So ein Urlaub ist ein gute Gelegenheit, um fernab des Alltags sein Leben auf den Prüfstand zu stellen. Keine Angst: Das ist nicht mit Aufwand oder Mühe verbunden, sondern kann sogar richtig entspannend wirken, weil sie dabei Ballast loslassen und neue Energie gewinnen können. Alles, was Sie dafür brauchen, ist Zeit zum Innehalten. Und gerade das sollten Sie in den Ferien ja genug haben.

Trotzdem fangen Sie am besten nicht gleich am ersten Urlaubstag an, die Bilanz ihres gesamten Arbeitslebens oder auch nur des letzten Jahres zu ziehen und sich Ziele für das nächste zu setzen. Besser ist, Sie kommen erst Mal an, entspannen sich und lassen das, was war, so richtig durchsacken. So gewinnen Sie die nötige Distanz zu den Dingen und die Ruhe, um sich ihnen wirklich stellen zu können. Ganz abgesehen davon braucht Ihr Gehirn die Erholung und ein bisschen Leerlauf, damit es neue Gedanken fassen kann.

Innehalten und Bilanz ziehen

Ein schöner Beginn ist in der Regel, wenn Sie sich erst Mal das letzte Jahr in allen Einzelheiten durch den Kopf gehen lassen. Ziehen Sie nüchtern und möglichst emotionslos Bilanz, indem Sie sich überlegen, ob

  • Sie Ihre Ziele erreicht und vielleicht sogar übertroffen haben – oder ihnen keinen Schritt näher kamen,
  • die Arbeitsinhalte zu Ihren Fähigkeiten und Erwartungen passen – oder sie davon über- bzw. unterfordert sind,
  • Sie mit Ihrer beruflichen Situation zufrieden sind – oder gefrustet und konsterniert.

Vielleicht stellen Sie dabei ja fest, dass alles in Ordnung ist und ruhig so weitergehen kann. Dann können Sie sich sofort beruhigt zurücklehnen und den Rest des Urlaubs genießen, um Kraft für das nächste erfolgreiche Jahr zu tanken.

Möglicherweise finden Sie aber doch ein paar Sachen, die im letzten Jahr nicht so rund liefen. Vielleicht

  • fällt es Ihnen schwer, in den Meetings den Redebeiträgen zu folgen, weil Ihr Englisch nicht sonderlich gut ist,
  • finden Ihre Vorschläge nur selten Gehör, weil Sie sich zu leicht unterbuttern lassen,
  • kommt Ihre Karriere nicht so recht voran, weil die nächsthöhere Stelle auf die nächsten Jahre besetzt ist.

Nehmen Sie sich für diese Analyse bitte richtig viel Zeit. Um die richtigen Wege zu finden, müssen Sie schließlich wissen, was genau das Problem ist und welches seine Ursachen sind.

Träume wirken lassen und Ziele setzen

Wenn Sie beim Reflektieren sind, hilft es Ihnen auch weiter, wenn Sie Ihre Träumen hervorholen und sich intensiv mit ihnen befassen. Denn gerade dazu sind die Mußestunden des Urlaubs ja auch da: Sich den Dingen hinzugeben, die in der Hektik des Alltags oft untergehen. Schlussendlich gehen diese verloren, wenn Sie sie nicht immer mal wieder hervorholen – gerade bei Träumen und Lebenzielen wäre das aber fatal.

Vielleicht gibt es ja tatsächlich einen Traum, an dessen Verwirklichung Sie sich bisher nicht getraut haben – der aber immer wieder auftaucht, wenn Sie ihm den Raum dafür geben. Speziell wenn Sie momentan beruflich feststecken oder Ihre Arbeit schon länger keinen Spaß mehr macht, ist es genau jetzt an der Zeit, sich an die Umsetzung dieses hartnäckigen Traumes zu machen. Aber natürlich braucht es keine Notlage, um sich aus der Deckung zu wagen. Gerade, wenn es gut läuft, haben Sie Energie und Selbstbewusssein, um sich an größere Ziele zu wagen.

Möglicherweise haben Sie die Umsetzung Ihres Traums bisher nur deswegen vor sich hergeschoben, weil einfach andere Dinge im Vordergrund standen. Vielleicht fehlte Ihnen dafür noch die notwendige Erfahrung. Oder es waren Kinder zu versorgen, die Sie vom Aufbruch ins Ungewisse abhielten. Wenn die Dinge, die der Verwirklichung Ihres Traums entgegenstanden, nicht mehr gelten, können Sie sich getrost an die Umsetzung machen.

Damit wir uns nicht falsch verstehen: Wenn ich sage, dass Sie Ihre Träume verwirklichen sollen, meine ich nicht, dass Sie total aussteigen und nur noch für Ihre Ideale leben sollen. Es sei denn, genau das ist Ihr Traum… Es heißt vielmehr, dass Sie dazu stehen, was Sie wirklich wollen, und die Konsequenzen draus ziehen – selbstverständlich auch im Arbeitsleben. Schließlich sind Sie nur dann richtig gut, wenn Ihr Tun zu Ihren Fähigkeiten und Erwartungen passt.

Weil die Konsequenzen letztlich allen nützen, sollten Sie Ihre Ziele forcieren. Egal, ob

  • Sie ins Ausland ziehen wollen oder nur in eine andere Stadt,
  • Ihnen der Vertrieb wesentlich mehr zusagt als die Entwicklung,
  • Sie beruflich kürzer treten oder lieber selbständig arbeiten wollen.

Vermutlich werden Sie diese Überlegungen nicht allein anstellen können, weil Sie Partner oder Familie haben, auf die Sie Rücksicht nehmen müssen. Das ist kein Hindernis, wenn diese Menschen Sie bei der Verwirklichung Ihrer Ziele unterstützen. Im Gegenteil: Denn Ihre Lieben besitzen eigene Ziele, die im Idealfall den Ihren ähneln.

Sobald Sie offen darüber reden, was Sie um- und antreibt, entstehen Synergieeffekte – und sie unterstützen sich nicht nur gegenseitig bei der Umsetzung Ihrer Ziele, sondern entwickeln neue, größere, (zusammen)passende. Und mobilisieren obendrein die Energien, die Sie für die Umsetzung benötigen.

Schritte zur Umsetzung planen

Jetzt sind Sie hoffentlich so motiviert, dass Sie die Umsetzung Ihrer Ziele vorbereiten wollen. Überlegen Sie sich also, welche Schritte Sie als Nächstes unternehmen wollen:

  • Angenommen, Ihr größtes Problem ist, dass Sie mit Ihren Vorschlägen nicht durchdringen, weil Sie zu schnell zurückstecken: Dann können Sie sich beispielsweise einen Coach nehmen, der mit Ihnen Verhaltensweisen trainiert, die Ihnen zu mehr Selbstsicherheit verhelfen.
  • Wenn Sie in die Vereinigten Staaten gehen wollen, können Sie mit Ihrem Vorgesetzten reden, damit er für Sie den Kontakt zur US-Niederlassung Ihres Unternehmens herstellt. Oder Sie informieren ihn über Ihr Vorhaben, bewerben sich intern auf die passenden Stellen und geben Ihn als Referenz an.
  • Falls Sie schon lang von Ihrem eigenen Geschäft träumen, sollten Sie gleich nach dem Urlaub mit der Ausformulierung des Konzepts beginnen. Wenn es schon fertig in der Schublade liegt, können Sie Ihren Chef gleich um die Reduzierung Ihrer Arbeitszeit bitten und nebenberuflich starten.

Je konkreter die Schritte sind, die Sie sich vornehmen, desto größer ist die Wahrscheinlichkeit, dass Sie diese auch umsetzen. Zusätzlich helfen Sie sich, wenn Sie sich Deadlines setzen, bis zu denen Sie ein (Zwischen-)Ziel erreicht haben wollen. Vielleicht können Sie ja außerdem Ihren Partner dafür gewinnen, Sie zu unterstützen, indem er die Einhaltung dieser Zeitvorgaben überwacht.

Wenn Sie soweit sind, dürfen Sie sich wirklich zurücklehnen und den Urlaub genießen. Vielleicht werden Sie das aber gar nicht mehr wollen, weil Sie gleich an die Umsetzung Ihrer Ziele gehen. Dagegen ist natürlich auch nichts einzuwenden.