Wenn der Ingenieur neuerdings Kunstgalerist werden will oder die Marketingleiterin lieber eine Praxis für Psychotherapie eröffnet, dann spricht man von einem Bruch im Lebenslauf. Aber einem positiven – wenn der Berufswechsel freiwillig geschieht. Laut einer Umfrage des Global Workforce Index haben aktuell besonders viele Deutsche den Wunsch nach einem kompletten Neustart. Mehr als zwei Drittel der befragten Personen geben an, ihre bisherige berufliche Ausrichtung innerhalb der nächsten fünf Jahre ändern zu wollen.
Rund 30 Prozent der Befragten nennen als Grund für die Neuorientierung den Wunsch nach einem höheren Einkommen, gefolgt von neuen Interessen (24 Prozent) und dem Bedürfnis nach einer ausgeglichenen Lebensführung (20 Prozent). Im Bereich Bildung, im Gastgewerbe, Handel, Kundenservice und in den Finanzdienstleistungen ist die Bereitschaft zu einem Berufswechsel am größten.
Trotz der hohen Bereitschaft zum Jobwechsel fürchten mehr als die Hälfte der Befragten jedoch auch, durch den Neustart einen Karriereknick zu erleiden. Mit einem Anteil von 61 Prozent gehören die 48- bis 65-Jährigen zu den besorgtesten Personen, die dies damit begründen, nicht mehr dieselbe Karrierestufe erreichen zu können. Dahinter folgt die Generation der 30- bis 47-Jährigen mit 49 Prozent, danach kommen die 18- bis 29-Jährigen mit 39 Prozent. Klar: Je jünger man ist, desto mehr Chancen bleiben auch…
Aber Vorsicht: Auch wer vermeintlich gute Gründe hat, den Job zu wechseln, sollte folgende klassische Fehler vermeiden:
- Falscher Zwang. Warum wollen Sie überhaupt wechseln? Fragen Sie sich ganz ehrlich, ob Sie hier vielleicht falschen Zwängen erliegen. Wer treibt Sie dazu? Ihr Boss? Ihr Lebenspartner? Materielle Wünsche? Ein Job, der Sie nicht mehr ausfüllt? Im letzteren Fall, sollten Sie erst einmal überlegen, woran das liegt, ob es vorübergehende oder chronische Ursachen hat. Und ob sich diese vielleicht relativ simpel ändern lassen. Ein Jobwechsel ist ein großer Schritt. Manchmal sind die kleinen zielführender.
- Kleine Ziele. Bei allem, was man sich vornimmt, realistisch zu sein, ist zunächst einmal kein Fehler. Es schützt vor Träumereien und Selbstbetrug. Manchmal ist aber auch falsch verstandener Realismus Selbstbetrug. Dann nämlich, wenn Sie sich von vornherein zu kleine Ziele stecken. Ein Beispiel: Eigentlich ist Ihr Traum, sich selbstständig zu machen. Weil Sie aber Angst vor der eigenen Chuzpe haben oder nicht an Ihren Erfolg glauben, versuchen Sie es erst gar nicht und suchen sich lieber einen Job mit größeren Freiheiten oder mehr Verantwortung. Doch – wen wundert’s – die Motivation hierfür hält nicht lange. Ergebnis: Sie wechseln und wechseln ohne jemals das eigentliche Ziel zu erreichen.
- Schnelle Lösung. Viele suchen nur nach einer schnellen Lösung ihres Problems – und ergreifen die erstbeste Chance, die sich ihnen bietet. Fatal. Den richtigen Weg zu identifizieren, braucht meist Zeit. Wägen Sie also gründlich ab – und lehnen Sie auch mal ein Angebot ab. Vor allem: Haben Sie Geduld! Wer zu oft abbiegt, um seinen Kurs zu korrigieren, verschleißt sich nur. Und wer zu viel zu schnell auf einmal will, kommt langsamer voran. Es ist wie im Verkehrsstau: Die ständigen Spurwechsler sind in Wahrheit keinen Deut schneller, kommen aber wesentlich unentspannter an. Und nicht selten verursachen sie dabei noch einen Unfall.
- Ignorierte Risiken. Je nachdem, was Sie anstreben, sind damit auch einige Risiken verbunden. Von denen sollten Sie sich zwar nicht ins Bockshorn jagen lassen, Sie sollten diese aber in jedem Fall ernst nehmen. Sonst erleben Sie vielleicht eine böse Überraschung. Zu einem Jobwechsel gehört deshalb immer auch eine gute Vorbereitung.
- Unbewusste Scheuklappen. Wenn Sie auf neue Bahnen schwenken, sich entsprechend vorbereiten, ergeben sich manchmal Gelegenheiten, die Sie bisher vielleicht gar nicht im Blick hatten. Oder nicht für möglich hielten. Es ist gut, sich seinem Ziel mit Haut und Haar zu verschreiben und dies konsequent zu verfolgen. Es wäre aber ein Fehler, bislang ungeahnte Abkürzungen zu ignorieren. Soll heißen: Bei aller Planungsliebe, behalten Sie sich einen Rest Flexibilität und Offenheit kurzfristig umzuschwenken.







Swen-William Bormann
Langfristige Beschäftigung ist auch von den Unternehmen gar nicht gewollt! Entweder werden die Angestellten unbequem oder Sie wollen zuviel Geld. Weiterhin sind Teams ohne Reibungspunkte für die Unternehmer uninteressant, und diese meinen es gibt keine Weiterentwicklung. Das ist meine subjektive Beobachtung in vielen verschiedenen Unternehmen…! Wer kann sollte lieber selbstständig werden, um sich endlich zu verwirklichen und jeden Tag Spass an der Arbeit zu haben.
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