Es ist kompliziert. Menschen sehnen sich einerseits nach Beständigkeit, andererseits steckt auch der Drang nach Veränderung zweifellos in uns. Und Veränderungswille ist vor allem im beruflichen Kontext wichtig, gerade in Zeiten, in denen die Digitalisierung alte Jobs zu verschlingen droht. Job wechseln, Abi nachholen, neue Fähigkeiten erlernen - manchmal kommt man nur mit Veränderungsbereitschaft ans Ziel. Wie steht es mit Ihnen: Sind Sie eigentlich novaturient? Der Karrierebibel-Test sagt es Ihnen!

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Novaturient: Warum ist das wichtig?

Das Wörtchen novaturient ist sicher eine Orchidee im Unkrautgarten. Es heißt so viel wie änderungsbedürftig, veränderungswillig.

Und Veränderungsbereitschaft ist eine Tugend, wenn man den Firmenlenkern und Zukunftsforschern glaubt. Credo: Stillstand ist der Tod. Ohne Veränderung keine selbstfahrenden Autos, keine recycelten Raketen, keine Energiewende, um nur mal ein paar Beispiele zu nennen.

Veränderung ist wichtig, das wird in der Wirtschaft - zumindest öffentlich - niemand mehr bestreiten. Unter anderem aus diesen Gründen:

Veränderung: Das bringt sie

Und ohne den unbedingten Willen zur Veränderung landet man auch im Job oft in einer Sackgasse. Wer zum Beispiel seinen Arbeitgeber nur ungern wechselt, erreicht im Organigramm und in der Gehaltsklasse oft schnell das Ende der Fahnenstange.

Ein Jobwechsel dagegen ist mit mit einer durschnittlichen Gehaltserhöhung von fünf Prozent verbunden. Manchmal bringt der Sprung ins neue Becken sogar 20 Prozent mehr Einkommen. Voraussetzung: Sie heuern aus einem ungekündigten Beschäftigungsverhältnis heraus an. Man könnte auch sagen: Mehr Geld gibt's nur, wenn Sie von sich aus den Willen zur Veränderung haben.

Doch ist Veränderung meist kein gemächlicher Sommerspaziergang. Eher eine Schlittenfahrt zum Nordpol. Veränderung tut weh, verlangt einem viel ab, ist mit Unsicherheiten und Unwägbarkeiten verbunden.

Beispiel Mittelstand: Eine PWC-Umfrage brachte Anfang 2017 zum Vorschein, dass die Digitalisierung für Familien- und mittelständische Unternehmen Trend-Thema Nummer eins ist. Und dennoch will die Mehrheit der Befragten ihr eigenes Geschäftsmodell nicht antasten. Nur 40 Prozent sind dazu bereit, ihr Geschäftsmodell auf den Prüstand zu stellen. Die Frage stellt sich: Wie veränderungswillig sind sie wirklich?

Novaturient: 6 Tipps für Veränderungswillige

notavurient-tippsDer Geist ist willig, aber das Fleisch schwach? Wir haben sechs Tipps für Sie, um Veränderungen anzustoßen. Es ist leichter, als Sie denken ...

  1. Routinen ändern: Nicht immer morgens joggen, auch mal abends. Routinen sind enorm wichtig und effizient, aber beizeiten können sie ruhig geändert und optimiert werden.
  2. Projekt annehmen: Die Weihnachtsfeier organisieren oder die amerikanische Delegation begrüßen. Bemühen Sie sich im Unternehmen um Aufgaben und Projekte, die Sie zuvor noch nie gemacht haben.
  3. Bücher lesen: Aber bitte auch mal fachfremde. Die eröffnen Ihnen neue Horizonte, machen Sie neugierig. Und Neugier ist eine Triebfeder für Veränderungen.
  4. Komfortzone verlassen: Tun Sie etwas, das Ihnen unangenehm ist - gerne auch außerhalb des Büros. Einem Fremden auf der Straße ein Kompliment machen wäre so eine Mutprobe. Nur mal als Beispiel.
  5. Wünsche aufschreiben: Wenn ich die freie Wahl hätte, würde ich in New York arbeiten. Wenn ich mein Gehalt verdoppeln könnte, würde ich meiner Tochter ein Klavier kaufen. Ziele (am besten schreibt man sie auf, das macht erfolgreicher!) motivieren - und können Veränderungen anstoßen.
  6. Experimente wagen: Bewerben Sie sich doch einfach mal aus Ihrem (guten) Job heraus bei einem anderen Unternehmen - einfach so, nur um Ihren Marktwert zu testen. Oder fangen Sie an zu fotografieren oder zu bloggen oder zu twittern oder ... Aus Neuem kann Gutes entstehen.

Notavurient: Auch Manager sollten es sein

Auch fragte PWC nach den Eigenschaften, die ein Manager im Mittelstand unbedingt verkörpern muss. Auf Platz eins landete mit 63 Prozent die Innovationsfähigkeit, auf Platz zwei folgte die Kreativität mit 55 Prozent. Am dritthäufigsten wurde Veränderungsbereitschaft genannt (52 Prozent).

Damit schlägt der Veränderungswille sogar Eigenschaften wie ...

Stark ausgepägt scheint er aber deshalb noch lange nicht zu sein. Von sich selbst sagten nur 33 Prozent der Befragten, dass sie Veränderungsbereitschaft besonders stark verkörpern würden. An Genauigkeit mangelt es genau halten sich 54 Prozent, für innovationsfähig 51 Prozent, fachliche Expertise bescheinigen sich 50 Prozent.

Novaturient: Man selbst ist es am meisten

Zu etwas anderen Ergebnissen kam zuvor eine Studie der Unternehmensberatung Comteam. "Sowohl die Bereitschaft als auch die Kompetenz zur Veränderung im eigenen Unternehmen sehen die Teilnehmenden im guten Mittelfeld – also durchaus vorhanden; verbesserungswürdig wäre allerdings beides", schreiben die Berater. "Interessant ist, dass man sich selbst sowohl als veränderungswilliger als auch kompetenter einschätzt als den Rest des Unternehmens – unabhängig von Geschlecht, Alter und Position."

Der Führungsetage attestierten die Teilnehmer dabei etwas mehr Wille und Fähigkeit zur Veränderung als dem mittleren Management. Das aber wiederum ist laut Befragung novaturienter als die einfachen Mitarbeiter.

Am veränderungswilligsten aber sind die Befragten selbst: Sie gaben sich selbst den Top-Wert - unabhängig von der Position. Getreu dem Motto: "Ich bin offen für Neues, nur die anderen nicht!"

Was ist mit Ihnen: Sind Sie bereit für Veränderungen? Oder wollen Sie sie möglichst vermeiden? Der Karrierebibel-Test sagt es Ihnen!

Test: Wie stark ist Ihr Wille zur Veränderung?

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