In manchen Branchen haben PR-Manager einen schweren Stand, werden sie doch automatisch mit Schönfärberei und übertriebenen Werbeslogans assoziiert. Das ist natürlich extrem pauschalisiert und stimmt – wenn überhaupt – nur teilweise. Dennoch hat der umfangreiche Einsatz von Social Media in der Kundenkommunikation und der Unternehmenspräsentation zu einer Veränderung im PR-Bereich geführt. Und nicht alle PR-Manager haben sich dieser Entwicklung angepasst. Deshalb lautet meine These: Klassische PR-Manager taugen nicht mehr viel, Unternehmen brauchen heute Öffentlichkeitsarbeiter.
Was ist ein klassischer PR-Manager?
Unter einem klassischen PR-Manager verstehe ich Mitarbeiter, die als hauptsächliche Kommunikation mit Kunden Werbekampagnen nutzen. Diese Mitarbeiter haben ihre Ausbildung meist im PR-Bereich absolviert und sind der Meinung, dass Banner, Plakate und Werbespots völlig ausreichen, um Kunden zu erreichen. Die Inhalte und die Zielrichtung von Werbekampagnen definieren Sie ausschließlich auf der Grundlage von Marktforschungsstudien. Social Media spielt für Sie nur als Werbekanal eine Rolle, Kommunikation mit dem Kunden findet in den Konzepten dieser Mitarbeiter nur einseitig statt. Das ist natürlich etwas überzeichnet, trifft aber den Kern des klassischen PR-Managers recht gut.
Öffentlichkeitsarbeiter – ein Gegenentwurf
Dem gegenüber steht aus meiner Sicht der Öffentlichkeitsarbeiter, wobei die Betonung hier auf dem Wort “Arbeiter” liegt. Sicherlich brauchen auch diese Mitarbeiter grundlegende Kenntnisse aus Werbung, Marketing und Psychologie. Sie setzen dieses Wissen jedoch nicht nur in Bannern, Plakaten und Werbespots um, sondern wenden es viel mehr in der direkten Kommunikation mit den Kunden an. Im Gegensatz zu klassischen PR-Managern nutzen Sie die Kommunikationsmöglichkeiten, die soziale Netzwerke ihnen bieten und treten mit Kunden in Dialog. Die Inhalte Ihrer Werbekampagnen ergeben sich nicht zwangsläufig aus Marktforschung Studien, sondern auch aus dem direkten Feedback der Kunden in Dialogen auf Twitter, Facebook, Google+ oder in den Kommentaren des Firmenblogs. Sie kennen das Unternehmen, haben Einblicke in die verschiedenen Bereiche und stehen in ständigem Austausch mit Mitarbeitern und Führungskräften aus den verschiedenen Abteilungen.
Neben Aufmerksamkeit haben moderne Öffentlichkeitsarbeiter vor allem ein Ziel: Das Unternehmen authentisch und glaubwürdig den Öffentlichkeit gegenüber darzustellen. Dazu gehört auch, Fehler einzugestehen, sich dafür zu entschuldigen und die Rückmeldungen der Kunden bei Problemlösungen zu berücksichtigen. Öffentlichkeitsarbeiter lassen nicht kommunizieren, sie sind selbst in den sozialen Netzwerken für das Unternehmen aktiv. Dabei geben sie sich von Anfang an als Mitarbeiter des Unternehmens zu erkennen und kommunizieren offen und ehrlich mit den Kunden. Sie beschönigen nichts, weisen aber auf die vorhandenen positiven Aspekte des Unternehmens hin und suchen zusammen mit Kunden im Dialog nach Verbesserungsmöglichkeiten.
Die Voraussetzungen
Damit Öffentlichkeitsarbeiter sinnvoll arbeiten können, braucht es einige Voraussetzungen. Einerseits ist von Seiten des Unternehmens ein hohes Maß an Vertrauen in die Öffentlichkeitsarbeit nötig, denn diese können nur dann authentisch agieren, wenn sie nicht ständig alles im Voraus genehmigen lassen müssen, sondern spontan antworten können. Andererseits müssen die Öffentlichkeitsarbeiter selbst sich in das Unternehmen einarbeiten, die Abläufe und die Philosophie kennen lernen und die Ziele des Unternehmens verinnerlichen. Nur dann können Sie in der Kommunikation konsistent und glaubwürdig auftreten. Dazu gehört auch das Wissen, welche Veränderungen überhaupt denkbar sind und wie schnelle Veränderungsprozesse von statten gehen können. Ohne dieses Wissen machen Öffentlichkeitsarbeiter Kunden gegenüber eventuell unrealistische Versprechungen, die dann nicht erfüllt werden können und zu Enttäuschung führen.
Fazit
Heute erwarten Kunden, dass Sie in den sozialen Netzwerken direkt mit Unternehmen in Dialog treten können und dabei auch ernst genommen werden. Die beste Werbekampagne kann die Mundpropaganda von zufriedenen Kunden nicht ersetzten. Klassische PR-Manager mit einem einseitigen Kommunikationsansatz können nur noch einen kleinen Teil der nötigen Bandbreite abdecken. Moderne Öffentlichkeitsarbeiter suche im Gegensatz dazu aktiv die Kommunikation mit den Kunden. Das gilt auch dann, wenn Fehler passiert sind und Krisenkommunikation ansteht.
Kennen Sie Menschen, die Sie als Öffentlichkeitsarbeiter bezeichnen würden? Wir freuen uns auf Ihre Kommentare.
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Thomas Pleil
Die Argumentation des Artikels teile ich im Grunde. Allerdings sollte schon zwischen den Disziplinen sauber getrennt werden: Werbung und PR waren schon immer zwei paar Schuhe. Also klingt es schon seltsam, wenn hier davon gesprochen wird, PR-Leute hätten Werbekamppagnen erstellt oder seien überwiegend gar in der Werbung ausgebildet.
Christian Mueller
Hallo Thomas,
danke für deinen Kommentar, da hast du Recht, ich habe es etwas umformuliert. Wobei es auch Branchen gibt – beispielsweise der Sozialbereich in dem ich arbeite – in dem diese Trennung aus Kostengründen meist nicht vorgenommen wird und der PRler dann auch gleich die Werbematerialien und die entsprechenden Konzepte selbst erstellen darf/soll.
Gruß,
Christian
Babsy
Das ist auf jeden Fall eine umdenkende Berufsgruppe.
Anke Huber
Ich teile die Meinung von Herrn Pleil. Es gibt natürlich einen gravierenden Unterschied zwischen PR und Werbung. Und ich kenne keinen PR-Manager, der in der Werbung gearbeitet hat oder sich nicht gegen diesen Vergleich wehren würde. Aber mit der folgenden Meinung stimme ich voll überein: “Einerseits ist von Seiten des Unternehmens ein hohes Maß an Vertrauen in die Öffentlichkeitsarbeit nötig, denn diese können nur dann authentisch agieren, wenn sie nicht ständig alles im Voraus genehmigen lassen müssen.” Und an dieser Stelle muss noch viel getan werden.
stillthrill
Danke für den Artikel, denn genau zu diesem Thema überlegen wir im Moment bei uns im Unternehmen Neuerungen einzuführen. Ich werde die Erkenntnisse aus diesem Artikel auf jeden Fall mit einfließen lassen.
Martin
Buch!
Isa
Schwieriges Thema: Interaktion mit den Kunden bedeutet schließlich immer spontanes Handeln und das ist manchmal auch unüberlegtes Handeln.
Jonas
Interessanter Artikel.
Jens
Manchmal schon erschreckend, wie schnell sich gerade die neueren Berufsbilder ändern!
Jea
Interessant – vielleicht klappt´s heute mit dem Buch…
Larissa Fuad
ich kann nur bestätigen: Kommunikation ist das wichtigste
Steffen
13 mal verloren…
dann kann die 14 nur meine Glückszahl werden :)
Stephanie Grupe
Lieber Herr Mueller,
Ihre Unterscheidung zwischen dem “klassischen und dem modernen PR-Manager” kann ich nicht teilen. Vielmehr würde ich zwischen schlechten und professionell arbeitenden PR-Managern unterscheiden. Denn mit einseitiger, werblich orientierter Kommunikation hatte und hat gute PR noch nie etwas zu tun. Ich bin seit rund 25 Jahren als PR-Managerin, Beraterin, Dozentin und Autorin tätig. Damals wie heute steht der Dialog mit den Menschen im Vordergrund professioneller PR-Arbeit. Durch Social Media haben sich ein weiterer Kommunikationsraum und weitere Instrumente entwickelt, die für diesen Dialog einsetzbar sind. Daher gehört es zu moderner PR, diese neuen Möglichkeiten in die Arbeit mit einzubeziehen. Hier liegt meiner Ansicht nach der eigentliche Unterschied zwischen klassischer und moderner PR.
in disem Sinne herzliche Grüße von Stephanie Grupe
Christian Mueller
Hallo Frau Grupe,
ich kenne auch einige PR-Manager, die ihren Job wirklich gut machen und selbst in den sozialen Netzwerken aktiv sind, diese würde ich auch mit dem Begriff des Öffentlichkeitsarbeiters – oder der Öffentlichkeitsarbeiterin – bezeichnen.
Mit “klassischem PR-Manager”- das wird im Artikel deutlich – meine ich die Sorte von PR-Managern, die – überspitzt formuliert – nur Konzepte entwickelt, sich aber nicht selbst in den Dialog mit Kunden begibt.
Ich denke Ihre Definition eines professionell arbeitenden PR-Managers deckt sich weitestgehende mit dem von mir verwendeten Begriff des öffentlichkeitsarbeiters. Mir ist bei der Begrifflichkeit die Betonung der Komponente “Arbeit” wichtig, weil das eben die Kommunikation mit Kunden in der Praxis beinhaltet.
Insofern denke ich, dass wir gar nicht so weit auseinander liegen.
Gruß,
Christian Müller
jtoth
Interessanter Artikel.
Stephanie Grupe
Hallo Herr Mueller,
ich glaube auch, dass wir inhaltlich gar nicht weit auseinander liegen. Im Gegenteil: Ihre Beschreibung des Öffentlichkeitsarbeiters entspricht absolut meiner Vorstellung, was gute PR leisten sollte. Und dass es hier um Arbeit geht, dürfte allen wirklich engagierten PR-Arbeitern klar sein. Ich habe nur Bedenken, dass der Begriff der “klassischen PR” durch den Beitrag abgewertet und in ein falsches Licht gerückt wird. Dabei denke ich vor allem an die Studierenden, denen ich seit vielen Jahren zu vermitteln versuche, dass gute PR eben keine erweiterte Werbemaßnahme sind. Sondern es vielmehr um den Dialog, die echte Auseinandersetzung mit unterschiedlichen Sichtweisen und den Ausgleich von gesellschaftlichen Interessen geht. Und dass dabei die Glaubwürdigkeit der Kommunikatoren ganz entscheidend ist. So können PR in beide Richtungen wirken – auch von den Dialoggruppen in das Unternehmen hinein. In diesem Dialog haben klassische PR-Instrumente nach wie vor ihre Daseinsberechtigung, wenn man darunter den Einsatz von Offline-Kommunikationsinstrumenten versteht. Sicherlich wird man aber mit der Kombination von Offline- und Online-Dialog die größte Wirkung erzielen.
Dies nur noch einmal zur Ergänzung und zur Erklärung meines Anliegens.
Einen herzlichen Gruß von
Stephanie Grupe
Christian Mueller
Hallo Frau Gruppe,
die unterschiedlichen Begriffe finde ich einfach wichtig, um den Unterschied zwischen wirklich engagierten Kommunikatoren und PRlern, die nur einseitig kommunizieren zu verdeutlichen. Grundsätzlich stimme ich Ihnen zu, dass der Beitrag den Begriff “PR” nicht all zu positiv darstellt, doch das ist meines Erachtens nach ohnehin bereits der Fall, zumindest nehme ich das Image von PR-Agenturen als nicht unbedingt positiv war. Genau deshalb finde ich einen neuen Begriff so wichtig. Inhaltlich unterscheidet sich dieser nicht gravierend von dem ursprünglichen PR-Gedanken, wohl aber von dem aktuellen Image der PR-Arbeit.
Eine vertiefende Diskussion dazu würde mich wirklich interessieren.
Viele Grüße,
Christian Müller
Kathi
Bin nicht so eingebunden in die Öffentlichkeitsarbeit, noch nicht… Finde diese Unterscheidung gut zumindest ist es so in meiner Vorstellung.
Liebe Grüße
Pingback: PR-Manager taugen nichts mehr?
kp
interessante Ansichten…
Helge Weinberg
Hallo Herr Müller,
ihre Unterscheidung PR-Manager vs. Öffentlichkeitsarbeiter kann ich so nicht nachvollziehen. Ich denke, hier werden Begrifflichkeiten einfach mal so neu gemischt. Was nicht zur Klärung der Frage beiträgt, welche Rolle die PR heute hat. Ich stimme @Stephanie Grupe zu: Mit dem „Öffentlichkeitsarbeiter“ haben sie den Anspruch an die PR eigentlich recht treffend beschrieben.
In Ihrem Kommentar (#14) schreiben Sie, dass Sie sich gegen PR-Manager wenden, die nur Konzepte entwickeln und sich nicht selbst in den Dialog mit den Kunden begeben. Ich halte beides für wichtig: Zu wissen, was die Dialoggruppen bewegt – und gut überlegt zu kommunizieren. Unternehmen und Social Media-Experten, die mal eben ohne Konzept auf Facebook loslegen, die gibt es leider genug. Aber die meinen Sie wohl auch nicht?
Sie haben mir ein gutes Thema geliefert und ich habe darüber gebloggt. Dafür ganz herzlichen Dank!
Mit besten Grüßen
Helge Weinberg
Christian Mueller
Hallo Herr Weinberg,
wie in meinem letzten Kommentar zu Frau Gruppe bereits geschrieben, der Begriff “Öffentlichkeitsarbeiter” deckt sich aus meiner Sicht weitestgehend mit der ursprünglichen Bedeutung von PR, jedoch nicht mehr mit dem heutigen Image dieses Bereiches, weil dieses eben deutlich negativ belegt ist. Die Inspiration zu diesem Artikel kam übrigens durch einen Beitrag von Mirko Lange auf Google+ zu Stande, der seine Berufsbezeichnung erst vor kurzem von “PR” auf “Öffentlichkeitsarbeiter” geändert hat, mit sehr ähnlichen Überlegungen, wie ich sie in meinem Artikel anstelle.
Aus meiner Sicht gibt es zwei Optionen:
1. Das negative Image des PR-Bereiches wieder aufpolieren und positiver gestalten oder
2. zu einem Synonym – eben dem Öffentlichkeitsarbeiter – greifen.
Ich persönlich denke, dass der zweite Weg die bessere Lösung ist, da diese Unterscheidung auch für Leute verständlich ist, die sich mit der Materie nicht all zu gut auskennen. Das sie jedoch bei professionellen PRlern – wohlgemerkt denen, die ihren Job gut machen – aneckt, ist mir klar.
Und natürlich gehört sowohl die konzeptionelle Arbeit als auch die praktische Umsetzung zu einem guten Öffentlichkeitsarbeiter, weder rein theoretische Konzepterstellung noch das kopf- und planlose Machen sind sinnvoll. Das gilt aber natürlich sowohl im Social Media Bereich als auch offline, wie bereits gesagt, Social Media ist nur ein Feld und mein Aufhänger im Artikel, darauf beschränkt sich der Öffentlichkeitsarbeiter natürlich nicht. Vieles läuft auch hier über den persönlichen offline Dialog.
Viele Grüße,
Christian Müller
Helge Weinberg
Hallo Herr Müller,
“Don’t tell my Mum I’m in PR. She thinks I play the piano in a hotel”. Dieser Spruch ist schon mehr als 20 Jahre alt. Das Image der PR war schon damals nicht das beste. Das werden Sie nicht ändern, wenn Sie von der PR in Richtung Öffentlichkeitsarbeit abwandern. Ich hatte das vor Jahren ähnlich gemacht wie Mirko Lange heute. Ich hatte mich umbenannt in „Kommunikationsmanager“. Motto: Bloss weg von dem PR-Gedudel, dem konzeptlosen und unprofessionell erscheinenden Gewusel einiger Agenturen (nicht aller!). Eine Zeitlang hat das gut funktioniert. Aber da Kommunikation ja auch alles und nichts ist, wurde das wieder nichts mit der Abgrenzung und Alleinstellung. Ich plädiere nach wie vor dafür, sich kritisch mit der Rolle der PR auseinander zu setzen. Alles andere wäre Flucht. Und wenn Sie international arbeiten wollen, dann landen Sie doch wieder bei der PR. Finde ich gut, dass Sie hier die Diskussion angestoßen haben.
Beste Grüße,
Helge Weinberg
Christian Mueller
Hallo Herr Weinberg,
als Flucht würde ich das nicht bezeichnen, eher als einen anderen Ansatz, das Image-Problem des PR-Bereiches anzugehen. Die kritische Auseinandersetzung kommt auch dabei nicht zu kurz – das zeigt sich ja nicht zuletzt in unserer Diskussion, nicht wahr?
Wichtig finde ich, dass die Unterscheidung zwischen den professionellen und unprofessionellen PRlern gegeben ist, aber das hatten wir bereits weiter oben.
Viele Grüße,
Christian Müller
Stefan77 [Mobile]
Klasse Artikel
Claudia C.
Interessanter Artikel und interessante Diskussionen, die entstanden sind.
Kommunikation ist heute ein entscheidender Faktor.
Patricia
tolle diskussiojn
Franzi D.
Dass klassische PR-Manager nichts mehr taugen, wusste ich schon lange. Ein hoch auf die Soziologen.
Jochen Mai
Heute hat der Steffen (14.12.11 um 13:49 Uhr) gewonnen. Endlich! Herzlichen Glückwunsch!
Manuel Wollmerstedt
Mir ist es schon vorgekommen, dass Öffentlichkeitsarbeit als verpönt und unnötig angesehen wurde. Es barf sicher heute genaue Definitionen, was ein Öffentlichkeitsarbeiter macht und welchem Ziel man damit verfolgt. Dadurch lassen sich die Vorteile und der Nutzen gut erklären, die der Kunde/Client hat, wenn er sich “öffnet”.
Chris Thiere
Sehr interessanter Artikel. Wie es viele Branchen bereits betraf, wird sich auch das PR- Management im Social Kontext zu etablieren wissen.
Jochen Mai
So, jetzt ist etwas per Zufall passiert: Steffen hat bei der Buch-Aktion zwei Mal gewonnen. Das ist schon für ihn, aber auch ein bisschen schade für alle anderen. Daher war er so großzügig, seinen erneuten Gewinn einem anderen zu geben. DANKE – das ist der Geist der Weihnacht!
Deshalb habe ich neu gelost – und diesmal hat gewonnen: Jea.
Marc
Ein bloßer Titel nützt wenig, wenn keine Kompetenz dahinter steckt.
Christian Mueller
Hallo Marc,
auf welchen Titel beziehst du dich genau?
Gruß,
Christian
andi
Bücherwurm braucht Nahrung
Maxim
Interessante Diskussion, die längst fällig war. Aber jetzt nur auf die “alten” PR-Manager einzudreschen, halte ich nicht für sinnvoll. Das Verhältnis zwischen Berater und Auftraggeber kommt mir hier zu kurz. Ein guter Kunde lässt sich gern beraten und geht dann auch neue Wege. Es gibt immer noch eine Handvoll Unternehmen, die ständig den Begriff Kontrollverlust vor Augen haben. Hier ist die Kunst des Beraters gefragt, Social Media so zu etablieren, dass der Kunde davon profitiert. Dazu gehört Erfahrung. Ein neues Etikett “Öffentlichkeitsarbeiter” reicht nicht aus. Eine Facebook-Fan-Page ist schnell eingerichtet. Eine gute Facebook-Seite für ein Unternehmen braucht Zeit, Geld, Geduld und Menschen, die Inhalte kommunizieren und Antworten geben können. Das gilt auch für Twitter, Google+, Xing, etc. Die Kommunikation mit der Zielgruppe muß stimmen. Öffentlichkeitsarbeiter oder PR-Manager, die Bezeichnungen der Akteure sind dem Kunden letzlich egal.
Piotr
Alles klingt theoretisch interessant. Ob sich aber die “Welten” der soziallen Netzwerken so einfach und automatisch mit Geschäftsbereich vermichen, habe ich Zweifell.
Markus Rieksmeier
… und wenn der geforderte Typus des neuen Öffentlichkeits-Arbeiters erkannt hat, dass bei Social Media eine einfache, zielgruppengerechte Sprache gebraucht wird, dann muss diese rückwirken auf die anderen Texte des Unternehmens. Hier scheitern viele PR-Leute regelmäßig bei der Geschäftsleitung. Von der Broschüre bis zum Internet bis zur Pressemitteilung braucht Unternehmenskommunikation ein neues, nennen wir es Sprachkonzept: Viele Unternehmen kommunizieren immer noch auf zwei Ebenen: “Offiziell” mit offizieller, förmlicher Sprache, “inoffiziell” auf SoMe Kanälen mit einfacher Sprache. Gebraucht wird: Eine Sprache, sowohl vom Duktus wie auch vom Inhalt, die von allem Medien und Menschen gesprochen wird. Kurze Sätze, deutsch und frei von Floskeln à la “nachhaltig”, “innovativ” und am schlimmsten: “haben sie die Möglichkeit”! Es ist unglaublich, wie viele professionelle Texte der werbenden wie der beschreibenden Art auf “haben sie die Möglichkeit” angewiesen zu sein scheinen!. Besser: “anhaltende Wirkung für Ihr … “, “das XYZ-Sytem ist Ihr Fortschritt beim Umweltschutz”. Auch mit der persönlichen Ansprache klappt es gewöhnlich nicht, obwohl klar ist: Wenn ein Unternehmen redet, dann zu seinen Kunden, Investoren und seinem sozialen Umfeld. Dann sollte es die Menschen auch direkt ansprechen. Meistens sprechen Unternehmen ==> Profitexter über sich selbst. Inzwischen wirkt das nicht nur unterbewusst peinlich. Der Lackmus-Test für Auftraggeber von Kommunikationsagenturen: Man betrachte die Sprache, mit der die Agentur auf ihrer eigenen Homepage über sich selbst spricht: Das ist dann die Sprache, die der Auftraggeber bekommt. Dazu vergleiche man die Sprache der Referenzkunden dieser Agentur.
Natürlich braucht gerade die Unternehmenskommunikation weiter einen “Politoffizier”, der die richtige Sprache “setzt”, ja geradezu temperiert – NEU temperiert. Die Herausforderung ist: Immer mehr Menschen sprechen für das Unternehmen, seien sie Kommunikations-Profis, “sprechende” Fachleute aus der technischen Abteilung oder normale Mitarbeiter, die auf SoMe mit-posten. Nun könnte man die Menschen schulen, schulen, schulen, damit sie das Richtige richtig sagen, oder (einfacher) das Unternehmen prägt eine einfache Schreib-Sprache, die der gesprochenen ähnelt. Vor einem “redaktionellen” Filter ist zu warnen, solange die Sprechprofis noch in der alten Welt leben und aus “Echter Sprache an alle” eine “authentische, nachhaltige Kommunikation” machen.
Christian Mueller
Hallo Markus,
danke für deinen ausführlichen Kommentar. Prinzipiell stimme ich dir zu, viele Unternehmen nutzen nach wie vor eine viel zu stark formalisierte und “offizielle” Sprache, während intern oft nicht auf den Sprachgebrauch geachtet wird. Dabei hat gerade der interne Sprachgebrauch – meiner Meinung nach – deutlich mehr Auswirkungen, als der externe. Denn erstens prägt die interne Sprache – wie du sagst – zu einem nicht unerheblichen Teil die Einstellung der Mitarbeiter und zweitens gibt es Branchen – beispielsweise der Sozialbereich, in dem ich arbeite – in denen der größte Teil der Mitarbeiter direkten Kundenkontakt hat oder der Kunde bzw. dessen Angehörigen die Kommunikation und den Umgang der Mitarbeiter untereinander driekt mitbekommt. Und dieser täglich gelebte Umgang hat eine viel stärkere Außenwirkung, als jeder Presseartikel.
Meiner Meinung nach – und ich denke das sind wir auf einer Linie – helfen Schulungen hier nur dann, wenn auch die Geschäftsführung und generell das Leitungspersonal diese Kommunikation und den positiven Umgang untereinander vorlebt und täglich umsetzt. Dass kann für diese Mitarbeiter natürlich frustrierend sein, weil es unter Umständen lange dauert, bis eine Veränderung bei Ihren Teams eintritt. Allerdings lässt sich ein wirklich nachhaltige Änderung meines Erachtens nach nur so realisieren.
Gruß,
Christian
Markus Rieksmeier
PS. Alle Texte werden automatisch kürzer, wenn die Schrift größer ist.
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