Gerade die Weihnachtszeit ist voller süßer Versuchungen: Lebkuchen, Honig-Plätzchen, Pralinen – Schokolade im Überfluss. Leider. Denn spätestens im Januar macht sich das Hüftengold samt schlechtem Gewissen bemerkbar. Die Vorliebe für Süßes hat aber auch ihre guten Seiten: Menschen, die Süßes mögen (vulgo: Naschkatzen), sind laut einer Studie von Psychologen des Gettysburg College freundlicher und hilfsbereiter. So ein bisschen jedenfalls.

Zunächst baten die Forscher ihre Probanden, sich selbst bezüglich ihrer Vorliebe für Süßes und Schokolade einzuschätzen. Danach wurden die Teilnehmer gefragt, ob sie freiwillig helfen würden, in einer anderen Stadt nach einer dortigen Überschwemmung aufzuräumen. Und als sei das noch nicht genug, stellten ihnen die Wissenschaftler am Ende auch noch die Frage, ob sie den Fragebogen eines Kollegen in einen Briefkasten werfen könnten. Einziger Haken: Der Briefkasten liege leider vier Stockwerke höher – und das ohne Aufzug.

Naschkatzen helfen eher

Bewerbungstipp

“Süßigkeiten” ist übrigens auch eine besonders sympathische und entwaffnende Antwort auf die Frage nach der größten Schwäche im Bewerbungsgespräch. Der Humor darin lenkt die Frage in eine ganz andere Richtung – weg von beruflichen Skills, Malheurs im Job oder persönlichen Mängeln, hin auf eine zutiefst menschliche und persönliche Ebene.

Sie ahnen natürlich längst, was passierte: Je vernaschter die Probanden waren, desto größer war auch ihre generelle Hilfsbereitschaft – sowohl bei den Aufräumarbeiten als auch beim Botendienst für den Kollegen. Es gab sogar noch mehr Experimente dazu – das Ergebnis blieb jedoch stets dasselbe: Wer Süßes mag, war hilfsbereiter.

Das ist zwar keine Kausalität, Motto: Gib einem Menschen Schokoloade, und ich sage dir, ob er helfen wird, aber es ist zumindest eine bemerkenswerte Korrelation. Und die macht die “süßen” Menschen noch ein bisschen sympathischer.

Bessere Laune durch Schokolade

Schokolade hat aber noch einen netten (Neben-)Effekt: Sie macht glücklich.

Warum genau konnte die Wissenschaft bisher nicht vollständig entschlüsseln. Fest steht nur: Einige darin enthaltene organische Verbindungen erzeugen im Gehirn ein Wohlgefühl. Das Tryptophan etwa regt die Serotoninproduktion an. Der Neurotransmitter kann Hochstimmung und Ekstasen auslösen. Sinkt der Serotonin-Spiegel kann das umgekehrt Depressionen, Angst und sogar Aggressionen auslösen, wie Molly Crockett von der Universität Cambridge herausfand. Das in der Schokolade ebenfalls enthaltene Phenethylamin stimuliert wiederum die Lustzentren im Gehirn und ist an der Entstehung von Liebesgefühlen, einschließlich Zuneigung, Erregung, Euphorie, beteiligt.

Deshalb hilft Schokolade auch besonders gut gegen Frust im Job oder gegen Liebeskummer. Einziger Haken: Im Übermaß genossen, macht sie dick – und erzeugt dann Frust.