PassiveJobsucheBlogBewerberEs ist schon erstaunlich: Von ihren Anfängen als Internet-Tagebücher haben sich Blogs zu einem wichtigen Medium und essentiellem Bestandteil der Social Media entwickelt. Auch wenn die meisten Bewerber dieser Aussage vermutlich zustimmen würden, konzentrieren sich viele bei ihrer Jobsuche auf die sozialen Netzwerke. Diese sind wichtig, doch ein eigenes Blog bietet Bewerbern zahlreiche Vorteile – und natürlich einige Risiken.

Denn mit einem eigenen Bewerbungs-Blog können Sie sich als Bewerber eine Reputation und eine Eigenmarke – Personal Brand – aufbauen. Doch ob diese positiv oder eher negativ wahrgenommen wird, liegt an Ihnen und Ihren Aktivitäten. Ein halbherzig oder nachlässig gepflegtes Bewerbungs-Blog vermittelt eben auch eine Botschaft – nur leider die falsche.

Mit Blog zum Job – Vorteile für Bewerber

Bevor wir die konkrete Umsetzung angehen, wenden wir uns zuerst den Vorteilen eines Bewerbungs-Blogs zu. Wer für seine Jobsuche die sozialen Netzwerke bereits aktiv nutzt und einsetzt, wird früher oder später feststellen, dass eine Komponente fehlt. Sicher lassen sich in den Netzwerken Kontakte knüpfen. Durch aktive Kommunikation in Foren und Gruppen kann auch eine gewisse Reputation aufgebaut werden. Doch eine zentrale Plattform auf der eigene Ideen, Ansichten und Wissen vermittelt und geteilt werden können, fehlt.

Genau diese Rolle kann ein Bewerbungs-Blog übernehmen, konkret sehen die Vorteile wie folgt aus. Durch eine Bewerbungs-Blog können Sie…

  • … Ihre Kompetenz und Ihr Fachwissen unter Beweis stellen.
  • … auch Menschen erreichen, die sich eher wenig in den sozialen Netzwerken bewegen.
  • … Ihre eigene Marke aktiv entwickeln und präsentieren.
  • … sich neue Kontakte und Zielgruppen erschließen.
  • … Ihre Reputation nachhaltig stärken und etablieren.
  • … Ihre rhetorischen und schriftlichen Fähigkeiten entwickeln und stärken.
  • … Diskussionen anstoßen und sich beteiligen.

Und nein, diese Liste ist natürlich nicht vollständig. Sie vermittelt jedoch einen guten Eindruck von den Vorteilen und Möglichkeiten eines Bewerbungs-Blogs. Anders formuliert: Für Bewerber bietet ein eigenes Blog enormes Potenzial.

Inhaltliche und strategische Voraussetzungen schaffen

Beachten Sie bitte, dass bisher immer wieder von einem Bewerbungs-Blog die Rede war. Diese Formulierung ist nicht zufällig gewählt, sondern bringt ein grundlegendes Prinzip zum Ausdruck: Ihr Blog muss klar auf Ihre Jobsuche und Ihr Fachgebiet ausgerichtet sein. Ein privates Blog – auch wenn Sie dort bereits über eine Stammleserschaft verfügen – eignet sich höchstens dazu, um auf Ihr Bewerbungs-Blog hinzuweisen.

Der Hauptgrund: Um Ihre Jobsuche wirklich voranzubringen, muss Ihr Bewerbungs-Blog ein ansprechendes und professionelles Design und damit einen überzeugenden ersten Eindruck aufweisen. Dieser darf natürlich nicht beim Design enden, auch die Navigation und die verschiedenen Themenbereiche Ihres Blogs sollten von der Wirkung her zu Ihrer Branche und den dortigen Gepflogenheiten passen.

In kreativen Branchen und Berufen können farbenfrohe Designs und technische Spielereien – im Rahmen (!) – daher Ausdruck der künstlerischen Schaffenskraft sein. In eher konservativen Branchen sollte ein klares und reduziertes Design in Kombination mit dem passenden Sprachstil zum Einsatz kommen. Denken Sie bitte daran, dass Personaler in solchen Branchen Blogs grundsätzlich eher skeptisch gegenüber stehen. Um mit diesem Medium dennoch erfolgreich zu sein, müssen Sie daher mit fachlich und qualitativ hochwertigen Inhalten überzeugen.

Und noch eine Voraussetzung gilt es zu erfüllen: Nutzen Sie für Ihre Bewerbung bitte ein Blog mit einer eigenen Domain. Ob Sie hierfür Ihren Namen oder ein Schlagwort aus Ihrem Fachbereich wählen, hängt primär davon ab, wie Sie Ihr Blog positionieren wollen. Geht es Ihnen um den nachhaltigen Aufbau einer Leserschaft und die Positionierung als Experte in Ihrem Fachgebiet, ist eine thematisch ausgerichtete Domain vermutlich sinnvoll. Wollen Sie jedoch aktiv eine Eigenmarke etablieren und sich als Person und Mitarbeiter präsentieren, dürfte Ihr Name die bessere Wahl sein – falls Sie eine entsprechende Domain noch bekommen.

Ein selbst gehostetes Blog ist aus unserer Sicht die beste Lösung für ein Bewerbungs-Blog, zwingend notwendig ist es jedoch nicht. Auch Anbieter von gehosteten Lösungen kommen infrage und können mit einer einfachen Einrichtung des Blogs punkten. Die selbst gehostete Lösung bietet in der Regel jedoch mehr Kontrolle und Flexibilität bei der Gestaltung Ihres Bewerbungs-Blogs.

Geduld, Ausdauer und klare Kommunikationsziele

Auch wenn die Beispiele von Christine Heller und Florian Blaschke gezeigt haben, dass Bewerbungen via Blog in kurzer Zeit eine enorme Aufmerksamkeit generieren können, ist klar: Die beiden genannten Beispiele sind Ausnahmen. Beide Bewerber waren schon vor ihrer Bewerbung sehr gut vernetzt und verfügten bereits über eine große Reichweite, die sie dann für ihre Bewerbung genutzt haben.

Doch ein Blog ohne ein solches Netzwerk aufzubauen – und wir wissen, von was wir sprechen – erfordert Zeit, Engagement und klare Ziele. Stellen Sie sich daher darauf ein, dass es einige Zeit dauern wird, bis Sie mit Ihrem Blog eine Stammleserschaft erreichen. Wichtig ist dabei, dass Sie Ihren inhaltlichen Fokus ganz klar auf Ihr Fachgebiet legen und Ihre Artikel sprachlich und strukturell für Ihre Zielgruppe – Personaler, Führungskräfte und Mitarbeiter Ihrer Branche – aufbereiten.

Um Reichweite und Vernetzung herzustellen sollten Sie dann auch die sozialen Netzwerke – dazu gehören je nach Branche auch Linkedin und Xing – und die entsprechenden Fachforen nutzen. Bauen Sie Ihr Bewerbungs-Blog konsequent fachlich orientiert auf, können und sollten Sie es auch in Ihrer Bewerbung nennen. Zum Abschluss haben wir noch eine Checkliste mit den wichtigsten Punkten für Ihr Bewerbungs-Blog zusammengestellt.

Checkliste fürs Bewerbungs-Blog

[] Bauen Sie ein eigenes Blog mit fach- oder personenspezifischer Domain auf.

[] Wählen Sie – wenn möglich – eine selbst gehostete Lösung.

[] Fokussieren Sie Ihre Beiträge thematisch klar auf Ihr Fachgebiet.

[] Suchen Sie fortlaufend nach aktuellen Themen – hier hilft unter anderem das Google Keyword-Tool weiter.

[] Halten Sie Ihr Fachwissen immer auf dem neuesten Stand und zeigen Sie das auch.

[] Wählen Sie Design und Sprachstil passend zur Branche.

[] Veröffentlichen Sie mindestens ein bis zwei neue Beiträge pro Woche.

[] Nutzen Sie soziale Netzwerke und Fachforen, um Ihre Artikel zu verbreiten und Ihr Netzwerk zu erweitern.

[] Machen Sie sich klar, dass es einige Zeit dauern wird, bevor Ihr Blog die richtigen Leser erreicht.

[] Verlinken Sie Ihr Blog auf den Profilen der sozialen Netzwerke, die Sie auch für die Jobsuche nutzen.

[] Stellen Sie sich auf Ihrem Blog – beispielsweise im Bereich “Über mich” – vor.

[] Bleiben Sie immer authentisch.

[] Weisen Sie in Ihrer Bewerbung auf Ihr Bewerbungs-Blog hin.