Zahlreiche Mode- und Handelsunternehmen setzen zunehmend auf sogenanntes Influencer-Marketing. Dabei machen einflussreiche Personenmarken im Internet Werbung für deren Produkte - meist gegen Bezahlung. Das ist aber mitunter aufwendig und teuer. Der Hamburger Handelskonzern Otto geht daher jetzt noch einen anderen Weg: Das Unternehmen bildet ab Oktober intern rund 100 eigene Mitarbeiter per Fortbildung zu Markenbotschaftern aus...

Otto Versand Hamburg Firmenzentrale

Jobbotschafter sollen für Unternehmenskultur werben

Laut Otto sollen die Kollegen aber nicht nur in Seminaren zu Social Media Marketing und Employer Branding geschult werden, sondern vor allem als "Jobbotschafter" fungieren und direkt in den Recruitingprozess eingebunden werden. Niemand könne "so glaubwürdig über die Arbeitsatmosphäre, die anstehenden Aufgaben und das potenziell neue Team berichten" wie die eigenen Kollegen. "Unsere Mitarbeiter werden zu Influencern und suchen ihre zukünftigen Kollegen mit aus", erklärte Otto-Bereichsvorstand Katy Roewer in der Pressemitteilung dazu.

Gesucht würden dafür beispielsweise Socializer, die Otto auf Recruiting-Events und in Blogs vertreten, oder Multiplikatoren, die Einblicke in ihren Arbeitsalltag auf Instagram geben. Aber auch Fachexperten, Ideengeber sowie Kontakter und Co-Recruiter, die Bewerber fachlich auf Augenhöhe interviewen und dafür vorher im Recruitment ausgebildet werden, zählten zu den sogenannten Corporate Influencern.

Es ist also nicht zu erwarten, dass die eigenen Mitarbeiter demnächst auf Instagram, Pinterest oder Facebook schicke Sommerkleider oder Strandmode vorführen, sondern vielmehr als Botschafter für den eigenen Arbeitgeber auftreten. Ob es so gelingt, die richtigen Talente zu gewinnen und langfristig zu halten, bleibt abzuwarten.

[Bildnachweis: Otto]