Es gibt Untersuchungen, die zeigen, dass sich selbst in guten Zeiten rund 20 Prozent aller Mitarbeiter mit einem beruflichen Absprung beschäftigen. Sie leben im Zustand des Permakonjunktivs: Man müsste, sollte, könnte, wenn…, ja wenn… Das, was sie zurückhält, ist jedoch die Angst, eine falsche Entscheidung zu treffen. Also verharren in ihrem Job, sitzen die längst fällige Entscheidung aus und werden immer unzufriedener. Fatal!
Machen Sie sich nichts vor: Die einzige Person, die sich um Ihren Lebenslauf, Ihre Karriere kümmert, das sind Sie selbst. Sie allein tragen dafür die Verantwortung und sind dafür zuständig, sich gegebenenfalls nach Chancen umzuschauen sowie darüber klar zu werden, wo Sie in Ihrem Leben hinwollen und was Sie realistischerweise erreichen können. Kein anderer Mensch kann das so gut wie Sie. Und wenn Sie diese Aufgabe nicht übernehmen, wird es auch kein anderer tun.
Wege dazu gibt es zum Glück viele. Eingleisige Karrieren in einer fachlichen Funktion auf Lebenszeit gibt es kaum noch. Statt dessen nehmen so genannte Portfoliokarrieren zu, also Erfolge, die man innerhalb verschiedener Projekte und Aufgaben erzielt hat. Wenn Sie also eine Veränderung suchen, dann sind Vorbereitung, Geduld und Hartnäckigkeit der Schlüssel zum Erfolg. Dazu gehört etwa, sein Wissen ständig auf dem Laufenden zu halten. Weiterbildung, um Eindruck zu schinden, ist allerdings der falsche Weg. Kurzzeitseminare haben wenig Sinn, und sie schmücken entgegen anders lautender Propaganda auch nicht den Lebenslauf. Im Gegenteil: Zu viel Kleinkram wirkt ziellos und unentschlossen. Was zählt, sind nachhaltige wie renommierte Titel. Bei der Orientierung, was gefragt ist, hilft zum Beispiel die regelmäßige Lektüre von Stellenanzeigen. Die haben eine Art Leuchtturmfunktion. Allein daran wie dort die gesuchten Jobprofile beschrieben werden, lässt sich ablesen, welche Qualifikationen gerade gefragt sind und wohin die Reise in den einzelnen Branchen geht.
Es müssen ja auch nicht immer Veränderungen außerhalb des Unternehmens sein. Oft finden sich auch intern neue und spannende Aufgaben, Projekte oder Positionen. Zeigen Sie sich den Entscheidern in Ihrem Unternehmen gegenüber wechselwillig, gehen Sie dabei aber diplomatisch vor. Das Begehren darf nie so klingen, als haben Sie vom aktuellen Job die Nase gestrichen voll. Das beste Argument sind Topleistungen in der Vergangenheit und der Wunsch nach neuen Herausforderungen. Oder halten Sie es mit der Schauspielerin Mae West: „Wenn ich mich zwischen zwei Übeln entscheiden muss, wähle ich stets das, was ich noch nicht ausprobiert habe.“
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Excellence-Blog
Karriereplanung wäre schon etwas schönes.
Die meisten lassen sich jedoch treiben und haben keinen Schimmer, wo sie mal landen wollen. Nur eines ist gewiss: Mehr Gehalt ist besser als weniger. ;-)
Kein Wunder also, dass so viele Menschen sich nicht wohl fühlen, wo sie gerade beruflich sind, denn es gibt kein größeres Gesamtbild für sie und macht daher auch keinen Sinn.
Allerdings, sich in eine Richtung zu bewegen, die gerade “in” ist, dürfte auch keinen wesentlichen Sinn beisteuern.
derherold
Karriereplanung ist schön und richtig: was macht man, wenn man keine ehrgeizige Ehefrau hat ? ;)
Was ist mit dem Gedanken des *Coach* ? Als es bei mir noch relevant war, habe ich es aus Gründen der Egozentrik abgelehnt; mittlerweile frage ich mich, ob das nicht helfen kann.
Auch für die eigene Person gibt es *Betriebsblindheit*.
P.S. Hatte beim Basic-Video ein kleines PC-Problem.
Norbert Glaab
Hatten wir heute das gleiche Thema im Blog :-))
@ wenn man bedenkt, dass der Mensch ca 70 000 Stunden in seinem Leben in seinem Beruf verbringt, sollte doch etwas Zeit für Überlegungen sein wie man diese Zeit erlebt.
Kurzer Tipp: Es hilft, wenn man sich mal intensiv mit seinen Werten beschäftigt. Daraus leiten sich die Bedürfnisse ab. Da kommt man schnell ein Stück weiter.
Viel Erfolg! In Bewegung sein, wenn auch etwas flasche Richtung, ist immer noch besser wie stehen bleiben. Etwas zum Rollen zu bewegen ist schwieriger wie aus der Bewegung die Richtung zu ändern.
@ Wenn die Karriere von einem anderen Menschen bestimmt wird, bedeutet das auch Verantwortung abgeben. Das wiederum schränkt die eigene Freiheit ein. Das Problem liegt nicht bei der Frau :-)
Jochen Mai
@excellence: das aufkommende unwohlsein kann schon ein alarmzeichen sein – falls es sich hält.
@herold: ein persönlicher coach kann helfen. wer sich die mühe macht, sich in selbstreflexion zu üben, kann sich das geld manchmal auch sparen.
@norbert glaab: genau. und auch auf die gefahr hin, eine plattitüde zu gebrauchen: versuche nie das leben anderer menschen zu leben, lebe dein eigenes!
Jan Schmidt
„Wenn ich mich zwischen zwei Übeln entscheiden muss, wähle ich stets das, was ich noch nicht ausprobiert habe.“ Das ist ein schönes Zitat. Das merke ich mir. Vor allem weil man es wunderbar im nächsten Meeting einsetzen kann, wenn wiedermal ein Bedenkenträger alle ausbremsen will.
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