Wenn löschen, dann was? Alle drei Monate wertet der Online-Reputations-Dienstleister Ruflotse aus, was dessen Kunden im Netz gerne ungeschehen, unveröffentlicht und ungesagt machen wollen. Dabei zeigt sich auch in der aktuellen Auswertung: Ein großer Teil der Nutzer hat die unliebigen Inhalte zwar selbst verursacht, die Mehrzahl (69 Prozent) fühlte sich aber von Informationen geplagt, die entweder von anderen Personen oder automatisiert im Internet verbreitet wurden. Beispielsweise stammten 85 Prozent der schädlichen Kommentare, 79 Prozent der hochgeladenen Fotos und Videos, sowie 67 Prozent der persönlichen Kontaktdaten nicht vom Nutzer selbst.
Allerdings ist nicht nur das Verhalten Dritter eine Gefahr für die Online-Reputation. Auch das eigene Verhalten kann den eigenen Ruf gehörig ramponieren. So stammten fast ein Drittel (31 Prozent) aller missliebigen Einträge – inklusive Fotos, Videos, Kommentare, Bewertungen und persönliche Kontaktdaten – vom Nutzer selbst. Schon in den vergangenen Quartalen kam die Studie zu dem Ergebnis, dass sich Internetsurfer in vielen Fällen mit öffentlichen Beiträgen ins eigene Fleisch schneiden – etwa durch verunglimpfende Inhalte gegenüber Dritten oder potenziell Missverständliches.
Und das sind sie – die…
Top 5 unerwünschter Inhalte der Privatnutzer
- Persönliche Kontaktdaten: 33 Prozent, davon selbst eingestellt: 33 Prozent
- Kommentare und Bewertungen: 21 Prozent, davon selbst eingestellt: 15 Prozent
- Fotos und Videos: 18 Prozent, davon selbst eingestellt: 21 Prozent
- Redaktionelle Beiträge: 15 Prozent, davon selbst eingestellt: 5 Prozent
- Sonstige Einträge: 13 Prozent, davon selbst eingestellt: 94 Prozent
Bei den Unternehmen sieht das Ranking etwas anders aus. Sie lassen neben unliebsamen Kommentaren vor allem Fotos und Videos aus dem Internet entfernen, wenn diese Urheberrechte verletzen.
Top 5 unerwünschter Inhalte der Unternehmen
- Kommentare und Bewertungen: 51 Prozent (Vorquartal: 74 Prozent)
- Fotos und Videos: 22 Prozent (Vorquartal: 0 Prozent)
- Persönliche Kontaktdaten: 20 Prozent (Vorquartal: 17 Prozent)
- Redaktionelle Beiträge 7 Prozent (Vorquartal: 9 Prozent)
- Profile: 1 Prozent (Vorquartal: 0 Prozent)
Übrigens: Die Erfolgsquote solcher Löschaufträge liegt bei rund 80 Prozent. Das heißt aber eben auch: Etwas bleibt im Netz immer hängen! Daher: Besser vorher nachdenken, ob man mit dem, was man da posten will, auch in zwei Jahren noch leben kann.







Marc Nemitz
Schöne Auflistung, aber auch gleichzeitig beängstigend für Netz-Unternehmen, die sich in Zukunft auf immer größere Mengen von Löschanträgen gefasst machen können. Zwar versucht man die Menschen für das Thema zu sensibilisieren, stößt aber in der Realität nur all zu oft auf taube Ohren.
mfG
Marc
Joaquin
In der Tat ist es so, dass sich viele vor dem Einstellen im Netz überhaupt keine Gedanken machen, bis es eh schon zu spät ist. Denn oft nützt das Löschen nichts.