Gibt es einen Geruch, der intelligenter macht? Ernsthaft. Schon länger ist bekannt, dass Düfte direkt auf unser Gehirn zielen. Über das Limbische System, der Schaltzentrale des Gehirns, können Aromen Instinkte wie Hunger oder Müdigkeit genauso beeinflussen wie das Sexualverhalten oder Sympathie – und das noch bevor wir den Duft bewusst wahrnehmen. Selbst das Gedächtnis wird von Düften geleitet: Ein leichter Hauch von Gewürzbonbons oder Glühwein und schon denken wir an Weihnachten. Von anderen Odeurs weiß man, dass sie die Leistungsfähigkeit beeinflussen: Zitronenaroma (.pdf) etwa fördert die Konzentration, Lavendel hilft, mathematische Aufgaben schneller und Fehler freier zu lösen, Vanille oder Ylang-Ylang können Stress abbauen, Pfefferminze soll den Geist beleben und Jasminduft angeblich besser schlafen lassen. Sogar Furcht kann man riechen – und sie steckt sogar an!

Von dem Schriftsteller Marcel Proust wiederum wird erzählt, er habe eine Schwäche für Madeleines gehabt. Vor allem für ihren herrlich zitronig-rumigen Duft, wenn das muschelförmige Kleingebäck aus dem Ofen kommt. Für ihn war das Aroma jedoch mehr als Genuss – laut Legende war es für ihn zugleich kreative Stimulanz, weshalb man diese Art des olfaktorischen Dopings auch den Proust-Effekt nennt. Der Schriftsteller widmete dem Gebäck in seinem Werk “Auf der Suche nach der verlorenen Zeit” gleich mehrere Seiten.

Aber kann ein Odeur auch smarter machen?

Er kann – glaubt man den Untersuchungen von Mark Moss und Lorraine Oliver von der Northumbria Universität. Sie testeten die kognitiven Leistungen von 20 Probanden (zugegebenermaßen keine wirklich repräsentative Auswahl) und setzten Sie unterschiedlich starken Einflüssen eines bestimmten Aromas aus. Dabei zeigte sich, dass dieser Duft die Leistung der Probanden tatsächlich steigern konnte – sowohl in der Geschwindigkeit als auch in der Präzision.

Und jetzt fragen Sie sich sicher, wie diese Wunderdroge heißt?!

Womöglich wächst er sogar in Ihrem Garten: Es war Rosmarin.