Online Reputation: Tipps zur Jobsuche
Mit dem Thema Online Reputation müssen sich nicht nur Unternehmen auseinandersetzen. Auch für Bewerber hat es einen immer größeren Stellenwert. Der Online-Auftritt kann dazu beitragen, sich zu positionieren und im besten Fall für einen Job zu qualifizieren - oder eben das genaue Gegenteil, wenn Online-Profile verwahrlost sind oder den vollkommen falschen Eindruck vermitteln und Personaler oder potenzielle Arbeitgeber dazu animiert werden, ganz schnell weiter nach einem geeigneten Kandidaten zu suchen. Um die eigene Online Reputation für die Jobsuche zu nutzen, braucht es aber mehr, als nur einen gepflegten Social Media Account. Wir zeigen, worauf es dabei ankommt...

Online Reputation: Was ist mein Online-Auftritt?

Wenn Sie spontan antworten müssten: Wie sieht Ihre Online-Reputation aus? Wie lautet dann die Antwort?

Nur wenige beschäftigen sich wirklich mit diesem Thema. Andere glauben, sie hätten keine Reputation, geschweige denn online. Das ist aber so nicht ganz richtig.

Tatsächlich wird der Online-Auftritt oft auf die Profile in den sozialen Netzwerken reduziert. Doch das ist zu kurz gesprungen. Diese Profile auf Xing, Linkedin, Facebook oder Instagram sind zwar vielleicht die ersten Fundstellen zu einem Namen im Netz. Aber eben nicht zwangsläufig die einzigen. Und die sollten im besten Fall nicht zufällig oder für Sie überraschend sein. Vielmehr sollten Sie diese gezielt nutzen.

Es ist kein Geheimnis, dass gerade Personaler sich vorab gerne einmal im Internet über potenzielle Kandidaten informieren. Sicher nicht über alle Bewerber. Aber die letzten, sagen wir, drei Kandidaten in der Schlussrunde sind schon mal einen Online-Check wert.

Dabei wäre es gut, wenn die Personalentscheider dann etwas finden, das den Kandidaten auszeichnet, abhebt, qualifiziert. Und natürlich sollte es eine Information sein, von der Sie selbst längst wissen, dass man sie im Netz finden kann.

Damit das funktioniert, gibt es einige Möglichkeiten, die eigene Online Reputation aufzubauen.

Wie stärke ich meine Online Reputation?

  1. Betreiben Sie ein eigenes Blog.

    Einer der besten, aber auch arbeitsintensivsten Wege, um die Online Reputation anzugehen, ist ein eigenes Blog. So können Sie Ihren Namen mit einem bestimmten Thema verbinden. Wenn Sie diesen Weg gehen, sollten Sie sich allerdings auch die nötige Arbeit machen. Bloggen ist kein Sprint, sondern ein Marathon.

  2. Achten Sie darauf, was Sie hochladen.

    Was einmal den Weg ins Internet gefunden hat, lässt sich so gut wie nie wieder löschen. Machen Sie sich das bewusst, wenn Sie Kommentare verfassen oder andere Inhalte (wie Bilder oder Videos) einstellen. Fragen Sie sich, ob Sie wollen, dass Personaler dies finden, wenn Sie sich auf einen Job bewerben.

  3. Nutzen Sie verschiedene Netzwerke.

    Neben einem privaten Account auf Facebook sollten Sie gerade für die Zeit der Jobsuche auch in beruflichen Netzwerken wie Linkedin oder Xing zu finden sein. Hier können Sie alle relevanten beruflichen Informationen öffentlich für genau die Personen zugänglich machen, die Sie ansprechen wollen.

  4. Bleiben Sie aktiv.

    Wenn Sie sich online einen Namen machen wollen, müssen Sie langfristig denken und auch langfristig aktiv bleiben. Schauen Sie regelmäßig in Foren und Netzwerken vorbei, beteiligen Sie sich an Diskussionen, stellen Sie eigene Inhalte ein oder nehmen Sie am Austausch teil.

  5. Kontrollieren Sie Ihre Online Reputation.

    Es ist wichtig, sich regelmäßig um die eigene Online Reputation zu kümmern. Das ist leider kein Selbstläufer. Schauen Sie regelmäßig nach, was jemand findet, der im Internet nach Ihrem Namen sucht. Tauchen bei Google die Profile und Beiträge auf, die Sie präsentieren wollen, sind Sie auf einem guten Weg - wenn nicht, können Sie gegensteuern.

Selbst wenn Sie sich dem Ganzen total verweigern und eine Online-Präsenz kategorisch vermeiden, kann diese trotzdem entstehen. Zum Einen durch Namenszwillinge, die der Personaler beim flüchtigen Blick mit Ihnen verwechseln kann. Zum Anderen wirkt es heute zunehmend verdächtig, wenn jemand so gar nicht im Netz zu finden ist: Hat der- oder diejenige etwas zu verbergen? Oder für die Karriere eher noch hinderlicher: Ist er oder sie gar ein Niemand in seiner Branche und Profession?

Online Reputation bei der Jobsuche

Online Reputation bei der JobsucheBei der Jobsuche denken die meisten zunächst einmal nur an Stellenanzeigen, Bewerbungsschreiben und Lebensläufe.

Alles richtig und wichtig. Doch spielen auch das Internet und die Online Reputation eine wachsende Rolle dabei - und damit die sogenannte passive Jobsuche (siehe auch Active Sourcing).

Nicht nur, dass Sie sich so gezielt von anderen Bewerbern abheben können. Der Job findet teilweise auch Sie - vor allem durch die erhöhte Sichtbarkeit und das wachsende Netzwerk.

Basics der Online Reputation

Die Online Reputation ist ein weites Feld und kann nicht nur für die Jobsuche, sondern auch später noch von Arbeitnehmern im Verlauf der Karriere genutzt werden. Zum Beispiel, um sich im Internet neu zu positionieren oder um wichtige Kontakte zu knüpfen.

Um einen Überblick zu erhalten, haben wir die wichtigsten Basics der Online Reputation zusammengefasst:

  • Überlegen Sie, wie viel Zeit und Energie Sie in Ihre Online-Reputation investieren wollen und können.
  • Beschreiben Sie Ihre Zielgruppe so exakt wie möglich.
  • Recherchieren Sie die Netzwerke, in denen die für Sie interessanten Menschen unterwegs sind.
  • Legen Sie für sich eine klare Botschaft fest, die Sie transportieren wollen.
  • Definieren Sie Themen, mit denen Sie sich beschäftigen wollen.
  • Lassen Sie sich von Artikeln und Beiträgen anderer inspirieren.
  • Kommunizieren Sie in den sozialen Netzwerken offen und authentisch.
  • Beantworten Sie Fragen und reagieren Sie auf Kommentare.
  • Kommentieren Sie selbst bei anderen Seiten und Beiträgen - allerdings nur dann, wenn Sie inhaltlich etwas beizutragen haben.
  • Erweitern Sie Ihr Netzwerk Schritt für Schritt.
  • Greifen Sie aktuelle Themen oder besondere Tage auf.
  • Überprüfen Sie, ob Sie dem Ziel Ihres Online Reputation näher kommen.
  • Scheuen Sie sich nicht, Ihr Zielsetzung zu ändern. Manchmal entwickelt sich Ihre Reputation anders als geplant und Themen oder Interessen verschieben sich.

Online Reputation durchs eigene Blog

Online Reputation durchs eigene BlogDer erste Vorteil eines eigenen Blogs: Es handelt sich um Ihre eigene Plattform. Es ist Ihre Seite, mit Ihren Inhalten, Ihr Profil und Ihr Design. Alles dort können Sie dort gestalten und präsentieren, wie Sie das möchten. Es gelten praktisch Ihre AGB.

Oder um es mit dem Bild eines Bausparkassenvertreters zu sagen: Ihr Blog ist Ihr Eigenheim - auf Xing, Linkedin, Facebook sind Sie bloß Mieter und können jederzeit rausfliegen. Dort gelten die Regeln des Vermieters.

Entsprechend können Sie auf einem Blog nicht nur Artikel (also Texte und Bilder und Videos) einstellen, sondern natürlich auch spezielle Unterseiten bauen, die Ihr gesamtes Portfolio spiegeln, inklusive einem Passwort geschützten Bereich, in dem Sie Ihren Lebenslauf und andere Bewerbungsdaten hinterlegen.

Zudem können Sie sich in einer ausführlichen Sektion mit dem Titel Über mich den Lesern vorstellen. In Summe kann eine so umfassende, persönliche Seite für den persönlichen Reputationsaufbau wesentlich mächtiger sein, als Profile auf Facebook, Twitter & Co.

Hinzu kommt ein weiterer Vorteil: Google liebt Blogs und aktiv gepflegte Webseiten, auf denen regelmäßig neue Inhalte eingestellt werden.

Sie haben es also ein Stück weit selbst in der Hand, mit Ihrem Blog weit vorne in den Suchergebnissen zu landen und sich bei wichtigen Keywords in Ihrem Bereich zu positionieren und zu präsentieren.

Damit das Blog zu einem Erfolg wird, sollten Sie vorher aber ein Konzept und eine Strategie entwickeln. Hierbei können Ihnen die folgenden Fragen helfen:

  • Mit welchem Thema will ich mich im Blog beschäftigen?
  • Welche Botschaft will ich vermitteln?
  • An wen richtet sich das Blog?
  • Was will ich mit dem Blog erreichen?
  • Wie kann ich meine Themen für die potenzielle Leserschaft interessant machen?

Online Reputation: Multimediale Gestaltung ist Trumpf beim eigenen Blog

Extra-Tipp-IconIdealerweise ergänzen Sie die Texte des Blogs durch Medien. Das können interessante Infografiken, Youtube-Videos oder Podcasts sein. Wenn das Schreiben nicht Ihre Stärke ist, können Sie den Schwerpunkt auch direkt auf multimediale Inhalte legen und die Texte nur begleitend nutzen.

Entscheidend ist: Wählen Sie Medien, Formate und Kanäle, mit denen Sie sich wohl fühlen und die zu Ihrer angestrebten Online Reputation passen.

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