Das also waren sie, die vier Tage Auszeit – ohne Blog, ohne Twitter, E-Mails & co. Die Abstinenz fiel erstaunlich leicht. Vielleicht auch deshalb, weil wir auf Mallorca wirklich traumhaftes Wetter hatten. Neben leichtem Handgepäck hatte ich diesmal auf der Baleareninsel ganz bewusst nur mein Zweithandy dabei: das Nexus One von Google. Warum? Weil die Handycamera zwei Megapixel mehr hat als das iPhone (5 statt 3) und obendrein mit einem Blitz ausgestattet ist. Zudem ist das Nexus Simlock frei, sodass das Telefon auch mit einer spanischen Prepaid-Karte ausgerüstet werden kann, um etwa teure Roaming-Gebühren zu sparen. In erster Linie ging es mir aber um einen Kameratest. Die noch einmal digital nachbearbeiteten Ergebnisse sind wirklich ordentlich, wenn auch mit einigen (ungewollten) Unschärfen. Insgesamt aber eine echte Alternative für alle, die Urlaubserinnerungen mitbringen, aber keine zusätzliche Kamera mitschleppen wollen.

Der Video-Test

Apropos Kameratest: Natürlich habe ich mit dem Nexus One auch ein paar Videos gedreht. Dabei habe ich das Handy aus alter Flip-Gewohnheit senkrecht gehalten, Effekt: Die Videos wurden quer gespeichert und mussten vor dem Hochladen noch einmal konvertiert (90-Grad-Drehung) werden – sehr zu Lasten der Qualität. Leider verweigerte sich das Nexus bislang beharrlich, die Videos direkt aus dem Handy via WLAN hochzuladen. Nach 90 Prozent brach der Prozess jedes Mal ab. Frustrierend.

Und das ist zu sehen…

Sa Calobra, Mallorca

Der Canyon von Sa Calobra an der Nordwestküste Mallorcas gehört zu den spektakulärsten Ausflügen auf der Baleareninsel. Die Bucht ist bis auf einen Kieselstrand wunderschön, die Tour dorthin führt jedoch über die Serpentinenstraße MA-2141, die auf ihren 12,5 Kilometern Länge einen Höhenunterschied von 780 Metern überwindet. Also nichts für unsichere Autofahrer und Menschen mit Höhenangst! Tipp: Nie vor 16 Uhr (Ankunftszeit) dorthin fahren. Dann lungern dort Massentouristen, die mit dem Bus angekarrt werden, weshalb die Anfahrt zur Plage wird: Entweder kommen einem die Busse entgegen und gefährlich nahe oder sie schleichen vor einem her.

Noah’s, Cala Ratjada

Im Fischerhafen von Cala Ratjada liegt die Bar Noah’s. Sehr stylisch, sehr angesagt. Das Essen ist lecker, die Musik loungig, die Aussicht phänomenal und die Preise sind zivil. Das Publikum neigt ein wenig zum Posen, was wohl auch daran liegt, dass der eine oder andere Mallorca-Promi hier schon gesichtet wurde.

Hotel Capricho, Cala Ratjada

Ein echter Tipp in Cala Ratjada ist das Hotel Capricho. Das kleine Familienhotel liegt zentral, der Strand von Cala Agulla und der Hafen sind jeweils in Fußweite entfernt. Die Zimmer sind erfreulich sauber, das Essen ist lecker, das Personal überaus freundlich. Tipp: Unbedingt Zimmertyp B buchen. Das ist etwas größer und teurer, dafür liegen die Zimmer ruhiger und bieten eine direkte Aussicht auf den Pool.

Magaluf, Mallorca

Ganz mutige machen einen Abstecher nach Magaluf, das britische S’Arenal. Das Panorama des Küstenortes ist deprimierend: Die Fassaden sind heruntergekommen, teilweise bröckelt der Putz, es dominnieren die Bettenburgen. Der Strand allerdings war überraschen schön, sauber und die Promenade weist zwischen zahlreichen Touristen-Fresstempeln auch einige sehr schöne Bars und Lounges auf. Besonders die Bar im Hintergrund der letzten Videoeinstellung.