ollyyMusik ist einfach mein Leben.“ Der Satz ist in Ihrem Freundeskreis sicher auch schon mal gefallen. Vielleicht sogar von Ihnen? Eine Möglichkeit wäre es in dem Fall ja, die Musik tatsächlich zum Lebensmittelpunkt zu machen, mit ihr Geld zu verdienen. Doch wo und wie starten? Wir haben Ideen gesammelt: 10 Studiengänge für Musikalische.

Musikus: Ab in den Hörsaal

Die Zahl freiberuflicher Musiker, die in der Künstlersozialkasse versichert sind, ist nach Angaben des Deutschen Musikinformationszentrums von rund 29.500 im Jahr 2000 auf fast 50.000 im Jahr 2013 gestiegen. Im gleichen Jahr gab es immerhin 5.369 Studienanfänger in den verschiedensten Studiengängen aus dem Bereich Musik. Von denen wird später nicht jeder Rocker oder Rapper. Aber eben auch nicht Musiklehrer.

Tatsächlich ist das Orchester an den Unis und Musikhochschulen recht groß. Wer musikalisch interessiert und begabt ist, muss hier nur zum richtigen Instrument, sprich Studienfach, greifen. Manche davon sind eher Mainstream, andere haben eine ganz besondere, eigene Note. Wir haben zehn Studiengänge recherchiert, die Sie interessieren und vielleicht noch gar nicht kennen könnten.

Möglicherweise trifft einer davon ja genau Ihren Geschmack. 10 Studiengänge für Musikalische ...

10 Studiengänge für Musikalische

  1. Musiktherapie

    Als Heilberuf hat die Musiktherapie noch keine jahrhundertealte Tradition. Dass Musik Heilungsverläufe in vielen Fällen begünstigen kann, ist aber längst kein Geheimnis mehr. Zum Beispiel sollen die wohltuenden Klänge bei Tinnitus helfen, bei Migräne oder bei kindlichen Entwicklungsstörungen. Und auch bei altersbedingter Demenz. So gibt es etwa an der Hochschule für angewandte Wissenschaften Würzburg-Schweinfurt einen speziellen Master-Studiengang Musiktherapie bei Behinderung und Demenz. In Münster wird Klinische Musiktherapie gelehrt. Der Bedarf für Musiktherapeuten könnte angesichts der alternden Gesellschaft in Zukunft steigen. Jobs gibt es im erweiterten Gesundheitsbereich, in Kliniken oder Altenheimen, der tägliche Umgang mit Patienten gehört für Musiktherapeuten zum Alltag.

  2. Populäre Musik

    Berufsziel Popstar? Allein durchs Popmusik-Studium steigt man nicht zur zweiten Madonna auf, so viel ist klar. Aber man lernt immerhin, worauf es in der Branche ankommt. Einen Master kann man zum Beispiel an der berühmten Folkwang Hochschule in Essen machen, um sich dort Wissen in Themenbereichen wie Sound/Effekte, Musikgeschichte, Musik und Medien, Ensemblepraxis und Bühnenmusik anzueignen. Vorausgesetzt, man übersteht die 45-minütige Bewerbungsrunde, die mit einer 15-minütigen Präsentation garniert wird. Bewerber müssen dabei ihre künstlerische Eignung nachweisen, ausreichende Sprachkenntnisse und praktische Erfahrung. Schon die Bewerbung kostet 30 Euro. Der Master-Studiengang richtet sich ausschließlich an Künstler, die sich schon auf dem freien Markt bewegen.

  3. Musikpädagogik

    Musik als Erziehungsinstrument - studierte Musikpädagogen schlagen meist den Weg als Lehrer ein. Der muss aber nicht zwangsläufig in eine allgemeinbildende Schule führen. Jobperspektiven gibt es auch auch in Musik- und privaten Schulen, in kirchlichen oder kommunalen Freizeiteinrichtungen oder in der Weiterbildung. Generell sind die Perspektiven für Musiklehrer nicht schlecht: Laut Modellrechnung der Kultusministerkonferenz von 2011 wurden für die „übergreifenden Lehrämter des Primarbereichs und aller oder einzelner Schularten des Sekundarbereichs I“ zumindest mittelfristig bis 2020 „die höchsten Einstellungsbedarfe in den Fächern Chemie, Physik, Englisch, Musik/Kunst/Gestaltung/Werken und Sport“ ermittelt. Für das „Lehramt alle oder einzelne Schularten des Sekundarbereichs I“ wurde „kurz- und längerfristig größerer Einstellungsbedarf in den Fächern Mathematik, Physik, Englisch, Französisch, Kunst/Gestaltung/Werken, Musik und Sport prognostiziert“.

  4. Kirchenmusik

    Von Kirchenmusikern wird heute nicht mehr nur die Beherrschung von Orgel und Klavier verlangt. In den Gemeinden hat sich das Spektrum mittlerweile auf klassische und Pop-Stücke ausgedehnt. Wer als Kirchenmusiker vielseitig aufgestellt ist, hat also durchaus Vorteile. Im Studium liegt der Schwerpunkt aber weiterhin auf Orgel und Klavier, daneben spielen Gesang, Chor- und Orchesterleitung eine Rolle. Bachelor-Studiengänge gibt es in ganz Deutschland, auch der Diplom-Kirchenmusiker ist noch nicht ausgestorben. Diplom-Studiengänge gibt es zum Beispiel noch in Greifwald und Mainz. Kirchenmusiker arbeiten, logisch, vorwiegend an den Wochenenden. Eine kreative Ader schadet nicht, um die Gottesdienste aktiv mitzugestalten. Bedeutet: Kirchenmusiker haben eine Menge Gestaltungsspielraum - und warten eben nicht nur auf Anweisungen von oben.

  5. Musikinstrumentenbau

    Auch Handwerk ist Kunst, wenigstens manchmal. In diese Kategorie fällt die Tätigkeit als Musikinstrumentenbauer, der sich noch in viele Subkategorien aufsplitten lässt: Orgel-, Geigen- und Klavierbauer zum Beispiel. In der Regel handelt es sich um Ausbildungsberufe. Die FH Zwickau ist die (nach unseren Erkenntnissen) einzige Hochschule, die den Musikinstrumentenbau als Studienfach anbietet. Man will so den Bogen schlagen zwischen kunsthandwerklicher Tradition und wissenschaftlicher Ausbildung, theoretische und praktische Kenntnisse vermitteln. Die Absolventen arbeiten hinterher nicht zwingend als Instrumentebauer, sondern auch als Holzgestalter, Produktdesigner, Mode- und Kostümdesigner.

  6. Volksmusik

    Der Studiengang Volksmusik ist eine echte Orchidee, exklusiv angeboten von der Hochschule für Musik und Theater München. Inhaltlich wird einem unter anderem das Volkslied- und Volkstanzrepertoire näher gebracht, auch Konzerte und Reisen sind vorgesehen. Allerdings wird der Studienplan gerade überarbeitet. Vermutlich auch, um den Studiengang vor dem Aussterben zu retten, denn die Nachfrage hielt sich zuletzt in Grenzen. Wer die Volksmusik vor dem Untergang bewahren und womöglich selbst in die Fußstapfen von Stefan Mross und Florian Silbereisen treten will, hat in München jedenfalls die Gelegenheit dazu.

  7. Jazz

    Jazz gibt es meist als Master-Studiengang, der Bachelor wird von nur wenigen Hochschulen angeboten, darunter die Musikhochschulen in Stuttgart und Köln. Im Vordergrund steht in Stuttgart beispielsweise das Spiel im Ensemble, es gibt Big Band-Projekte, Repertoire- und Songwriter-Ensembles. Auch Jazz-Theorie und Jazz-Gehörbildung spielen im Studium eine Rolle. Als Hauptfach wählt man zwischen Trompete, Posaune, Saxophon, Gesang, Gitarre, Jazz-Klavier/Keyboards, Bass und Schlagzeug. Festgelegt ist man mit dem Jazz-Studium nicht, viele schlagen sich hinterher als freie Künstler durch.

  8. Musikjournalismus

    Der Medienwandel macht auch vor Rolling Stone und Co. nicht Halt. Zuletzt wurde bekannt, dass auch das letzte englische Print-Musikmagazin, der New Music Express, aufgeben muss und zum Gratisblatt umfunktioniert wird. Wo Türen zugeschlagen werden, gehen aber auch neue auf. Zum Beispiel suchte Apple vor einigen Monaten einen Musikjournalisten, der iTunes mit Musik-Content füllen soll. Der Musikjournalismus braucht also neue Ideen, Beschäftigungsgarantien gibt es nicht. Wer dennoch Musikjournalismus studieren will, hat unter anderem an der TU Dortmund die Möglichkeit dazu. In der Eignungsprüfung werden auch die musikalischen Fähigkeiten abgefragt. Eine gute Schreibe allein reicht also nicht aus.

  9. Musikproduktion

    Einen Titel zu produzieren ist mehr Arbeit als Vergnügen. Als Musikproduzent übernehmen Sie daran einen großen Anteil. Die private SRH Hochschule der populären Künste in Berlin vermittelt im Bachelor-Studiengang Musikproduktion Wissen in Komposition, Gesang, Musikmischung, Ton- und Studiotechnik. Mit dem Know-how im Rücken sollen Sie hinterher bei Produktionsfirmen und Fernsehsendern anheuern oder sich als Tontechniker selbstständig machen können. Haken: Pro Monat fallen über 600 Euro an Studiengebühren an. Ob das Geld gut angelegt ist? Das sei angesichts des schnelllebigen und unsteten Musikbusiness zumindest mal dahingestellt.

  10. Gesang

    Eine Gesangsausbildung ist meist Pflicht, wenn Sie als Konzert- oder Opernsänger auf der großen Bühne reüssieren wollen. Im Studium wird daher an Gesangstechniken gefeilt, am Interpretationsvermögen, auch am darstellerischen Ausdruck. Die musikalische Allgemeinbildung ist ebenfalls Studienbestandteil. Eine akademische Gesangsausbildung wird an nahezu allen Musikhochschulen des Landes angeboten, als Bachelor- oder Masterstudiengang. Der Schwerpunkt kann auf klassischem Gesang, auf Oper, Musiktheater oder sogar auf Konzert- und Oratoriengesang wie an der EHK Halle liegen.

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