Es gibt Bewegung auf dem Jobbörsenmarkt: Thomas Schulze, auch bekannt als Mr. Spirofrog und bisher in der Blogoshäre vor allem durch Kommentar-Spam aufgefallen, sattelt um und gleich auf ein ganzes Gespann: Cleantech Europe GmbH heißt sein jüngstes Projekt und darin vereint er gleich mehrere Jobbörsen: Spirofrog (für Studentenjobs), Joballee (für allerlei Stellenangebote), Tom (als Jobbörse für Absolventen) und Cleantechjobs (für Umwelt- und Energiejobs). Klingt umtriebig, ist aber vor allem eine Notlösung.

Denn mit seinem jüngsten Projekt macht der Münchner aus seiner Not eine Tugend. Zuletzt lief es für Spirofrog nämlich weniger gut: Rund eine Million Unique Visitors und schlappe 5,5 Millionen Page Impressions erreichte der Jobmarktplatz zuletzt im Jahr 2009. Zu wenig, um mit den Großen mitspielen zu können. Hinzu kam: Schulze fand bis zuletzt keinen Finanzier, der in den ohnehin schon übersättigten Markt der Stellenportale investieren wollte. Die technische Plattform von Spirofrog war veraltet, entwickelte sich auch nicht wirklich weiter, und die Kunden wollten auch nicht so recht mitziehen: Für vakante Praktika- und Studentenjob-Offerten wollte keiner etwas bezahlen, allenfalls bei Anzeigen für junge Berufstätige und Absolventen hätte es in der Kasse etwas geklingelt. Obendrein störten sich viele an der Registrierungspflicht – Kunden wie Bewerber.

Kurzum: In Spirofrog steckte von Anfang an der Wurm drin, weshalb es den Laden in seiner alten Form auch nicht mehr gibt. Dafür jetzt also die Cleantech GmbH – hinter der als Content- und Stellenanzeigen-Partner letztlich Jobware steckt, wie Cleantech-Geschäftsführer Schulze selbst einräumt. Er erhofft sich so vor allem “mehr Jobs, mehr Firmen, mehr Traffic, mehr Umsatz – und jede Menge Top Bewerber”. Ein hehrer Wunsch.

Im nächsten Schritt sei angedacht, über Reichweite zu wachsen und “eventuell” gar weitere fachspezifische Portale zu eröffnen, Klasse durch Masse also. Überdies wolle er “den Unternehmen die Möglichkeit geben, auf allen Plattformen mit ihrem Firmenprofil und ihren Jobs dauerhaft präsent zu sein”. Heißt im Klartext: Schulze will eine Employer-Branding-Flatrate etablieren – eine Art Gelbe-Seiten-Portal-Armada für HR-Profile, Jobs und Social Media Accounts. Damit ist der Münchner allerdings weder der Erste noch der Einzige auf dem aktuell sowieso schwierigen Markt.

Meine Einschätzung für die Aussichten auf Erfolg der Mission: gering. Die Wahrscheinlichkeit für neuen Kommentar-Spam unter vielen wechselnden Namen: hoch.