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5 von Jochen Mai am 1. Oktober 2009 → Artikel in Psychologie
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Noch mal mit Gefühl – Der Marshmallow-Effekt

YouWinDie Zukunft eines Vierjährigen zeigt sich schon im Umgang mit Süßigkeiten. Das jedenfalls legt der sogenannte Marshmallow-Test aus den Sechzigerjahren nahe, der inzwischen zu den Klassikern in der Sozialpsychologie zählt:

Die Wissenschaftler stellten eine Gruppe von Vorschülern vor eine Tüte Marshmallows und die Alternative: Entweder ihr bekommt eine Süßigkeit sofort – oder ihr wartet, bis der Versuchsleiter zurückkommt und bekommt dann zwei. Einige Kinder griffen sofort zu, die Mehrheit aber wartete ab und bekam den doppelten Lohn.

Damit war das Experiment aber nicht vorbei: Rund 14 Jahre später wurden dieselben Schüler erneut unter die Lupe genommen: Die Geduldigen waren zu selbstbewussten, sozial kompetenten Persönlichkeiten gereift, konnten mit Rückschlägen umgehen und waren in der Lage, eine Belohnung aufzuschieben, wenn es ihren Zielen diente. Die Sofortesser dagegen waren unsicherer, unentschlossener, neidischer, und schnitten auch – unabhängig von ihrer Intelligenz – in der Schule schlechter ab. Kurzum: Die Fähigkeit zum Gratifikationsverzicht oder besser gesagt -aufschub ist ein Kennzeichen starker Charaktere, es ist: emotionale Intelligenz.

Das jedenfalls folgert der ehemalige Harvard-Professor Daniel Goleman, der dazu Mitte der Neunzigerjahre einen Bestseller schrieb. Seine These: Zum Erfolg gehört mehr als ein hoher Intelligenzquotient. Der ist allenfalls zu 20 Prozent für Erfolg und Lebensglück verantwortlich. Wer dagegen klug mit seinen Gefühlen und Begierden umgeht, bringt es im Leben weiter als der brillanteste Wüterich. Was auch erklärt, warum manche jungen Genies später scheitern, während einige Mauerblümchen zu Stars mutieren.

BlinkaugeBeim EQ geht es jedoch nicht um Gefühlsduselei, er ist nicht das Gegenteil vom IQ. Es geht vielmehr darum, Vernunft und Intuition auszubalancieren. Also Gefühle wie Angst, Wut, Trauer, Freude, als solche wahrzunehmen und mit dem Verstand zu steuern. Menschen, die das nicht können, fühlen sich wie Getriebene ihres Instinkts. Aus Studien ist bekannt, dass starke Gefühle das logische Denken, die Wahrnehmung der Gefühle anderer und sogar die eigenen Sprachfähigkeiten blockieren können. Jeder kennt das: Wenn man erst einmal vor Rage schnaubt, fehlen einem die Worte.

Emotionale Intelligenz hilft, Gefühle produktiv zu nutzen – etwa um sich selbst zu motivieren. Oder um die Gefühle und Sehnsüchte anderer in deren Gestik und Mimik zu entschlüsseln. So kann man sie gezielter ansprechen, ihnen Ängste nehmen, sie leichter überzeugen. Empathie ist eine wesentliche Stärke im Berufsleben, die den Schwerpunkt der vielbeschworenen Sozialkompetenz bildet. Empathische Menschen haben mehr und bessere Beziehungen, sind leichter in der Lage Kompromisse einzugehen und finden schneller Zugang zu anderen. Bestätigt wird das durch zahlreiche Ergebnisse der Hirnforschung. Ein gutes Indiz, wie stark Ihr Einfühlungsvermögen ist, ist Sprache. Sie verrät Bewusstsein: Wer Empfindungen gut beschreiben kann, kann damit auch besser umgehen.


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1. Kommentar

Hannes
02.10.09 um 10:57 Uhr

Das ganze wurde sehr lustig in den TED Talks vorgestellt.
http://www.ted.com/talks/joachim_de_posada_says_don_t_eat_the_marshmallow_yet.html

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