5Menschen
Glücklose sind wie Ertrinkende: Man kann sie retten, aber man riskiert immer, selbst dabei umzukommen. Das klingt herzlos, ist aber die Wahrheit: Unglück zieht Unglück an. Es gibt Menschen, die haben einen infektiösen Charakter. Ihr zerstörerisches Handeln und ihre destabilisierende Wirkung überträgt sich auf alle in ihrer Umgebung und erst recht auf jene, die ihnen helfen wollen. Wer solche Menschen nicht meidet, wird von ihnen unweigerlich in den Abgrund gerissen...

Negative Verstärkung - und ihre Wirkung

Runterziehen-MorgenimpulsDer Grund dafür ist, dass die meisten Menschen Anpasser sind. Wenn sie längere Zeit mit anderen verbringen, übertragen sich irgendwann deren Sprache, Emotionen und sogar Denkweisen auf sie. Im Business nennt man das Unternehmenskultur. Deswegen sagen Berater häufig Sätze wie: "Vereinfacht ausgedrückt, können wir durch Streamlining der Synergieeffekte im Total Quality Management erhebliche Produktivitätsbarriers downsizen."

Wer darauf hört, ist selber schuld.

Wer sich dem Einfluss emotional Instabiler und unheilbar Unzufriedener aussetzt, ist jedoch noch übler dran: Sie wirken wie ein negativer Verstärker und steigern alles, was einen niederhält und bringen jeden, der sich auf sie einlässt, aus dem Gleichgewicht. Sie sind Karrierekannibalen.

So wie Cassius, über den William Shakespeare seinen Julius Cäsar sagen lässt:

Ich kenne niemand, den ich eher miede, als diesen hageren Cassius ... Solche Männer haben nimmer Ruh, so lang sie jemand größer sehn als sich. Das ist es, was sie so gefährlich macht.

Wer es zu Glück und Größe bringen will, sollte die Gesellschaft von Menschen suchen, deren positive Eigenschaften andere anzieht, die andere bewundern – und die auf sie selbst abfärben:

  • Wer geizig ist, sucht besser die Nähe von Großzügigen.
  • Wer zum Einzelkämpfer neigt, freundet sich mit Geselligen an.

Es ist nun mal so: A-Leute ziehen A-Leute, B-Leute ziehen C-Leute. Heißt: Exzellente Leute suchen sich immer auch ein exzellentes Umfeld.

Nicht nur, weil das auf sie abfärbt, sondern auch, weil es sie inspiriert und antreibt - im positiven Sinne. Für Mittelmäßige dagegen bedeutet jeder erstklassige Mitarbeiter eine latente Bedrohung, der entweder an ihnen vorbei zieht (und sie so relativ deklassiert) oder sie beerbt. Schon deshalb sollten Sie stets die Nähe zu A-Leuten suchen – oder wie der Volksmund sagt: Zeig mir deine Freunde, und ich sag dir, wer du bist - oder gar sein wirst.

Es ist eine Lebensregel, dass negative, aber auch positive Qualitäten ansteckend wirken. Und wer die beherzigt, profitiert mehr davon als von allen Therapien dieser Welt.

Wer auf Negatives im Job fokussiert, schadet sich selbst

Es gibt Jobs, die machen keinen Spaß. Oder eben nicht mehr. Nicht wenige Arbeitnehmer ändern aber nichts an der Situation, sondern jammern. Mehr noch: Sie fokussieren auf die negativen Seiten ihres Jobs: den miesen Chef, die intriganten Kollegen, die doofe Arbeit. Jeden Tag. Fatal! Wie eine Studie um Russell Johnson von der Michigan State Universität zeigt, saugt ihnen diese Attitüde auch noch die letzte mentale Energie aus dem Leib.

Oder anders formuliert: Jene Mitarbeiter, die viel Zeit damit verbrachten, ihre berufliche Lage zu beklagen und die Umstände zu kritisieren, fühlten sich in den Versuchen gegenüber der Kontrollgruppe deutlich unfokussierter, waren kaum noch in der Lage, sich zu konzentrieren und letztlich auch unproduktiver.

Kurzum: Sie lösten durch das Fokussieren auf die negativen Aspekte eine Abwärtsspirale aus, die ihre Lage eher zusätzlich verschlechterte.

Das Fatale daran: Motzen ist bequem. Man ärgert sich zwar jeden Tag aufs Neue, findet aber auch täglich Ausreden, um untätig zu bleiben. Dumm nur, dass alle (inklusive des Chefs) spüren, wie die Motivation und Leistung nachlässt. Effekt: Man wird immer mehr zum Außenseiter - und fühlt sich auch noch in seiner Sicht der Dinge bestätigt - "Alle(s) Scheiße außer mir."

Es beginnt aber mit den eigenen Gedanken. Wer beispielsweise das Gefühl hat, dass ihn der Job regelrecht auffrisst oder wer sich täglich ins Büro quält, sollte sich nicht wie ein Opfer verhalten, sondern die Initiative ergreifen - trotz der Angst vor Veränderungen und möglicher Unwägbarkeiten.

Warum?

Lebenszeit ist kostbar. Warum sollte man sie damit verschwenden, abzuwarten und unglücklich zu sein?

Projekt-Verlauf-negative-Verstaerkung-Flussdiagramm

6 Zeichen negativer Menschen

file404/shutterstock.comEs ist zwar das lauteste und auffälligste, aber ständiges Meckern und dauerhafte Klagen sind nicht das einzige Zeichen für negative Menschen. Aber auch andere Formen sind nicht weniger anstrengend für die Mitmenschen, weshalb Sie erkennen sollten, wann Sie es mit geballter Negativität zu tun bekommen. Damit Ihnen die Unterscheidung zwischen einem wirklich negativen Menschen und einem Kollegen, der gerade nur einen schlechten Tag hat, leichter fällt, haben wir sechs Zeichen gesammelt, an denen Sie die Negativität erkennen können.

  1. Sie denken pessimistisch

    Negative Menschen leben fast nach Murphys Gesetz - Was schief gehen kann, wird auch schief gehen. Mit diesen Gedanken gehen sie davon aus,dass die Beförderung ohnehin an einen anderen geht oder dass das schöne Wetter verzieht, sobald man es sich im Garten bequem macht. Für alle anderen heißt es dann in Deckung gehen, denn Pessimisten sind in ihrer Art nicht nur anstrengend, sondern auch noch ansteckend. Sonst werden Sie schnell selbst zum Schwarzseher, obwohl Sie das eigentlich nicht wollten.

  2. Sie finden immer ein Haar in der Suppe

    Auch wenn es eigentlich kaum etwas zu meckern gibt, schaffen negative Menschen es dennoch, ein Haar in der Suppe zu finden. Dabei drehen sie etwas Positives um und geben ihm eine negative Wendung - mit ihrem Lieblingswort: Aber! Der Urlaub war schön, ABER es war viel zu warm oder Die Idee ist gut, ABER ich glaube nicht, dass sie sich umsetzen lässt.

  3. Sie bringen schlechte Leistungen

    Wer sich selbst, seine Kollegen und die Aufgaben schlecht redet, wird auch keine guten Leistungen erbringen können. Dadurch bleiben Nörgler und negative Menschen meist hinter ihren eigenen Möglichkeiten zurück. Sie beklagen sich lieber, dass sie nicht gut genug sind und dass in diesem Team sowieso kein besseres Ergebnis möglich war. Der eigentliche Grund für das Scheitern liegt hingegen in der von Grund auf negativen Einstellung, die jeglichen Erfolg blockiert.

  4. Sie sind sehr empfindlich

    Selbst zu meckern und alles zu kritisieren, ist die eine Sache, selbst kritikfähig zu sein eine völlig andere. Negative Menschen neigen dazu, auch eigentlich unverfängliche Kommentare persönlich zu nehmen und sich davon angegriffen zu fühlen. Für die Nerven des Umfelds ist diese Doppelmoral nicht selten eine Zerreißprobe, denn jedes Wort wird auf die Goldwaage gelegt.

  5. Sie mischen sich ungefragt in fremde Angelegenheiten ein

    Es kann eine nette Geste sein, anderen mit einem Ratschlag oder der eigenen Meinung zu helfen. Mischt sich jemand aber permanent und vor allem ungefragt in fremde Angelegenheiten ein, ist dies eher ein Zeichen für Negativität. Dahinter stehen oft eigene Probleme und der Gedanke, dass es leichter ist, anderen zu sagen, wie es geht. Versuchen Sie demjenigen zu erklären, dass Sie gerne auf jemanden verzichten, der Ihnen sagt, was Sie tun sollen.

  6. Sie machen sich immer Sorgen

    Jeder Mensch hat seine Sorgen, die er mit sich herum schleppt. Bei den einen ist es Geld, bei den anderen die Gesundheit. Kommt es jedoch soweit, dass diese Sorgen das komplette Denken und Handeln bestimmen, muss dringend etwas geändert werden. Sollten Sie sich selbst einmal dabei ertappen, sich nur noch von Ihren Sorgen kontrollieren zu lassen, machen Sie sich bewusst: Sorgen allein ändern noch nichts. Lassen Sie Ihren Sorgen Taten folgen oder verzichten Sie gänzlich auf unnötige Sorgen.

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