Mehr Informationen als man je wissen wollte: Weckt Facebook das kleine grüne Monster in uns? So nennen die Psychologen Amy Muise, Emily Christofides und Serge Desmarais ihre Studie (pdf), die der Frage nachgegangen ist, wie sich soziale Netzwerke auf unsere (romantischen) Beziehungen auswirken. 308 Studenten nahmen an der internetgestützten Umfrage teil, Ergebnis: Ja, Facebook kann eifersüchtig machen, weil man dort viele, vielleicht zu viele Informationen über seinen Partner finden kann, die Neid und Unsicherheit fördern. Etwa, wen er oder sie so alles kennt; zu wem der Partner auffällig freundlich ist oder sich mehr beschäftigt als mit der eigenen Beziehung.

Die Probanden verbrachten täglich rund 39 Minuten auf Facebook und besaßen zwischen 25 und 1000 “Freunde”. Bei der Geschlechterverteilung fiel allerdings auf, dass die Frauen signiffikant mehr Zeit auf Facebook verbrachten und auch deutlich eifersüchtiger reagierten als die Männer. Tatsächlich besteht ein erkennbarer Zusammenhang zwischen der Facebook-Zeit und anschließenden Eifersuchtsgefühlen:

Our data showed a significant association between time spent on Facebook and jealousy-related feelings and behaviors experienced on Facebook. Is time spent on Facebook increasing jealousy, or is the heightened level of jealousy that may emerge as a result of the information found on partners’ Facebook postings resulting in increased time on Facebook? We argue that both options are inevitably intertwined and that the findings are most likely due to dual causation. The open nature of Facebook gives people access to information about their partner that would not otherwise be accessible. As one participant reported, “it turns people into nosey parkers…all of that personal information is totally unnecessary, but no one can help themselves.”

Bemerkenswert ist auch der Umstand, dass zwei Drittel der Teilnehmer bereit waren, im Netzwerk Ex-Partner als Freunde zu verlinken, 78,9 Prozent berichteten gar, dass ihre Partner dort die Verflossenen als Freunde aufgenommen hatten.

Was das alles mit dem Job zu tun hat? Offen gestanden: Zunächst einmal nichts – es sei denn Ihr Partner ist zugleich ein Kollege und Sie beide sind Mitglied in Sozialen Netzwerken. Dann könnte aufkommende Eifersucht das Betriebsklima belasten.

Die Studie habe ich aber aus einem anderen Grund erwähnt: So fällt mir zunehmend auf, wie die wachsende Online-Kommunikation, die Freundschaftspflege dort und die sich daraus ergebenden Interaktionen psychologische und soziologische Effekte (pdf) haben. Und nicht alles davon ist durchweg positiv. Oder wie sehen Sie das?