“Es ist absolut unmöglich und einfach nicht zu schaffen! Keine Chance.” Mit diesen Worten wurde ein Coach von einem Manager begrüßt.”Dann erklären Sie mir doch, was so unmöglich ist”, schlug der Coach vor. Und der Manager erzählte über die unzähligen Aufgaben in seinem Leben, dass er eigentlich eine Veränderung bräuchte, die aber unmöglich sei, schließlich habe er Familie und andere Verpflichtungen. Der Coach hörte sich die Ausführungen des Managers an, schwieg eine Weile und sagte dann “Gut, ich denke ich verstehe, was Ihr Problem ist. Ich erzähle Ihnen eine Parabel, wenn Sie danach immer noch der Meinung sind, dass Ihre Probleme unlösbar sind, werde ich Ihnen keine Rechnung stellen.” Verwundert willigte der Manager ein und der Coach begann zu erzählen:
In einem Kloster im Himalaya kam ein Schüler zu seinem Meister und sprach: “Meister, Ihr lehrt uns, dass es für den Menschen keine Grenzen gibt und nichts unmöglich ist. Doch das widerspricht meiner Erfahrung, denn ich erlebe jeden Tag, dass es Dinge gibt, die ich nicht bewältigen kann. Lehrt mich bitte verstehen, was Ihr mit euren Worten meint.” Der Meister sah seinen Schüler einige Zeit nachdenklich an. “Wenn du wirklich deine Grenzen entdecken willst, nimm deine Sachen und folge dem Pfad hinter unseren Kloster tiefer in die Berge. Du wirst an den Punkt kommen, an dem ein weitergehen unmöglich scheint. Wenn du diesen Punkt erreicht hast, kehre um und berichte mir.”Der Schüler tat wie der Meister ihn geheißen hatte und machte sich auf den Weg. Nach Wochen erreichte er den Punkt, den der Meister beschrieben hatte und kehrte zu seinem Meister zurück. “Wie ich sehe bist du zurückgekehrt. So erzähle, was hast du entdeckt?”, sprach der Meister. “Meister, mitten auf dem Weg stand eine Mauer, darauf war geschrieben ‘Es ist unmöglich’. Da die Mauer zu hoch war, um sie zu übersteigen, kehrte ich um. Das Schild stimmt, es ist unmöglich diese Mauer zu überwinden.” Der Meister runzelte die Stirn. “Wo war das Schild angebracht, an der Mauer selbst?” Der Schüler überlegte kurz. “Nein, an einer schweren Tür. Doch sie wirkte so massiv, dass ich nicht versucht habe, sie zu öffnen.” Der Meister lächelte. “Dann kehre zurück, und öffne die Tür.” Der Schüler tat wie ihm geheißen war. An der Tür angelangt, gelang es ihm mit einiger Mühe tatsächlich die schwere Tür zu öffnen. So verschwand das Schild mit der Aufschrift “Es ist unmöglich” aus seinem Blickfeld, und er konnte seinen Weg fortsetzen.
Nach dem der Coach geendet hatte, herrschte in dem Büro eine ganze Weile Schweigen. Schließlich stand der Manager auf. “Ich danke Ihnen, Sie haben mir gerade die Augen geöffnet. Sie können jetzt gehen, machen Sie sich um Ihre Bezahlung keine Gedanken, Sie wird fürstlich sein.” Der Coach erfuhr wenige Tage später aus den Nachrichten, dass der Manager die Veränderung vollzogen und sich selbstständig gemacht hatte. Wie aus dem Artikel zu erfahren war, hatte er große Unterstützung von seiner Familie und seinen Freunden für diesen Schritt. Auf die Frage des Reporters, warum er diesen Schritt getan habe, antwortete der Manager “Weil ich verstanden habe, dass ich mir meine Grenzen selbst setze und das nichts unmöglich ist, wenn ich bereit bin, weiter zu gehen.”







Menachem
Diese Parabel ist sehr schön. Ich möchte 2 Gedanken dazu in den Raum stellen:
Ich empfinde es ebenfalls für stimmig, das wir in bestimmten, besonders auf erfolgsorientierten Wegen, manchmal den Rundum-Blick nicht aufbringen können. Offene Kommunikation, wie hier zwischen dem Meister und dem Schüler, stellen die erste Möglichkeit dar, diesen zu verändern. Kommunikation – überhaupt, erscheint mir dabei als das Wesentliche und dabei erscheint es mir nicht als so übergewichtig, wer der
Kommunikator ist. Der “Meister”, für welches Synonyme er immer steht, kann auch der intellektuell einfachste Mensch sein. Voraussetzung ist vielleicht nur die Distanz zur Aufgabe. Vielleicht liegt sogar in der Einfältigkeit die Lösung.
Damit will ich sagen, das sowohl der “Meister” wie auch der “Diener” eine gleichberechtigte Chance in unseren Fragen zum “sein” und “tun” haben sollten.
Ischeben [Mobile]
Ich kann Deinen Gedanken nur unterstützen. Kommunikation in der richtigen Form, zur richtigen Zeit ist wahrscheinlich nur eben richtig schwer auch wenn es doch so leicht erscheint…
Birgit Permantier
Schöne Geschichte – schönes Foto!