Die ersten Tage an der Uni sind für die meisten Studienanfänger einfach nur grauenvoll: Dutzende Dinge müssen erledigt werden, und allein schon die Suche nach Anlaufstellen und Ansprechpartnern ist eine große Herausforderung. Und als ob das nicht schon genug wäre, tauchen für jedes gelöste Problem zwei neue auf – mindestens.
Deswegen finden Sie hier ein paar Tipps, wie Sie die dringendsten Dinge geregelt kriegen.
Den wichtigsten gleich vorneweg: Sie sind mit Ihren Problemen nicht allein. Sie müssen nur um Unterstützung bitten, wenn Sie nicht weiter wissen.
Zum einen geht’s den den anderen Studienanfängern genauso wie Ihnen. Wenn Sie sich gleich von Anfang an den Kontakt zu Ihren Kommilitonen suchen, können Sie sich gegenseitig helfen. Denn vielleicht hat einer Ihrer Leidensgenossen gerade das Problem gelöst, das sich vor Ihnen aufbaut – und Sie können ihm eine andere Frage beantworten.
Zum anderen kennen die Hochschulen die Probleme der Erstis sehr genau und bieten nicht nur spezielle Einführungsprogramme, sondern beantworten auch jederzeit bereitwillig Ihre Fragen – egal, wie blöd sie Ihnen vorkommen. In neuen Situationen ist es einfach normal, die vermeintlich selbstverständlichsten Dinge nicht zu wissen. Dumm ist deswegen nur, wer sich nicht zu fragen traut – und deswegen vermeidbare Fehler macht.
Die eigene Bude
Einfach haben’s diejenigen, die in ihrer Heimatstadt einen Studienplatz gefunden haben und deswegen im Hotel Mama wohnen bleiben können. Für alle Anderen ist die Wohnungssuche das erste drängende Problem, denn gerade am Anfang des Studienjahrs ist der Wohnungsmarkt in den meisten Universitätsstädten so gut wie leergefegt. Und weil die Stiftung für Hochschulzulassung den künftigen Studienort spät genug zuweist, kommt häufig noch Zeitdruck dazu.
Trotzdem sollten Sie bei aller Hektik die Ruhe bewahren und erst mal die folgenden Fragen beantworten:
- Kommt für Sie ein Wohnheimplatz in Frage – auch auf die Gefahr hin, dort das Zimmer mit einem Mitstudenten teilen zu dürfen? Wenn ja, wenden sie sich am Besten ans örtliche Studentenwerk oder die Hochschulgemeinden.
- Möchten Sie gerne in einer Wohngemeinschaft leben? Dann werden Sie am Ehesten auf Internet-Plattformen wie WG gesucht oder Vierwände fündig. Und natürlich, indem Sie sich vor Ort umsehen – viele WGs hängen freie Zimmer am Schwarzen Brett der Hochschulen aus.
- Oder haben Sie die Wohnung am Liebsten ganz für sich allein? Neben den Immobilienbörsen im Internet, in denen meist Makler inserieren, werden Sie bei der Wohnungssuche am Besten in den Kleinanzeigen der Lokalzeitung fündig.
- Privatzimmer sind eine weitere Möglichkeit, erst Mal ein Dach überm Kopf zu finden. Und für manche ist das früher ganz normale Untermietverhältnis bei einer Familie auch heute noch ideal. Falls das für Sie auch gilt, wenden Sie sich am Besten an die Privatzimmervermittlung des örtlichen Studentenwerks.
Stellen Sie sich aber auf jeden Fall darauf ein, dass Ihre erste Bleibe vielleicht nur eine Übergangslösung ist. Gerade in den wirklich angesagten Vierteln finden Sie nur mit viel Glück oder Beziehungen eine passende Bleibe – die Kontakte dafür müssen Sie in der Regel aber erst vor Ort knüpfen.
Orientierung im Hochschuldschungel
In Einführungsvorlesungen erfahren Sie, worauf es in Ihrem Studium wirklich ankommt. Diese Veranstaltungen sollten Sie unbedingt besuchen, um sich orientieren und Schwerpunkte setzen zu können. Ganz nebenbei lernen Sie dort Dozenten, Fachschaftsvertreter und andere Erstis kennen – das erleichtert den Start ins Studentenleben.
Hochschulrundgänge und Bibliotheksführungen dienen der Orientierung an der Hochschule. Hier lernen Sie,
- wo die zentralen Einrichtungen der Hochschule wie Mensa, Bibliothek und Studienberatungen liegen
- welche sportlichen und kulturellen Angebote Ihre Hochschule bietet
- wo Sie die Bücher und anderen Medien Ihres Studienfachs finden und wie Sie diese ausleihen können
- in welchen studentischen Initiativen Sie sich engagieren können.
Stadtrundgänge geben Ihnen einen Überblick, wo Sie welche Aufgaben erledigen können. Denn zumindest die Anmeldung bei der Stadtverwaltung steht Ihnen bevor, wenn Sie den Erstwohnsitz an Ihren Studienort verlegen. Besitzen Sie ein Auto, müssen Sie auch das ummelden. Dann vielleicht noch ein Konto einrichten, ganz sicher aber preiswerte Einkaufs- und angesagte Ausgehmöglichkeiten finden und so weiter.
Für die Orientierung im sozialen Leben bieten die Fachschaften Kneipenrundgänge und/oder Ersti-Partys an. Oft sind das die besten Gelegenheiten, Freundschaften zu schließen und das Nachtleben Ihrer neuen Heimat zu erkunden.
Zudem erhalten Sie von den Fachschaften nützliche Tipps zur Studienorganisation: Etwa,
- welches Seminar Sie am Besten bei welchem Prof besuchen,
- wie viele Veranstaltungen Sie realistisch pro Semester schaffen können,
- was Sie bei der Prüfungsvorbereitung beachten müssen und
- mit welcher Frage Sie sich wohin wenden müssen.
Deswegen sind die studentischen Selbstverwaltungen neben der Studienberatung Ihr wichtigster Ansprechpartner.
Organistation fürs Studium
Die verschulten Bachelor-Studiengänge haben sicher den Vorteil, dass Sie sich wenig darum kümmern brauchen, in welchem Semester Sie welche Pflichtveranstaltung besuchen müssen und welche Schwerpunkte Sie in Ihrem Studium setzen – das ist Ihnen ja bis ins Detail vorgeschrieben. Trotzdem müssen Sie natürlich herausfinden,
- welche Vorlesungen und Seminare Sie tatsächlich belegen müssen,
- wann und wo diese stattfinden und wie lange sie dauern,
- welche Prüfungsleistungen Sie ablegen müssen,
- bis wann Sie sich für Lehrveranstaltungen und Prüfungen anmelden müssen.
Das alles steht in der Studien- und Prüfungsordnung sowie im Veranstaltungsverzeichnis – alle drei finden Sie als Druckversion im Sekretariat oder Online auf der Homepage Ihres Instituts oder Fachbereichs.
In den Lehrstuhlsekretariaten erfahren Sie,
- was der jeweilige Prof voraussetzt, damit Sie die Prüfung bei ihm ablegen können,
- welche Lektüre er für die Teilnahme an seiner Lehrveranstaltung erwartet,
- welche Referatsthemen vergeben werden und
- wann seine Sprechzeiten sind.
Bei manchen Fächerkombinationen ist es schwierig, alle Prüfungsleistungen in der vorgesehenen Zeit zu absolvieren, weil beispielsweise Lehrveranstaltungen parallel stattfinden. Dann gilt, es Alternativen zu entwickeln oder durch Verhandeln das Unmögliche doch möglich zu machen – dabei hilft Ihnen neben den Fachschaften vor allem die Studienberatung.
Ganz wichtig sind allerdings von vornherein eine gute Zeitplanung und viel Selbstdisziplin. So kommen Sie trotz der Menge des Lernstoffs nicht ins Schwimmen und Ihnen bleibt genügend Zeit zur Erholung.
Geld zum Leben
Als Student sind Sie ganz allein dafür verantwortlich, für die alltäglichen Kosten aufzukommen – und dafür zu sorgen, dass immer ausreichend Geld dafür da ist. Deswegen müssen Sie grundsätzlich klären,
- wie viel Geld Sie für Miete, Lebensunterhalt und Bücher benötigen. Das erfahren Sie zum Beispiel bei Fachschaft und Studienberatung.
- was Ihre Eltern oder andere Verwandten zuschießen können. Das fragen Sie sie natürlich am Besten direkt – aber da wären Sie jetzt vermutlich auch selbst drauf gekommen.
- welche weiteren Geldquellen wie BAFöG, Stipendien oder Studienkredite Sie beanspruchen können. Diese Informationen erhalten Sie auch beim Bafög-Amt, den Vertrauensdozenten der Studienstiftungen und der Studienberatung.
- wie viel Zeit Sie bei Bedarf fürs Geld verdienen abzweigen können. Das erfahren Sie am Ehesten bei der Fachschaft – oder bei älteren Mitstudenten.
Falls Sie das Geld fürs Studium selbst verdienen müssen, findest Sie offene Stellen bei der Studentenjobvermittlung, in Studi-Zeitungen, Online-Börsen wie Studentenjob oder den Schwarzen Brettern der Hochschulen.
Da gerade die lukrativen Studentenjobs allerdings meistens unter der Hand vergeben werden, ist Netzwerken angesagt. So lange Sie noch keine entsprechenden Kontakte besitzen, hilft allerdings auch Klinkenputzen: Je mehr potenzielle Arbeitgeber Sie direkt nach einem Job fragen, desto besser stehen Ihre Chancen.
Freundschaften
Eins der schönsten Dinge im Studium ist die Gelegenheit, interessante Leute kennen zu lernen und neue Freundschaften zu schließen. Deswegen sollten Sie sich auch dann aufs Studentenleben einlassen, wenn Sie in Ihrer Heimatstadt studieren.
Alles, was Sie mitbringen müssen, ist Offenheit gegenüber Ihren Mitstudenten. Denn Gelegenheiten fürs Kennenlernen gibt es ja mehr als genug: Jeder Kontakt bei einer Party, in der Mensaschlange oder der Vorlesung kann der Beginn einer Freundschaft sein.
Schließlich verbindet Sie ja gerade mit den anderen Erstis ganz Vieles: Weil alle genau gleich planlos und auf der Suche nach Studienfreunden sind, ist die Kontaktaufnahme leicht. Ganz nebenher können Sie sich – wie eingangs erwähnt – gegenseitig bestens unterstützen. Bereits in ein paar Wochen werden Sie gemeinsam mit Ihren Kommilitonen über Ihre Anfängerprobleme lachen.
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