Personaler: Das verbirgt sich hinter ihren Fragen
Arbeitnehmer haben gegenüber Personalern meist gemischte Gefühle. Die einen erinnern sich gerne an das interessante Gespräch, die nette Atmosphäre und die aufgeschlossene Persönlichkeit des Gesprächspartners im Jobinterview. Andere sehen in Personalern das personifizierte Jobhindernis. Schuld an dieser Einschätzung sind nicht selten die Fragen, die von standardmäßig bis völlig abstrus ein breites Spektrum abdecken und Bewerber regelmäßig verzweifeln lassen. Aber was verbirgt sich hinter den teils unerwarteten teils hintersinnigen Fangfragen der Personaler? Die Antwort ist weit weniger gemein, als viele denken...

Was verbirgt sich hinter den Fragen der Personaler?

Nach einer ausgedehnten Vorbereitung sind sich viele Bewerber oft sicher, einen ziemlich genaue Idee vom vor ihnen liegenden Jobinterview zu haben. Zum Teil stimmt dies auch: Verschiedenen Gesprächsphasen, einigen Standard-Fragen und der typischen Selbstpräsentation begegnet man praktisch immer.

Vorstellungsgespräche sind aber immer wieder für eine Überraschung gut - die vielen Bewerbern so gar nicht gefällt. Gemeint sind die unterschiedlichsten Fragen, die manchmal den Mund offen stehen lassen, mal zu einem nervösen Lächeln führen oder auch nur zu einem entgleisten Gesichtsausdruck führen.

Gerne machen Kandidaten dies dem Personaler zum Vorwurf. Der hatte mich von Anfang an auf dem Kieker...; Die Antworten auf die Fragen konnte man gar nicht wissen...; Der war einfach nur unfreundlich und gemein...

Zugegeben: Für Kandidaten sind solche Fragen schwierig und auf den ersten Blick mag es den Anschein haben, als würden Personaler alles tun, um einen Kandidaten aus dem Unternehmen rauszuhalten - bei den unzähligen Personalern gibt es sicherlich auch schwarze Schafe, die genau das im Sinn haben. Im Großen und Ganzen steht aber auch hinter der abstrusesten Fragen ein sachlicher Grund: Sie wollen ihrer Verantwortung gerecht werden und einen geeigneten Kandidaten für die freie Stelle finden.

Klingt recht simpel, doch bei einer Auswahl an zig Bewerbungen und vielen Vorstellungsgesprächen mit den unterschiedlichsten Charakteren soll eine gewissenhafte Wahl getroffen werden. Erschwerend hinzu kommt, dass Bewerber auf Standardfragen meist perfekt vorbereitet sind und mit einstudierten Antworten aufwarten können. Einblicke in die wahre Persönlichkeit? Fehlanzeige!

An dieser Stelle kommen die außergewöhnlichen Fragen ins Spiel. Sie sollen die Fassade des Kandidaten aufweichen und dem Personaler die Chance geben, einige wichtige Punkte zu klären:

  • Passt der Kandidat ins Team?
  • Wie sieht der Bewerber sich selbst?
  • Wie kann er mit Stress umgehen?
  • Welche Denkansätze kann er zeigen?

Für Bewerber ist das nicht ganz einfach - was ja auch Sinn und Zweck der Übung ist - doch mit dem richtigen Verhalten und passenden Antworten lässt sich umso mehr punkten und überzeugen.

Wie reagiert man auf ungewöhnliche Fragen des Personalers?

racorn/shutterstock.comViele Bewerber fürchten sich vor genau dieser Situation. Eine Frage, auf die man spontan keine Antwort parat hat, sorgt für Stress und ein ungutes Gefühl über den Ausgang des Gesprächs. Zwar sollte eine fehlende Antwort kein Dauerzustand sein, doch gerade bei kniffligen Fragen, die nicht zum Standardrepertoire eines Vorstellungsgesprächs gehören, erwarten Personaler meist keine perfekte Antwort, die wie aus der Pistole geschossen kommt.

Stattdessen kommt es hier auf Authentizität und eine passende Reaktion an.

  1. Nehmen Sie sich Zeit

    Auch in einem Vorstellungsgespräch darf man sich einige Sekunden Zeit nehmen, um über die Antwort zu einer Frage nachzudenken. So beruhigen Sie nicht nur Ihren Blutdruck, sondern können sich auch eine entsprechende Antwort überlegen. Die Aufregung und Nervosität verleiten oftmals dazu, möglichst rasch zu antworten, doch gerade bei Fragen, die Sie unvorbereitet treffen, ist Ruhe die bessere Strategie.

  2. Fragen Sie nach

    Viel zu selten nutzen Bewerber die Chance, in einem Vorstellungsgespräch nachzufragen. Zu groß ist die Angst, dass dies als fehlende Aufmerksamkeit oder Schwäche ausgelegt wird. Dabei können Sie so Interesse demonstrieren - und eine passendere Antwort geben.

  3. Lassen Sie sich darauf ein

    Manche Fragen sind durchaus außergewöhnlich, wenn nicht gar abwegig. Genau das sollen sie auch sein, um den Bewerber aus der Komfortzone zu locken. Bleiben Sie offen und gehen Sie selbstbewusst auf die Fragen ein, um einen guten Eindruck zu hinterlassen.

  4. Erklären Sie Ihre Lösung

    Bei vielen dieser Fragen kommt es nicht darauf an, die richtige Lösung zu nennen. Oftmals gibt es nicht mal ein wirkliches richtig oder falsch. Wichtiger ist, dass Sie Ihre Gedankengänge erklären und so Ihren Lösungsansatz verdeutlichen. So erhält Ihr Gegenüber ein Bild, wie Sie an Problemstellungen herangehen.

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[Bildnachweis: Pressmaster, racorn by Shutterstock.com]