Der alte Spruch “Wo Menschen miteinander zu schaffen haben, machen sie sich auch zu schaffen” hat nichts von seiner Aktualität verloren. In jedem Team gibt es Kollegen, mit denen niemand wirklich zurechtkommt und die von allen möglichst gemieden werden. In den meisten Fällen handelt es sich dabei nicht um Mobbing oder bewusste Ausgrenzung, doch ein abweisendes und unfreundliches Verhalten löst nun mal entsprechende Reaktion aus. Es ist jedoch in Ihrem Interesse als Mitarbeiter, auch mit solch unbeliebten Kollegen ein gutes Verhältnis zu pflegen.
Mir geht es allerdings nicht um die klassischen Argumente wie eine gesteigerte Produktivität oder bessere Arbeitsergebnisse. Diese sind aus meiner Sicht lediglich das Nebenprodukt eines funktionierenden Teams. Viel wichtiger sollte für Sie jedoch die Arbeitsatmosphäre sein. Kommt es hier zu Spannungen, beeinträchtigt das nicht nur Ihre Freude an der Arbeit, sondern kann Sie – im Extremfall – bis in Ihre Freizeit hinein verfolgen. Die eigentlich erfüllende Arbeit wird zum Stressfaktor, den Sie auch nach Feierabend nicht abschütteln können. Das muss nicht sein.
Ist Ursachenforschung sinnvoll?
Um auch abweisende und unbeliebte Kollegen integrieren und für sich gewinnen zu können, sollten Sie – so zumindest ein oft gegebener Rat – zuerst verstehen, warum sich der- oder diejenige so verhält. Vielleicht hat der Mitarbeiter in seiner letzten Abteilung schlechte Erfahrungen gemacht? Möglicherweise wurde er bei einer Beförderung übergangen?
Das Problem dabei: Sie werden oft nicht in der Lage sein, den genauen Grund herauszufinden. Erstens können Sie schlecht innerhalb des Unternehmens recherchieren, zweitens liegen viele Gründe für ein abschreckendes Verhalten im privaten Bereich.
Akzeptanz, Offenheit, Wertschätzung
Ursachenforschung bringt Sie in vielen Fällen also nicht weiter. Einige grundlegende Verhaltensweise dagegen schon. Zu Beginn sollten Sie alle Vorbehalte und Gerüchte – die es über unbeliebte Mitarbeiter garantiert geben wird – ablegen. Gehen Sie offen und ganz normal mit dem Kollegen um.
Bitten Sie gezielt diesen Kollegen um Unterstützung und zeigen Sie durch Ihr Verhalten, dass Sie seine Hilfe zu schätzen wissen. Behandeln Sie ihn – oder sie – als ganz normales Team-Mitglied. Der heikle Part: Das schließt auch den Umgang mit Fehlern ein. Bei Kollegen, mit denen Sie sich gut verstehen, ist konstruktive Kritik wahrscheinlich kein Problem. Doch bei einem unbeliebten Kollegen kann es schwierig sein, diese richtig zu geben. Hier dürfen Sie jedoch keine Ausnahme machen – sonst kommt es zu Spannungen mit den anderen Kollegen.
Eine andere Art der Ursachenforschung
Wenn ich oben geschrieben habe, dass Ursachenforschung Sie in diesem Fall nicht weiterbringt, ist das nicht ganz korrekt. Eine etwas andere Art der Ursachenforschung kann durchaus helfen. Diese bezieht sich jedoch auf Ihre Person und das Verhalten der Kollegen. Hier einige Fragen, die bei diesem Prozess helfen können:
- Lassen Sie den unbeliebten Kollegen spüren, dass Sie ihn nicht riechen können?
- Grenzt das restliche Team den Kollegen bei der Aufgabenverteilung aus?
- Werden dem Kollegen möglicherweise nur die unangenehmen Aufgaben zugeteilt?
- Wird er überhaupt um seine Meinung gebeten und hat diese dann Gewicht?
- Weiß Ihr Chef von der angespannten Atmosphäre?
- Haben Sie mit dem Kollegen selbst über das Thema gesprochen?
- Ist das Team in der Lage, das Thema – zusammen mit dem Kollegen – offen anzusprechen?
Sie merken schon: Diese Fragen beleuchten gezielt den Einfluss Ihres Verhaltens und des restlichen Teams auf die Situation. Helfen können Ihnen die Antworten nur, wenn Sie die Fragen schonungslos ehrlich beantworten und sich – am besten im Team – an die Problemlösung machen.
Korrigieren Sie – wenn nötig – Ihr eigenes Verhalten und lassen Sie auch unbeliebte Kollegen spüren, dass Sie deren gute Arbeit zu schätzen wissen. Ein offener und respektvoller Umgang in Kombination mit Akzeptanz und aktiver Ansprache können das Verhältnis zu Ihrem Kollegen nach und nach verbessern. Sie müssen deshalb ja nicht gleich Freunde werden, eine gute Arbeitsatmosphäre reicht als Ergebnis völlig.
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Hans
Es gibt da draußen einige wirklich miese Typen (m/w). Das personifizierte Böse. Parasiten. Und das ist kein Scherz.
Es gibt Leute, da helfen weder gut zureden, Rücksicht nehmen noch irgendwelche Psycho-Tricks (von denen – weiße Magie – ich ein großer Fan bin).
Die Opfer dieser Arschlöcher lesen und hören immer wieder Ratschläge wie die in diesem Artikel. Denen sei gesagt: Bei den Pappnasen unter den Kollegen, also 80% der Kotzbrocken, helfen oben stehende Tipps prima.
Gegen den Rest helfen nur Hausärzte, Anwälte und ggf. die Kündigung. So traurig es ist. Lasst Euch nicht einreden, Ihr tragt “Schuld” daran, wenn andere Euch in Konflikte ziehen um der Konflikte willen (Mobbing).
… puh, ich glaube das war der deprimierendste Kommentar, den ich je hier geschrieben habe…
Ich gelobe Besserung.
- Hans Steup, Berlin
F.
Die schlimmsten Kollegen sind nicht die Kotzbrocken, sondern diejenigen, die so freundlich sind, dass man ihnen vertraut. Bei Kotzbrocken weiß man, wo man dran ist. Man kann mit ihnen auf einer sachlichen Ebene gut arbeiten.
Die schlimmsten Kollegen können gerade die freundlichen sein, denen man sich anvertraut, die durch das Vertrauen Informationen erhalten, die sie später Vorgesetzten stecken oder insgeheim gegen einen verwenden.
Es heißt nicht umsonst “Gott, schütze mich vor meinen Freunden. Vor meinen Feinden kann ich mich selber schützen.”