarbeitern kreative Leistung verlangt, muss ihnen auch sagen, wohin die Reise geht. Und die Mitarbeiter müssen diese Mission teilen. Eine einmalige Erklärung reicht übrigens nicht. Der kollektive Sinn und Zweck eines Unternehmens oder Projektes geht häufig im Tagesstress verloren. Wer beides dennoch immer wieder glaubhaft vermitteln kann, schafft einen starken Anreiz. Umgekehrt wirkt ein fehlendes Ziel enorm destabilisierend und demotivierend.“
„Alles gut und schön, aber reicht das?“
„Teilweise. Stärker wirkt nur noch das Gefühl, erfolgreich zu sein. Und das ist am schwersten zu vermitteln. Mitarbeiter brauchen es aber, um ihren Job spannend zu finden. Denn sie neigen dazu, sich zu langweilen, wenn sie nicht ab und an auf die Probe gestellt werden. Sie sind also genau dann maximal motiviert, wenn sie das Gefühl haben, auf dem Gipfel angekommen zu sein, trotzdem aber noch lange nicht das Ende der Fahnenstange erreicht zu haben. Das klingt widersprüchlich, funktioniert aber in der Praxis. Der US-Kreativitätsforscher Mihály Csikszentmihályi nannte diesen Zustand „Flow“. Es ist diese berühmte Mischung aus fordern und fördern. Und schon ein altes chinesisches Bonmot sagt: Geld bewirkt viel – ein kluges Wort jedoch kaum weniger.“



Andreas Reisenbauer
Dazu fällt mir noch ein weiteres Zitat ein:
“Mitarbeiter arbeiten für Menschen. Für Geld sind sie nur anwesend.”
Norbert Glaab
Viele Unternehmen bezahlen die Hände ihrer Mitarbeiter, obwohl sie den Verstand gratis dazu haben könnten.
Unterforderung ist genau so schädlich für Mensch und Unternehmen, wie übermäßige Überforderung.
Als Unternehmer sollte man wissen, wenn ich einem einen Orden verleihe, (besonders hervorhebe) wird der Rest der Belegschaft zu Neidern!
Jochen Mai
@andreas: schönes zitat. quelle?
@norbert: ebenfalls ein guter vergleich. und bei der über- wie unterforderung stimme ich absolut überein. womit man natürlich sofort wieder beim “flow” ist. das problem für führungskräfte ist freilich nur, genau zu erkennen, wo bei dem einzelnen das individuelle maß an gerade-eben-noch-nicht-überforderung liegt. einer meiner lehrmeister hat mal den satz geprägt: jeder mitarbeiter hat ein recht darauf, indiiduell geführt zu werden. sehr wahr – aber auch sehr schwer.
Sebby
Eines der wichtigsten Punkte um die Mitarbeiter bei Laune zu halten ist sicherlich Vertrauen. Chefs sollten versuchen Ihren Mitarbeitern für die einzelnen Tätigkeiten zu Motivieren und als gutes Beispiel vorangehen. Nur ein Chef der selbst mit spaß an die Sache ran geht kann ein gutes Vorbild sein und die Mitarbeiter mit anstecken.
Jochen Mai
@sebby: stimmt. vertrauen setzt aber auch vertrauen in die eigenen fähigkeiten voraus. will sagen: viele chefs sind leider unglaublich unsicher. so erklären sich auch die zahlreichen bürodespoten und kontrollfreaks. und deshalb fällt es ihnen auch so schwer loszulassen, zu delegieren und zu vertrauen.
Andre
Wäre ja schön, wenn man bei den Zitaten noch sehen könnte von wem sie sind. Oder sind die Zitate von Ihnen selbst?
Andreas Reisenbauer
@Zitat “Mitarbeiter arbeiten für Menschen. Für Geld sind sie nur anwesend”: Es stammt vom bekannten Managementtrainer Dr. Manfred Winterheller. http://www.start-living.com/
Jochen Mai
@andre: ich ahnte, dass nicht sofort klar würde, wie das gemeint ist. also: der dialog ist von mir. komplett. es ist ein fiktives gespräch – und damit eine andere erzählform als ein üblicher artikel. die stilform habe ich für mein buch entwickelt und dort auch verwendet. ich finde es ist für den leser (eines blogs oder buchs oder einer zeitschrift) ermüdend, wenn die informationen immer gleichförmig präsentiert werden. deshalb ja auch lange und kurze geschichten, interviews, bulletpoints, videos, etc… und einem gespräch, einer diskussion, einem streit vielleicht sogar, schaut man ja gerne zu – und lernt ebenfalls daraus. ich bitte die irritation zu entschuldigen. aber jetzt bin ich natürlich neugierig: wie fanden sie das gespräch denn? war das vielleicht sogar spannender als ein artikel?
@andreas: vielen dank!
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Brigitte
wieder
Mitarbeiter arbeiten für Menschen. Für Geld sind sie nur anwesend
Marcus
…auch wenn die Zitate nun fast auf den Tag genau 3 Jahre alt sind, sind sie nach wie vor zeitlos! Und werden es auch noch in 3, 30 oder 300 Jahren sein!
Besten Gruß aus Düsseldorf
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