Social Networks oder Weblogs – in der Schweiz wird damit noch wenig experimentiert. Dabei nutzen viele jüngere Arbeitnehmer inzwischen intensiv Social Media bei der Jobsuche und könnten hierüber optimal erreicht werden. Stattdessen aber setzen die meisten Unternehmen eher auf sogenanntes aktionsgetriebenes Recruiting – also hier etwas Hochschulmarketing und dort ein paar Stände auf der Jobmesse. Und das ist nur eines der Ergebnisse des neuen Trend Report Online Recruiting Schweiz (pdf, Kurzfassung). Ein weiteres Resultat: Drei von vier Unternehmen setzen nach wie vor auf Print-Anzeigen, wenn sie Stellen ausschreiben, noch stärker werden hierfür allerdings Online-Stellenbörsen von 93,2 Prozent genutzt. Mit 89,7 Prozent der Nennungen ist dies auch die erste Wahl bei den Stellensuchern (siehe Grafik):


Interessant auch: Xing ist das von den Schweizer Unternehmen am meisten genutzte soziale Netzwerk, wenn es um die Personalarbeit geht. Jeder zweite Personaler schaut sich dort nach Kandidaten um. Youtube und Twitter nehmen dagegen einen kaum noch messbaren Stellenwert ein (siehe Grafik):

Allerdings heißt das nicht unbedingt, dass sich das immer mit den Interessen der Jobsuchenden deckt. Zugegebenermaßen erwarten die wenigsten Jobsucher Videos. Vielmehr wünschen sie sich auf der Webseite eines potenziellen Arbeitgebers…

  • … Job-Profile (81,4 Prozent)
  • … direkte Kontaktmöglichkeiten (70,8 Prozent)
  • … Hinweise auf die Unternehmenskultur (67,6 Prozent)
  • … Hinweise auf den Bewerbungsprozess (43,2 Prozent)
  • … einen Blick hinter die Kulissen (39,7 Prozent)
  • … Bilder echter Mitarbeiter (30,8 Prozent)
  • … konkrete Bewerbungstipps für das Unternehmen (29,8 Prozent)
  • … Videos (11,2 Prozent)

Bei einigen dieser Punkte klaffen Wunsch und Wirklichkeit allerdings massiv auseinander. Sowohl bei den Bewerbungstipps, dem Blick hinter die Kulissen oder bei der plastischen Darstellung der Jobprofile bleiben die Arbeitgeber deutlich hinter den Erwartungen der Kandidaten (siehe Grafik):

Auch wenn dies eine Schweizer Studie ist, deckt sie sich in den Grundaussagen mit einigen deutschen Studien, die mir dazu bekannt sind. Kurzum: Bei den meisten Unternehmen herrscht nach wie vor hoher Nachholbedaf in Sachen Social Media Kompetenz sowie eine konkrete Personalstrategie diesbezüglich. Den gesamten Schweizer Report, den ich hier in Auszügen zitieren durfte, können Sie hier für 85 CHF bestellen.