Es ist schon interessant, wie oft uns unser Gehirn einen Streich spielt. Da gibt es zum Beispiel die Sache mit den Verschwörungstheorien und vermeintlichen Zusammenhängen. Jennifer Whitson ist das kürzlich aufgefallen.
Jennifer Whitson ist Wirtschaftswissenschaftlerin und forscht an der Universität von Texas. Im vergangenen Jahr startete sie dann eine sechsteilige Versuchsreihe. Sie zeigte ihren Probanden Bilder. Es waren keine besonderen Bilder, im Grunde war es sogar nur Krickelkrackel. Die Motive zeigten viele chaotisch angeordnete Punkte, ohne tieferen Sinn. Es gab nicht mal ein Muster.

Das Besondere waren ihre Probanden. Der einen Gruppe vermittelte sie zuvor das Gefühl von Kontrollverlust. Sie sollten sich hilflos, ohnmächtig, wehrlos fühlen. Anschließend zeigte sie ihnen die Bilder – und siehe da: Sie erkannten darin auf einmal Delfine, Sanduhren, sogar ein Totenkopf war dabei.
Die andere Probanden, die Kontrollgruppe, waren ganz normale Leute. Sie waren sehr entspannt, als sie die Bilder anschauen sollten. Und sie sahen darin – nichts. Eben nur ein Blatt Papier mit wildem Krickelkrackel.
Nun kann man sagen: Na und, was soll’s?! Die einen waren eben fantasievoller als die anderen. Oder sexuell unter Druck. Seit Freud oder dem Rorschachtest ahnt man ja, was aufgestauter Trieb so alles auslösen kann. Jennifer Whitson und ihre Kollegen aber sehen das anders. Für sie sind die Experimente ein Beleg dafür, dass unser Gehirn automatisch nach Mustern und Zusammenhängen sucht – insbesondere dann, wenn wir glauben unsere Lage nicht mehr im Griff zu haben. Oder mit anderen Worten: Kontrollverlust begünstigt Illusionen und Verschwörungstheorien – und ziemlich schlechte Entscheidungen.
So halten die Forscher dieses Phänomen inzwischen auch für einen Auslöser der Finanzkrise: Als die Börsenhändler und Investoren über die Marktlage immer verunsicherter wurden, trafen sie erst recht irrationale Entscheidungen, sahen Zusammenhänge wo keine waren und scheiterten. Dumm gelaufen.
Das einzige Gegenmittel, was laut Whitson dagegen hilft: Besinnung auf eigene Werte, um das Gefühl von Kontrollverlust zu minimieren. Dann würden die Entscheidungen besser. Wenn das mal keine Halluzination ist.







limone
ich seh auf dem ersten bild ein segelboot mit wehender flagge am mast, egal wie sehr ich versuche, nichts dort zu sehen. ;-) bei den anderen beiden bildern drängt sich mir allerdings kein motiv auf. :-)
Sandra
geht mir fast genauso :-D
ich seh auch ein segelboot und auf dem letzten Bild könnt ich mir ein Pferd vorstellen, das ist aber nicht ganz so deutlich zu sehen wie das Segelboot..
Verlier ich grad Kontrolle? – oh nein, ich verlier grad meine Kontrolle.. ;-)
- ach ja, solang es nicht mein Verstand ist.. -
Jochen Mai
@Limone: Sehr verdächtig, sehr verdächtig…
@Sandra: Ihr habt alle zu lange auf das animierte Bild oben rechts geschaut…
Sandra
;-)
limone
muss eine piratenflagge sein. ;-)
Jochen Mai
@Limone: Okay für dich extra nochmal den Hinweis auf diesen Artikel:
Automobiles Arschgeweih – Erkennen Sie die Inselumrisse?
Ist auch wie ein kleiner Rorschachtest… ;->
TorstenLuttmann
Das mit dem Segelboot sehe ich aber auch! Ich denke, wer das nicht sieht, der sollte sich mal Gedanken um irgendwelche Verlüste machen. Besonders um den Verlust des Sehvermögens! ;-)