Sind Sie unzufrieden mit Ihrem Job? Ärgern Sie sich über Ihre Kollegen? Ihr Chef nervt? Dann gehören Sie, laut einer Studie des Handelsblattes, zu neun von zehn Deutschen, die mit Ihrem Job unzufrieden sind.

Doch was können Sie schon ändern?

  • Das Betriebsklima verbessern?
  • Oder den Job wechseln?

Punkt Eins ist freilich mit einigem Aufwand verbunden: Verbesserungs- und Änderungsvorschläge müssen formuliert und auf den Tisch gebracht werden. Zudem müssen Sie mittels zahlreicher konstruktiver Gespräche mit Kollegen und dem Chef Aufmerksamkeit, Vertrauen und Bewusstsein für das Problem schaffen. Und haben Ihre Gespräche gefruchtet, ergeben sich die Veränderungen häufig doch nur nach und nach. Wenn überhaupt.

Das kann eine Menge Zeit, Kraft und Nerven kosten. Wir wollen Sie aber nicht davon abhalten. Dieser Weg lohnt sich auch – denn er verbessert nicht nur Ihren Job, sondern auch den von zahlreichen Kollegen.

Es ist allerdings auch kein Wunder, dass sich angesichts dieser Anstrengungen viele Mitarbeiter für Alternative zwei entscheiden: den Jobwechsel. Angeblich ist das Gras ja woanders immer grüner, die Kollegen interessanter, der Chef netter und das Unternehmen erfolgreicher. Falls Sie also gedanklich bereits diesen Weg beschreiten, haben wir da was für Sie…

8 Schritte zu einem neuen Job

Aktiv werden! Während der Arbeitssuche preist man sich an, wie bei einer Marketing- oder Verkaufskampagne. Arbeiten Sie hartnäckig und beständig bei Ihrer Suche nach einer neuen Arbeitsstelle. Dafür reichen ein bis zwei Stunden am Tag nicht aus. Eher sind es 20 Stunden pro Woche. Diese Zeit sollten Sie aber nicht nur hinter dem Computer verbringen. Gehen Sie raus und treffen Sie sich mit Freunden und Bekannten! 60 bis 70 Prozent der Stellen werden durch persönliche Empfehlungen besetzt. Ein gutes Gespräch mit einem Ihrer Kontakte kann daher genauso viel Wert sein, wie 200 Bewerbungsschreiben.
Warm vernetzen! Pflegen Sie Beziehungen zu sogenannten warmen Kontakten. Warme Kontakte sind Menschen, die Sie mögen, denen Sie vertrauen und die Sie respektieren. Nehmen Sie Kontakt zu diesen Menschen auf, egal wo sie leben oder was sie machen. Erzählen Sie ihnen, dass Sie auf der Suche nach einem neuen Job sind, denn warme Kontakte können wie Jobsuchmaschinen funktionieren.
Fremde kennenlernen! Sie lernen jemanden kennen, der jedoch nicht in Ihrem beruflichen Feld tätig ist? Dann verabschieden Sie sich nicht vorschnell von diesem Menschen. Lernen Sie ihn kennen. Machen Sie ihn dezent (!) auf Ihre Jobsuche aufmerksam. Studien haben gezeigt: Die meisten Vermittlungen entstehen über diese sogenannten losen Verbindungen.
Fragen stellen! Fragen Sie Ihre Kontakte nach Hilfe. Auch wenn Sie sich genieren. Wie sonst können andere auf Ihre Jobsuche aufmerksam werden und Ihnen helfen? Achten Sie bei Ihrer Frage aber darauf, dass Sie sie speziell zu Ihrer Jobsuche stellen. Zum Beispiel: “Kennst du jemanden, der im Bereich XY arbeitet und vielleicht Zeit hat, mit mir zehn Minuten dazu zu telefonieren oder mit dem ich ein paar E-Mails austauschen kann?” Bei einer so direkten Frage, muss der Gefragte erst einmal kurz überlegen und wird Sie nicht vorschnell mit einem “Nein” abspeisen.
Klar formulieren! Damit die Leute Ihnen helfen können, müssen sie Sie verstehen. Formulieren Sie Ihre Interessen in schriftlichen und mündlichen Varianten daher keinesfalls in Fachchinesisch. Ihre Freunde werden Sie ansonsten nicht verstehen. Bleiben Sie bei einfachen Sätzen, die auch ein Normalsterblicher versteht.
Realistisch bleiben! Viele Menschen versuchen Ihre Bewerbung zu versupern, indem sie stundenlang vor ihrem PC sitzen und tüfteln, anstatt sich Feedback von Freunden und Verwandten einzuholen. Verfassen Sie eine gute Bewerbung, aber versuchen Sie nicht, es gleich perfekt zu können. Sie müssen die Empfänger des Bewerbungsschreiben mit Ihrem persönlichen Anschreiben und dem eigenen Lebenslauf neugierig machen, nicht endgültig überzeugen. Verwenden Sie auf Erstes Ihre Energie und Kreativität.
Verantwortung übernehmen! Oftmals sind wir davon überzeugt, dass andere für die eigene, schlechte Jobsituation verantwortlich sind. Doch das ist nur ein Schutzmechanismus. Allerdings auch einer, der Ihren Erfolg behindert. Tatsächlich sind Sie zu 100 Prozent allein für Ihr Handeln verantwortlich. Diese Erkenntnis kann schmerzhaft sein. Aber nur auf diesem Wege werden Sie verstehen, dass Sie der Taktgeber für Ihre Karriere und Ihre Jobsuche sind.
Alternativen einplanen! Es ist richtig, sich beim Jobwechsel Pläne zu machen und auch ein bisschen zu träumen. Oft empfiehlt es sich aber, parallel auch einen Plan B zu machen. Das kann nicht ebenso ein alternativer Weg zum Ziel sein wie auch ein völlig neues Ziel selbst. Denn erstens kommt es anders und zweitens, als man denkt.

All diese Schritte bilden letztlich einen grob Leitfaden für Sie, den Sie aber individuell verfeinern sollten. Jeder mit einem Ziel kann auch einen Weg finden, dieses zu erreichen. Die Frage, wann es erreicht wird, hängt indes einzig und allein davon ab, wie gut ihr Plan ist und die Vorbereitung war.