Fest steht: Jeder Mensch hat eine Persönlichkeit. Nur welche? Und besitzt diese die Flexibilität einer Betonschwelle? Eher nicht. Tatsächlich gehört die Persönlichkeitsentwicklung zum Reifungsprozess unseres Charakters. Sie beginnt in der Kindheit und setzt sich über die gesamte Lebensspanne fort. Sicher, manche Persönlichkeitsmerkmale sind eher statisch, angeboren und kaum veränderbar, andere können wir aber selbst formen (wenn wir das wollen) und wieder andere benötigen im Laufe der Zeit eine Korrektur, weil wir uns durch unser Umfeld zu sehr haben verbiegen lassen. Wie aber kann man seine Persönlichkeit entwickeln? Wir zeigen es Ihnen...

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Definition Persönlichkeitsentwicklung: Viele widersprüchliche Theorien

Definition PersönlichkeitsentwicklungEinig ist sich die Wissenschaft, dass unsere Persönlichkeit wesentlich durch unsere Individualität und Identifikation mit uns selbst geprägt ist. Was die Persönlichkeitsentwicklung anbelangt, gehen die Theorien und Meinungen allerdings stark auseinander.

Die einen verfolgen psychodynamische Ansätze (Sigmund Freud, Alfred Adler, C. G. Jung), andere konstruieren Stufenmodelle der psychosozialen Entwicklung und Identitätsfindung (Erik H. Erikson, James E. Marcia) und wieder andere proklamieren eine lebenslange Entwicklung (Paul Baltes). Kurz: Bis heute existiert keine eindeutige Theorie der Persönlichkeitsentwicklung, die all die vielfältigen Einflüsse zusammenfassen könnte - das Zusammenwirken der angeborenen oder früh erworbenen Unterschiede der Persönlichkeit ebenso wie die zahlreichen Einflüsse von Umwelt, Erziehung oder Sozialisation.

Wir teilen allerdings die Ansicht, dass die Persönlichkeit nicht irgendwann unveränderbar feststeht, sondern sich ein Leben lang entwickeln lässt - bewusst und aktiv. Deswegen wird aus einem Introvertieren zwar nicht unbedingt eine Rampensau. Wir können aber zu einem guten Teil erforschen und entwickeln, was alles in uns steckt. Und genau darum geht es in diesem Artikel.

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Persönlichkeitsentwicklung: Die drei Bausteine

Wie wichtig unsere Persönlichkeit und deren Entwicklung ist, konnte erst kürzlich eine Studie um Nobel Laureate und James Heckman zeigen. Deren Ergebnis lässt sich so zusammenfassen: (Beruflicher) Erfolg hängt mehr von Ihrer Persönlichkeit als Ihrer Intelligenz ab.

Entsprechend wichtig ist es, an eben dieser Persönlichkeitsentwicklung und seinem Charakter zu arbeiten...

Persoenlichkeitsentwicklung-3-Baustein-Saeulen

Vergleichen lässt sich die Persönlichkeitsentwicklung vielleicht noch am ehesten mit der Arbeit eines Bildhauers: Auch der versucht aus einem Felsblock eine Figur nach seinen Vorstellungen herauszuarbeiten. Das ist zwangsläufig mit Veränderungen verbunden, die für den Stein nicht immer angenehm und für den Bildhauer anstrengend sind.

Um diesen Gestaltungsprozess überhaupt in Gang zu bringen, sind drei wesentliche Bausteine erforderlich - wenn Sie so wollen, die drei Säulen der Persönlichkeitsentwicklung:

  1. Selbsterkenntnis

    Am Anfang steht - wie so oft - das eigene Bewusstsein dafür, wer man ist: Was zeichnet Sie aus? Was ist typisch? Was macht Sie einzigartig? Dazu zählen Talente ebenso wie Temperament, Stärken oder Schwächen. Praktisch das Inventar, das Ihnen in die Wiege gelegt wurde und heute schon Ihren Charakter prägt (dabei können auch einige Persönlichkeitstests helfen). Wichtig ist, dass diese Bestandsaufnahme noch ohne jede Bewertung erfolgt. Analysieren Sie lediglich nüchtern, wer und wie Sie sind. Dabei helfen Selbstreflexion ebenso wie Feedback durch gute Freunde - also der Abgleich von Fremd- und Selbstwahrnehmung.

  2. Selbstakzeptanz

    Diese Punkt klingt ein wenig widersprüchlich, da doch die Persönlichkeitsentwicklung gerade nicht den status quo akzeptiert, sondern bewusst verändern will. Stimmt. Und doch ist es vor der eigentlichen Entwicklung enorm wichtig, sich selbst zu lieben und anzunehmen, wie man (aktuell) ist. Persönlichkeitsentwicklung ist keine Selbsttherapie. Sie wollen dabei auch nicht wie jemand anderes werden, sondern das Beste aus sich herausholen, was längst in Ihnen steckt. Und das ist nicht nur eine Menge - es ist auch gut. Akzeptieren Sie das. Wer sich selbst nicht akzeptiert, wird ansonsten bei der Entwicklungsarbeit immer wieder in Selbstschutzmechanismen verfallen.

  3. Selbstveränderung

    Hier beginnt der eigentliche Prozess - die Entwicklung. Entscheidend dafür ist natürlich, dass Sie ein konkretes Ziel vor Augen haben, wie und wohin Sie sich entwickeln wollen. Das kann Verhaltensmuster und Gewohnheiten ebenso betreffen, wie bestimmte Eigenschaften und Fähigkeiten. Allerdings - und das muss man gleich zu Beginn sagen - ist Persönlichkeitsentwicklung nichts, was mal eben so nebenbei passiert, jedenfalls nicht, wenn Sie selbst die Entwicklung dirigieren wollen. Der Prozess erfordert viel Willenskraft (Fachbegriff: Volition), Mut und Disziplin. Denn bis sich solche Veränderungen spürbar manifestieren und eingeschliffen sind, braucht es mehrere Wochen bis Monate - etwaige Rückschläge inklusive.

Natürlich sind alle drei Säulen von einander abhängig und bedingen sich gegenseitig. Das Ziel der Persönlichkeitsentwicklung ist letztlich, handlungsfähiger und unabhängiger zu werden. Reife Persönlichkeiten (die deswegen aber nicht ausentwickelt sind), zeichnen sich meist durch mentale Stärke, hohe Lebenszufriedenheit und ausgeprägte Problemlösungs- sowie Krisenbewältigungskompetenzen (Fachbegriff: Resilienz) aus. Persönlichkeitsentwicklung kommt damit allen Lebensbereichen zugute - somit auch der Karriere.

Persönlichkeitsentwicklung hat Risiken und Nebenwirkungen

Persönlichkeitsentwicklung WachstumHelmut Schmidt bemerkte einmal zynisch: Wer Visionen habe, solle doch bitte zum Arzt gehen. Schmidt war nun mal Pragmatiker und Realist, das erklärt seine Aversion gegen den Begriff. Gleichwohl braucht die Persönlichkeitsentwicklung eine solche Vision - eine Art Idealbild von uns selbst, wer und wie wir sein könnten.

Auch hier passt der Vergleich mit dem Bildhauer: Er muss bereits vor dem ersten Meißelstich ein Bild von der fertigen Statue im Kopf haben, um sie anschließend Schritt für Schritt und Ebene für Ebene aus dem Steinblock herauszuarbeiten.

Das bedeutet zugleich: Das Bild, das wir von uns selbst entwerfen, muss realistisch sein. Ohne die Bildhauer-Metapher jetzt überstrapazieren zu wollen: Man kann aus einem zwei Kubikmeter Steinblock keine Kugel mit einem Durchmesser von fünf Metern klopfen.

Persönlichkeitsentwicklung kann keine Wunder vollbringen, wir werden dadurch auch keine gänzlich anderen Menschen. Allerdings machen wir - bei aller Authentizität - dabei eine Art Metamorphose durch - mit veritablen Risiken und Nebenwirkungen, die uns bewusst sein sollten:

  • Sie werden sich selbst besser kennenlernen - auch die dunklen Seiten.
  • Sie werden liebgewonnene Komfortzonen verlassen müssen.
  • Sie werden Ihre persönlichen Grenzen kennenlernen und akzeptieren lernen.
  • Sie werden mehr Selbstverantwortung übernehmen müssen.
  • Sie werden auf Ablehnung stoßen.
  • Sie werden Freunde verlieren, weil diese sich nicht mitentwickeln.
  • Sie werden an Selbstwert gewinnen - und sich schwerer tun mit Menschen, die diesen Wert nicht erkennen.

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Persönlichkeitsentwicklung: Persönliches Potenzial ausschöpfen

Nach so viel Grundlagen-Theorie wird es nun praktisch. Die nötige Aufgeschlossenheit für eine Veränderung Ihres Denkens und Handelns bringen Sie bereits mit (sonst würden Sie nicht weiterlesen), nun gilt es Gelegenheiten zu suchen und zu schaffen, in denen Sie Ihre Persönlichkeit nach den eigenen Visionen und Zielen entwickeln können. Also raus aus der Komfortzone - und rein in den Pool möglicher Herausforderungen:

  1. Projektarbeit

    Ob im Job oder privat: Gezielte und ehrgeizige Projekte sind optimale Gelegenheiten zur Persönlichkeitsentwicklung. Sie bringen Sie über den gewohnten Horizont hinaus und an neue Grenzen. Gleichzeitig lernen Sie mit Druck, Konflikten und Frustrationen umzugehen. Parallel entwickeln Sie aber auch zahlreiche Werkzeuge, um mit den Widrigkeiten des Lebens künftig besser umzugehen. Kurz: Sie wachsen mit der Aufgabe.

  2. Ehrenamt

    Ehrenamtliches Engagement bringt uns persönlich und menschlich so gut wie immer weiter. Denn außer Anerkennung gibt es für Wohl- und Überzeugungstäter nicht viel zu holen. Zugleich liegt im Ehrenamt aber auch die Gefahr der Ausbeutung - durch uns selbst oder durch andere. Wer sich hier engagiert, wird daher zwangsläufig lernen müssen, von anderen unabhängiger zu werden, auch mal Nein zu sagen und mit der eigenen Kraft zu haushalten. Kurz: Wir gewinnen an Weisheit und Menschenkenntnis.

  3. Auslandserfahrung

    Ein Klassiker, zugegeben. Aber deswegen ja nicht weniger richtig. Der bewusste Wechsel in ein anderes soziales Umfeld, eine andere (fremde) Kultur verlangt uns einiges ab. Nicht nur mehr Toleranz und Flexibilität. Wir bekommen zugleich einen unverfälschten Spiegel vorgehalten, wie wir auf andere wirken. Wo Freunde sich mit unseren Macken längst arrangiert haben, stehen uns die Marotten jetzt vielleicht im Weg, wenn wir neue Beziehungen aufbauen wollen. Das führt zwangsläufig zu einer (überfälligen) Korrektur und damit zur Persönlichkeitsentwicklung (oder zu Einsamkeit). Von der positiven Wirkung der Auslandserfahrungen für den Lebenslauf und für spätere Führungsaufgaben mal ganz abgesehen.

  4. Sport & Hobbys

    Sportliches Training kann ebenfalls zu Ihrer Persönlichkeitsentwicklung beitragen - wenn Sie es ernsthaft betreiben. Regelmäßiger Sport fördert zunächst einmal die Gesundheit und Fitness. Zum Wachstumsturbo wird das Training aber mit entsprechender Struktur und Zielen. Dazu muss es nicht gleich Leistungssport auf olympischem Niveau sein. Aber schon diese Ziele führen Sie vor allem an mentale Grenzen, die Sie überwinden lernen. Sie erfahren, was und wer Ihnen Kraft gibt - und was nicht. Auch hier lernen Sie Probleme zu lösen und Krisen zu überwinden. Gleichzeitig trainieren Sie neue Fähigkeiten, die Sie meist nicht nur am Sportgerät verwenden können. Kurz: Sie trainieren Frustrationstoleranz, Selbstüberwindung und Selbstmotivation sowie Selbstmanagement.

Wichtig bei alledem ist natürlich auch, dass Sie sich nie zu viel auf einmal vornehmen. Wir lernen und entwickeln uns schrittweise. Meist sogar auf Ebenen, sogenannten Lernplateaus: Zuerst beginnen wir, eine alte Gewohnheit oder ein Verhaltensmuster abzulegen. Nach einer Phase des schnellen Fortschritts erleiden wir jedoch irgendwann einen leichten Rückfall, es geht vorerst nicht weiter, wir erleben leichte Rückschläge und erreichen ein erstes Plateau (Die Nummer 1 in der Grafik). Ab hier heißt es üben, üben, üben, bis wir die Gewohnheit endgültig abgelegt und durch ein neues Verhalten ersetzt haben. Durch Wiederholung schleifen sich die neuen Muster ein. Erst dann erklimmen wir, durch ein neues Ziel, das nächste Plateau.

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Persönlichkeitsentwicklung: Coaching als Katalysator

Persönlichkeitsentwicklung: Coaching als KatalysatorIm Gegensatz zum Mentoring oder zur Supervision liegt beim Coaching der Fokus häufig auf der Persönlichkeitsentwicklung des Klienten. Ein Coach kann als Sparringspartner dienen, reflektieren und die richtigen Fragen stellen. Das ist jedoch ein durchaus zeitaufwändiger Prozess, die Kosten für ein solches Coaching können daher hoch sein.

Wem das zu viel Geld ist, der kann sich bei der eigenen Persönlichkeitsentwicklung zumindest die Grundprinzipien des Coachings zunutze machen:

  • Verbindlichkeit schaffen

    Coaching funktioniert auch deshalb, weil sich Coachees an die getroffenen Vereinbarungen halten und diese als verbindlich wahrnehmen. Wenn Sie eine ähnliche Verbindlichkeit gegenüber einem Freund schaffen, kann die Wirkung ähnlich sein.

  • Reflexion durchführen

    Professionelle Coaches können ihre Klienten meist recht objektiv analysieren, passendes Feedback geben und die Selbstreflexion strukturiert und methodisch vorantreiben. Das lässt sich auch mit einem guten Freund oder anderem Feedbackgeber umsetzen - wenn sich dieser bewusst zurücknimmt und Sie selbst die Lösung entwickeln lässt.

  • Veränderung analysieren

    Für eine gezielte Persönlichkeitsentwicklung ist es unerlässlich, die eintretende Veränderung systematisch zu betrachten und etwaige Fortschritte (oder Rückschritte) zu dokumentieren. Das können Sie auch - beispielsweise durch ein Tagebuch und regelmäßige Auswertungen. Je nach Ergebnis können Sie dann nachsteuern und Anpassungen vornehmen.

Starke Persönlichkeiten: Was sie jeden Tag machen

Das Ziel all dieser lohnenden Anstrengungen der Persönlichkeitsentwicklung ist ein gefestigter, reifer Charakter mit einer starken Persönlichkeit (die sich immer noch weiterentwickelt). Zum Abschluss wollen wir uns daher noch die Frage stellen, was denn nun eigentlich eine starke Persönlichkeit auszeichnet.

Natürlich sind auch hierbei die möglichen Antworten Legion. Fünf Gemeinsamkeiten starker Persönlichkeiten fallen uns allerdings auf Anhieb ein, die auch Sie natürlich täglich nutzen können, um daraus innere Kraft zu gewinnen:

  1. Sie sehen die Dinge realistisch, aber zuversichtlich

    Eine starke Persönlichkeit zu besitzen bedeutet nicht, dass man jeden Tag immer gut gelaunt ist, von morgens bis abends mit einem Lächeln durch den Tag geht und ein absoluter Optimist ist. Vielmehr zeichnet sich die Stärke dadurch aus, dass man die Personen und Situationen, mit denen man es zu tun hat, realistisch bewertet. Probleme werden nicht größer gemacht, als sie wirklich sind und auch negative Gedanken werden nicht überbewertet. So jemand besitzt eine gute Portion realistischen Optimismus.

    Anstatt sich auf das Schlechte zu konzentrieren, lenkt so jemand seinen Blick auf die Chancen, die sich daraus ergeben können. Aus der realistischen Betrachtung folgt dann die Zuversicht, die Dinge selbst in der Hand zu haben und auch aus Schwierigkeiten etwas mitnehmen zu können.

  2. Sie beobachten Ihre Emotionen

    Der Umgang mit den eigenen Emotionen zeigt schnell, wie stark eine Persönlichkeit tatsächlich ist. Dabei fallen viele auf den Trugschluss herein, dass starke Persönlichkeiten ihre Emotionen nicht zeigen könnten, sondern diese vor sich und anderen verbergen. Tatsächlich ist das genaue Gegenteil der Fall: Innere Stärke entsteht dadurch, dass man sich seinen Gefühlen bewusst wird, diese erkennt und gleichzeitig lernt, diese richtig einzuordnen. Es ist eine Form der emotionalen Intelligenz.

    Um dies zu schaffen, beobachten starke Persönlichkeiten Ihre Emotionen jeden Tag und achten darauf, welche Situationen ein bestimmtes Gefühl auslösen und welche Konsequenzen sowohl positive als auch negative Emotionen auf das Verhalten und die Gedanken haben können. So erkennen sie, wann die Gefühle das Handeln beeinflussen können und lernen, entsprechend darauf zu reagieren.

  3. Sie nehmen sich Zeit für sich selbst

    Der Alltag kann schnell zum einzigen Lebensinhalt werden und plötzlich gleicht jeder Tag dem anderen, man steckt in seiner Routine fest und funktioniert nur noch. Ein wichtiges Ritual starker Persönlichkeiten ist daher die Zeit, für sich selbst. Dabei muss man sich nicht gleich mehrere Stunden einplanen, doch sollte es ausreichend Zeit sein, um sich achtsam auf den Moment zu konzentrieren und die eigene Situation zu hinterfragen.

    Was beschäftigt mich momentan besonders? Wofür sollte ich mir mehr Zeit nehmen? Was kann ich tun, um glücklicher zu sein? Wer sich selbst regelmäßig ehrliche Antworten auf Fragen wie diese gibt, entwickelt automatisch eine stärkere Persönlichkeit, indem er sich selbst besser kennenlernt, seine eigenen Bedürfnisse und Ziele einschätzen kann und auch weiß, was er bereit ist, dafür zu tun.

  4. Sie gehen Probleme an

    Unabhängig von der Persönlichkeit: Jeder muss sich in seinem Leben mit den unterschiedlichsten Problemen herumschlagen. Egal ob privat oder beruflich, irgendetwas läuft immer anders, als man es sich erhofft hat.

    Starke Persönlichkeiten gehen damit jedoch besonders effektiv um: Statt sich zu beklagen oder zu jammern, dass die Umstände zu schwierig sind, packen sie die Probleme jeden Tag aufs Neue an und versuchen, etwas an der Situation zu ändern. Sie analysieren die Ursachen des Problems und haben den Mut, die nötigen Veränderungen anzugehen, damit sich diese nicht mehr wiederholen.

  5. Sie verlangen nicht zu viel von sich selbst

    Starke Persönlichkeiten wissen, dass Sie sich mit zu hohen Erwartungen nur selbst unter Druck setzen. Das bedeutet natürlich nicht, dass es ihnen an Motivation mangelt, sie unterwerfen sich schlichtweg nicht dem Joch der Perfektion. Das gilt sowohl für die eigenen Anforderungen, als auch für die Ansprüche, die andere an Sie richten.

    Das Wissen, dass man es niemals jedem recht machen kann, ist eine wichtiger Faktor starker Persönlichkeiten, der ihnen erlaubt, auch mit Fehler klarzukommen, daraus zu lernen und trotzdem kein bisschen Selbstwertgefühl einzubüßen.

Abwertungseffekt: Unser Idealbild lässt andere schlechter erscheinen

Idealbild ErwartungshaltungFalls Sie sich gerade Gedanken darüber machen, wie Sie auf andere wirken oder gar wirken wollen... Vorsicht! Nicht nur, weil das ganz schnell unecht, affektiert und prätentiös aussehen kann. Diese Erwartungshaltung verändert vor allem Ihren eigenen Blick auf andere.

Oder anders formuliert: Angenommen, Sie wollten gerade besonders clever, belesen oder eloquent dastehen, dann hat das vor allem zur Folge, dass Ihr Gegenüber auf sie prompt weniger clever, belesen oder eloquent wirken wird.

Den Effekt bemerkten die beiden Psychologen Bryan Gibson und Elizabeth Poposki von der Central Michigan Universität, als sie Untersuchungen mit mehreren hundert Studenten anstellten. Den Probanden zeigten die beiden Forscher zum Beispiel ein paar Filme, über die sie sich hinterher in Zweiergruppen unterhalten sollten. Vorab bekamen die Teilnehmer die Aufgabe, auf ihr Gegenüber einen bestimmten Eindruck zu machen:

  • introvertiert
  • glücklich
  • smart
  • extrovertiert

Hinterher mussten die Probanden sich selbst und ihren Kommilitonen bewerten.

Und siehe da: Jedes Mal schnitt der Gesprächspartner in genau jener Eigenschaft am schlechtesten ab, die die betreffende Person selbst verkörpern sollte.

Gibson und Poposki erklären sich den Effekt so: Jedes Mal, wenn wir versuchen einen speziellen Eindruck zu hinterlassen, entwickeln wir dazu eine sehr spezifische (aber individuelle) Vorstellung davon, wie eine solche Person zu sein hat: ein Idealbild.

Da diesem Idealbild jedoch kaum ein Mensch entsprechen kann, schneiden sämtliche Gesprächspartner danach automatisch schlechter ab - insbesondere uns gegenüber, die wir ja gerade wenigstens versuchen, diesem Idealbild zu entsprechen. Man könnte auch sagen:

Das Idealbild schürt eine Erwartungshaltung, die zwangsläufig enttäuscht werden muss.

In der Theorie klingt das vielleicht noch harmlos. Aber stellen Sie sich jemanden vor, den entweder starke Minderwertigkeitsgefühle quälen oder der dank einer veritablen Profilneurose auf andere unbedingt intelligent(er) wirken will...

Das Ergebnis wäre eine Person, die schon bald alle anderen für Idioten hält, beziehungsweise die typische Alle-sind-doof-außer-mir-Attitüde entwickelt. Kommt einem nicht ganz unbekannt vor, wenn man an Social Media Kommentare denkt, oder?!

Geistig oder nur körperlich erwachsen? 9 Unterschiede

Sagen wir es, wie es ist: Körperliche und geistige Reife entwickeln sich nicht im gleichen Tempo. Während der physische Alterungsprozess unaufhörlich fortschreitet, müssen wir an der mentalen Entwicklung fleißig mitarbeiten, sonst sehen wir nur erwachsen aus, zeigen ansonsten aber das Verhalten eines Menschen, der mental eher im Vorschulalter verhaftet ist. Leider kommt das gar nicht selten vor.

Daher und als Bonus: 9 typische Unterschiede zwischen körperlich und geistig Erwachsenen - in Form von neun plakativen Grafik, die ebenso gut zur Selbstreflexion eignen:

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