Das Bewerbungsanschreiben – für viele Bewerber ist es der Haken bei einer Bewerbung. Den Lebenslauf bekommen die meisten noch ohne größere Probleme hin, die Kopien von Zeugnissen und Nachweisen sind relativ schnell gemacht, doch ein gutes Anschreiben braucht Zeit und Energie. Bereits der erste Satz kann darüber entscheiden, ob Ihre Bewerbung gelesen oder gleich aussortiert wird. Das soll jetzt keine Panikmache sein, doch vom Bewerbungsanschreiben hängt einfach viel ab. Grund genug für uns, heute 15 Tipps für bessere Bewerbungen für Sie zusammenzustellen.
Zu Beginn gleich ein Hinweis: Die folgenden Punkte sind nicht als Patentrezept oder Schema F gedacht, das Sie einfach nur übernehmen müssen. Ein Anschreiben muss immer individuell und vor allem authentisch formuliert und gestaltet sein. Es hilft Ihnen beispielsweise nichts, wenn Sie einen Bekannten oder Freund haben, der genial schreiben kann, dabei jedoch einen ganz anderen Stil verwendet als Sie. Spätestens im Vorstellungsgespräch wird der Personaler merken, dass das Anschreiben definitiv nicht von Ihnen stammt. Das hinterlässt natürlich einen schlechten Eindruck. Nehmen Sie sich daher bitte die Zeit, und schreiben Sie Ihr Anschreiben selbst, das sollte Ihnen der Job wert sein. Das Ihre vollständigen Kontaktdaten auf dem Anschreiben vermerkt sind, versteht sich von selbst.
Der Aufbau
- Umfang – Ihr Anschreiben sollte nicht länger als eine A4-Seite sein, denn längere Anschreiben werden erfahrungsgemäß eher selten gelesen. Wenn es denn unbedingt zwei Seiten sein müssen, brauchen Sie dafür einen wirklich guten Grund müssen noch besser formulieren, damit der Personal sich alles durchliest.
- Optik – Hier gelten die gleichen Grundsätze wie für die gesamte Bewerbung: Verwenden Sie die gleiche Schriftart, die auch im Lebenslauf und auf Ihrem Deckblatt – sofern Sie eines haben – zum Einsatz kommt. Eine Kopfzeile müssen Sie natürlich sowohl im Lebenslauf als auch im Anschreiben verwenden.
- Layout – Lesen Sie gerne lange Fließtexte? Wahrscheinlich nicht und Personalern geht das ganz genau so. Achten Sie daher bitte darauf, dass Sie in Ihr Anschreiben auch Absätze einbauen und den Text dadurch optisch ansprechend strukturieren.
- Kompetenzen – In Ihrem Anschreiben müssen Sie ganz klar Ihre Kompetenzen und bisherigen Erfolge darstellen. Das ist der völlig falsche Zeitpunkt, um sich bescheiden zu geben. Klar, übertreiben oder gar lügen dürfen Sie nicht, doch wenn Sie ein Projekt erfolgreich abgeschlossen und etwas in Ihrem Job erreicht haben, müssen Sie das auch bennen.
- Tonfall – Viele Bewerber verfallen im Anschreiben in einen bittenden Tonfall. Das sollten Sie unbedingt vermeiden! Denn auch wenn das Unternehmen wahrscheinlich unter vielen Bewerbern wählen kann, sind Sie dennoch Verhandlungspartner. Schließlich wollen Sie nichts geschenkt, sondern bieten Ihre Leistung und Arbeitskraft an. Arrogant dürfen Sie natürlich nicht werden, doch selbstbewusst sollten Sie definitiv formulieren.
- Prägnant – Dieser Aspekt hat mehr oder weniger direkt mit Punkt eins zu tun. Vermeiden Sie im Anschreiben unbedingt langatmige Erklärungen oder ausschweifende Herleitungen. Formulieren Sie stattdessen lieber kurz und prägnant. Dabei können Sie von den sonst eher unbeliebten Spam-Mails viel lernen. Wie das funktioniert, erklärt Ihnen Jochen Mai im folgenden Video.
- Keine Standardfloskeln – Der Einstieg “Hiermit bewerbe ich mich…” löst bei vielen Personaler akutes Schlafbedürfnis aus. Vermeiden Sie diesen Satz daher unbedingt.
- Firmenbezug – Ein möglicher Einstieg: Sagen Sie gleich im ersten Satz, was Sie an dem Unternehmen interessiert und warum Sie dort arbeiten wollen. Das können Sie natürlich nur dann tun, wenn die genannten Gründe auch tatsächlich stimmen und Sie wirklich interessieren.
- Empfehlung – Ihr potentieller Arbeitgeber wurde Ihnen von einem Mitarbeiter empfohlen? Das könnte ein Einstieg sein – unter zwei Bedingungen. Erstens sollte Ihnen der Mitarbeiter die Erlaubnis geben, im Vorstellungsgespräch seinen Namen zu nennen und zweitens muss der Mitarbeiter im Unternehmen angesehen sein und über eine gute Reputation verfügen. Ist eines von beiden nicht der Fall oder können Sie das nicht sicher einschätzen, sollten Sie von diesem Einstieg eher Abstand nehmen.
- Offensiver Einstieg – “Ihre Suche nach einem passenden Mitarbeiter ist zu Ende, Sie haben mich gefunden.” – Zugegeben, dieser Einstieg ist etwas überspitzt und sicher nicht jedermanns Sache. Doch grundsätzlich können Sie durchaus offensiv und selbstbewusst beginnen – wenn Sie auch im Gespräch so selbstbewusst sind und – wichtig – Kompetenzen und Erfolge vorweisen können. Sind Sie vom Wesen her eher zurückhaltend, sollten Sie diesen Einstieg meiden. Er passt dann einfach nicht zu Ihnen.
- Recherche – Oft wird im ersten Satz darauf eingegangen, wo der Bewerber die ausgeschriebene Stelle gefunden hat. Dieser Anfang ist möglich, doch Interesse weckt er nur dann, wenn direkt danach die Punkte kommen, die den Bewerber am Unternehmen interessieren und die für seine Bewerbung ausschlaggebend waren.
- Gehaltsvorstellung – Diese können Sie zum Abschluss Ihres Anschreibens erwähnen – jedoch nur, wenn dies in der Stellenanzeige ausdrücklich gewünscht ist. Ungefragt sollten Sie Ihre Gehaltsvorstellungen nur bei Initiativbewerbungen angeben – und selbst dort ist Vorsicht geboten.
- Vorfreude – Machen Sie im letzten Absatz ruhig noch einmal deutlich, dass Sie sich wirklich auf die Arbeit bei dem Unternehmen freuen und hoch motiviert sind. Auch hier gilt: Das muss natürlich der Wahrheit entsprechen, sonst wirkt es nicht glaubwürdig oder überzeugend und fliegt spätestens im Vorstellungsgespräch auf.
- Gesprächstermin – Das mag seltsam klingen, doch wenn Sie nicht noch einmal explizit nach einem Vorstellungstermin fragen, sind Ihre Chancen auf eine Einladung eher gering. Verfallen Sie dabei jedoch nicht in den Ton eines Bittstellers. Formulierungen wie “ich würde mich sehr freuen…” sind wage und unsicher. “Auf die Einladung zu einem Vorstellungsgespräch freue ich mich…” klingt da schon entschlossener und zielstrebiger.
- Verfügbarkeit – Diese können, müssen Sie jedoch nicht zwingend im letzten Absatz angeben. Ob es für Sie sinnvoll ist, hängt stark von der ausgeschriebenen Stelle ab. Haben Sie beispielsweise noch eine sechsmonatige Kündigungsfrist abzuwarten, sollten Sie das bei einer Stelle, die ab sofort zu besetzen ist, statt im Anschreiben eher im Vorstellungsgespräch erwähnen. Dann können Sie deutlich machen, dass Sie sich darum bemühen, diese Frist zu verkürzen. Schreiben Sie die Frist jedoch in das Anschreiben, fallen Sie dadurch vielleicht schon im Vorfeld durch das Raster.
Der erste Satz
Der Schluss
12 Bewerbungsmuster
Als Extra-Service haben wir für Sie zwölf Bewerbungsmuster zu einer Liste zusammengefasst. Sie können diese Muster kostenlos als PDF herunterladen und als Grundlage für Ihr eigenes Anschreiben nutzen. Eins zu eins übernehmen sollten Sie diese Vorlagen nicht, doch das ist ohnehin klar. Wenn Sie mehr zu diesen Vorlagen wissen wollen, finden Sie den zugehörigen Artikel hier. Wir wünschen Ihnen viel Erfolg bei Ihren Bewerbungen.
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| Eine Frau bewirbt sich nach Pflegetätigkeit als Fundraiserin | Bewerbung als Fundraiserin (PDF) |
| Ein Meister bewirbt sich für die Leitung einer Ausbildungswerkstatt | Bewerbung als Werkstattleiter (PDF) |
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