Dazu zunächst nur Zahlen: 1 Prozent aller Vorstandsposten der 200 größten deutschen Unternehmen ist mit einer Frau besetzt (Quelle: DIW). 7,8 Prozent der Aufsichtsräte der 200 größten deutschen Unternehmen haben weibliche Aufsichtsräte. Insgesamt besetzen Frauen 26,5 Prozent aller Führungspositionen in Deutschland. Innerhalb Europas rangiert Deutschland damit nur noch vor Griechenland (25,9%), den Niederlanden (25,4%) und Dänemark (23,7%). Spitzenreiter ist Frankreich mit einem Frauenanteil von 37,8 Prozent, gefolgt von Portugal (34,8%) und Großbritannien (34,6%, Quelle: Eurostat).

Was die Gehaltsunterschiede anbelangt belegt Deutschland gar den traurigen letzten Platz: 22 Prozent weniger als Männer verdienen Frauen in gleichen Positionen und Berufen (Quelle: DIW). Zwar beziehen Frauen auch in anderen europäischen Ländern noch immer kein gleiches Gehalt wie Männer, aber sie nähern sich ihnen vergleichsweise stärker an. Am fairsten bezahlt werden Frauen demnach in Belgien, hier beträgt der prozentuale Gehaltsunterschied zu Männern nur 7 Prozent. Danach folgen Portugal (8%), Italien (9%), Griechenland (10%), Frankreich (11%), Polen (12%), Spanien (13%), Schweden (16%), Dänemark (17%), Tschechische Republik (18%), Niederlande (18%), Finnland (20%) und Großbritannien (21%). In der EU liegt der durchschnittliche Gehaltsunterschied bei 15 Prozent.

Zum Schluss ein Zitat:

Vielleicht lassen sich zu viele Frauen zu schnell abschrecken. Ihnen genügt es häufig, wenn sie eine mittlere Führungsposition erreicht haben und es schaffen, dies mit ihrer Familie zu vereinbaren. Das ist ja auch nicht einfach. [...] Es gibt Männer, die sehr konsensorientiert sind, ebenso wie es Frauen gibt, die sehr autoritär führen. Ich glaube aber, dass autoritäre Frauen schneller scheitern als autoritäre Männer, weil man ihnen ihren Führungstil nicht so schnell verzeiht.

Margret Suckale, Vorstand für Personal und Dienstleistungen der DB Mobility Logistics und bis Juni 2008 im Vorstand des DB-Konzerns