Dies ist für alle, die sich mit Diäten plagen, ihre Kurven mit Push-Up-BH oder Silikoneinlagen aufmotzen oder ihrem Körperbau im Gym und per allwöchentlicher Qual einen Sixpack abringen. Insbesondere jenen, die damit auf dem Beziehungsmarkt punkten wollen. Vergesst es! Attraktiver macht das nur marginal.

Eine Studie der Universität Crawley (Australien) fand heraus: Ob wir auf das andere Geschlecht anziehend wirken oder nicht, hängt viel mehr von unserem Gesicht ab als von unserem Körper – erst recht, wenn man ein Mann ist!

Bei dem wissenschaftlichen Experiment sollten jeweils zwölf Männer und Frauen die Attraktivität anderer Menschen anhand von Fotografien auf einer Skala von 1 bis 7 einstufen. Manche der Probanden sahen dabei die Gesamterscheinung, andere nur die Gesichter, wieder andere nur den Körper. Anschließend verglich die Studienleiterin Marianne Peters die Gesichts- beziehungsweise Körper-Werte mit der Gesamtbewertung, um herauszufinden, wie sehr diese übereinstimmten. Und siehe da: Die Gesichter erzeugten die größere Urteilsbreite – oder kurz: Sie sind für die Attraktivität ausschlaggebender.

Vor allem Frauen, die Männer beurteilen sollten, musterten mit 52 Prozent vor allem sein Gesicht, den Körperbau interessierte nur ein Viertel (24 Prozent) der Probandinnen.

Das passt auch zu drei ähnlichen Experimenten: So zeigte der kanadische Psychologe Thomas Hadjistavropoulos von der Universität von Regina Frauen verschiedene Männergesichter. Anschließend sollten sie ihm sagen, wer davon für sie als Partner infrage käme. Ergebnis: Durchweg wurden die Attraktivsten ausgewählt. Die Probandinnen selbst gaben jedoch an, die Männer nach ihrer Persönlichkeit ausgewählt zu haben (soweit man das von einem Foto überhaupt ablesen kann!). Es folgte Experiment Nummer 2: Jetzt gab der Forscher vor, die Probandinnen seien an einen Lügendetektor angeschlossen. Prompt bekannte die Mehrheit der Frauen bei ihrer Wahl allein nach dem Äußeren gegangen zu sein. Bei einem dritten Experiment des US-Anthropologen John Townsend von der Syracuse Universität präsentierte er 200 Frauen dieselben Männer in unterschiedlicher Aufmachung: mal im Anzug, mal in einer Bullettenbrater-Uniform. Das Ergebnis lässt sich erahnen: Die Männer wurden schlagartig attraktiver, wenn sie im feinen Zwirn steckten, während selbst die hübschesten Model-Brätlinge einfach nicht punkten konnten.

Zusammengefasst könnte man sagen: Sieht eine Frau einen Mann, fängt sie an zu rechnen. Ihr geht es bei der Partnerwahl vor allem um Macht, Geld und Status – zugegeben, nicht ohne einen gewissen Einfluss des Äußeren. Und hierbei liest sie am meisten aus seinem Gesicht.

Zurück zu der australischen Studie. Interessanterweise gilt diese Aussage auch für Männer: Wenn Männer die Schönheit einer Frau suchen, dann suchen sie diese zu 47 Prozent in ihrem Gesicht. Auch hierbei spielt ihr Körperbau mit 32 Prozent nur die zweite Geige.

Allerdings gibt auch die zweite Geige noch den Ton an. Wenn Männer etwas am Weibe wirklich in Wallung bringt, beziehungsweise an ihren Kurven, dann ist es ihr Taillen-Hüft-Verhältnis. Das wiederum ist das Ergebnis von Untersuchungen des Psychologie-Professors Devendra Singh von der Universität Texas, der dazu Unmengen historischer wie aktueller Literatur auswertete. Das Ergebnis, was wenig überrascht: Die optimale weibliche Körperform ähnelt am ehesten der einer Sanduhr.

„Wir verglichen die Erwähnung verschiedener weiblicher Beschreibungen und Begriffe, wie Brüste, Hüften, Hintern, Beine, Schenkel, schlank und üppig und wie oft die Autoren diese in den Zusammenhang von Attraktivität brachten“, sagt Singh. Gleichzeitig unterschied er, die Häufigkeit der Erwähnung und ob es sich dabei um eine romantische Beschreibung („Ihre Brüsten schmeckten besser als Wein“) oder um eine qualifizierende („Ihre Hüften waren schmal wie ein Stab“) handelte. Und tatsächlich: In jedem Jahrhundert wurden die drei Körpermerkmale – Brüste, Taille, Hüften – durchweg oft erwähnt und mit Attraktivität in Verbindung gebracht. Wobei die Beschreibungen der Brüste meist romantischer Natur waren, nur wenige behandelten Form oder Größe. So gab es nur eine lobende Referenz für große Brüste, drei für kleine, dafür aber zwölf für deren runde Form. Singh deutet dies zugleich als Symbol für Jugend – so wie das Taillen-Hüft-Verhältnis letztlich auch für Jugend, Fruchtbarkeit und Gesundheit stehe.

Auch Frauen mit überdurchschnittlich langen Beinen wirken attraktiver. Das fanden Polnische Wissenschaftler heraus. Und zwar unabhängig von der Körpergröße. Bei den Beinen geht es vor allem um Propotionen. Dazu manipulierten die Forscher Fotos und verlängerten die Beine auf den Bildern um fünf Prozent, um das Ergebnis anschließend auf Attraktivität bewerten zu lassen. Das Optimum lag bei zehn Prozent über Normalmaß. Beine mit bis zu 15 Prozent Abweichung wirkten dagegen schon wieder stelzig und entsprechend abtörnend.

Warum aber achten Männer bei Frauen eher auf ihre Schönheit als auf ihre Intelligenz? Weil Männer besser sehen als denken können? Mag sein. Soziologen indes noch eine andere Erklärung: Eine wunderschöne Frau an der Seite eines unterdurchschnittlich attraktiven Mannes lässt ihn attraktiver erscheinen – sowohl für Frauen als auch für Männer. Das Model an seiner Seite erhöht seinen Status: Er gilt prompt als intelligenter, selbstbewusster, liebenswerter.

Umgekehrt funktioniert das nicht: Ein überdurchschnittlich gutaussehender Mann an der Seite einer durchschnittlich attraktiven Frau ändert nicht das Geringste daran, wie andere sie einschätzen.

Egal, welche Attraktivitäts-Studien man sich also anschaut, am Ende läuft es immer auf dasselbe hinaus: Bei der Partnerwahl suchen Männer Sexualobjekte, Frauen dagegen Erfolgsobjekte.

Das obige Bild ist ein Manga-Avatar, den Sie hier von sich selbst machen können.